Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Fußball-Regionalliga Nordost

FSV Optik Rathenow bleibt stabil: 2:0-Sieg gegen Union Fürstenwalde

Die Regionalliga-Kicker des FSV Optik Rathenow bejubelten am Sonntag einen ganz wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt.

Die Regionalliga-Kicker des FSV Optik Rathenow bejubelten am Sonntag einen ganz wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt.

Rathenow. Kenny Verhoene war bedient nach 92 Minuten. „Die Tugenden, die man braucht in so einem Spiel – Leidenschaft, Laufbereitschaft – waren nicht da“, klagte der Fußballtrainer des FSV Union Fürstenwalde. „Ich hatte das Gefühl, wir hätten noch 100 Minuten spielen können, ohne ein Tor zu schießen. Wir waren nicht gefährlich, sind nicht in die Box gekommen.“ Auf der anderen Seite, beim FSV Optik Rathenow, herrschte das gegensätzliche Bild vor. Die Heimelf feierte mit ihren Fans einen verdienten 2:0 (2:0)-Heimsieg, den die Torschützen Glodi Zingu (23. Minute) und Vassilios Polichronakis (41.) vor 502 Zuschauenden im Stadion Vogelgesang sicherstellten. „Wir sind sehr glücklich über den Sieg und haben es von Minute eins bis 92 sehr ordentlich gemacht. Wir haben uns nicht locken lassen und die Ordnung gehalten“, erklärte Co-Trainer Marcel Subke, der den gesperrten Chefcoach Ingo Kahlisch am Spielfeldrand vertrat.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Am nächsten Sonntag, wenn beim Berliner AK der 38. und letzte Spieltag über die Bühne geht, ist für die Optiker zwischen Platz 16 und 18 noch alles möglich. Wenn die Westhavelländer die Leistung aus dem Fürstenwalde-Spiel wiederholen können, scheint auch ein Überraschungserfolg beim Tabellensiebten möglich.

Lesen Sie auch

Von Beginn an zeigten die Optiker am Sonntagmittag alle Eigenschaften, die in so einem Abstiegskampf-Krimi gefragt sind. Sie nahmen die Zweikämpfe an, wirkten körperlich und geistig frisch und spielten ansehnlich Fußball. Die Mittelfeldreihe um die auffälligen Johannes Pistol und Thilo Gildenberg kontrollierte das Rathenower Spiel, die Abwehr um die Innenverteidiger Glodi Zingu und Kapitän Benjamin Wilcke hielt die Lücken klein.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Im Angriff vergab der erneut sehr agile Kimby Januario nach knapp einer Viertelstunde die erste Chance, es war der Auftakt einer kleinen Drangphase, die wenig später ihre Früchte abwarf. Nachdem Muiomo (per Dropkick) und Zingu (per Kopf), jeweils nach einem Eckball, die Führung noch verpassten, führte die dritte Ecke in Serie zum verdienten 1:0, weil Januario im Strafraum den Kopf oben behielt und überlegt auf Zingu querlegte, der locker einschob. Der Jubel fiel groß aus, bei Spielern wie Fans, die längst im Abstiegskampf-Modus waren. Optik spielte weiter Richtung Gästetor, Gildenberg und Köhler kamen zu Halbchancen, Pistol zu einer sehr guten Möglichkeit. Sein scharf geschossener Ball flog knapp am rechten Pfosten vorbei.

Abschied von Physiotherapeut Robert Berlin

Kahlisch durfte zufrieden mit dem Vortrag seiner Spieler sein, den er knapp hinter der Trainerkabine erstaunlich gelassen verfolgte – zunächst jedenfalls. Co-Trainer Subke („wir wussten, worum es geht“) trieb die Roten fleißig an, und das mit Erfolg. Kurz vor der Pause führte ein weiterer Eckball zum 2:0, den von Muiomo getretenen Ball schätzte Fürstenwaldes Torwart Marcin Staniszewski falsch ein, wovon der hinter ihm lauernde Polichronakis profitierte, den Kopf hinhielt und zum 2:0 vollendete. Das Tor widmete der Schütze dem nach der Saison scheidenden Physiotherapeuten Robert Berlin, um den sich eine innige Jubeltraube bildete.

Kurz danach war Pause und der Applaus prasselte so warm von den Rängen wie die Sonnenstrahlen auf den saftig grünen Rasen. Alles schien in bester Ordnung, zumal die Gäste bis zu diesem Zeitpunkt erstaunlich passiv übers Grün stolzierten, fast so, als planten sie einen unfallfreien Sonntagsspaziergang. „Wir wussten vorher, dass wir sehr viel Ballbesitz bekommen würden, aber wir haben unseren Matchplan – im Gegensatz zu den Vorwochen – einfach nicht auf den Platz bekommen“, klagte Verhoene. „Wir haben gefühlt jeden zweiten Ball in die Füße des Gegners gespielt, falsch aufgedreht, falsch geklatscht.“

Kahlisch: „Lauter Männer, zu ruhig“

In der zweiten Halbzeit waren die Fürstenwalder mehr auf Krawall gebürstet, spielerisch kam aber weiterhin wenig von den Gästen, die trotz eines Doppelwechsels mut- und ideenlos blieben. Über eine Stunde war gespielt, als Zaruba ein erstes Zeichen setzte – in dem er Langner wüst in die Beine fuhr. Die Gelbe Karte und ein kleineres Gerangel zwischen Roten und Grünen war die Folge, Abstiegskampf halt. Bis in die Schlussphase hinein hatten die Optiker alles im Griff, spielten gefällig, ohne vor dem Gästetor auffällig zu werden. Mit Bedacht trugen sie ihre Angriffe vor, das letzte Risiko verständlicherweise scheuend.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Und Fürstenwalde? Sendete keinerlei Zeichen, dieses Spiel mit Macht und Gewalt noch drehen zu wollen. „Auch in der zweiten Halbzeit haben wir nicht die richtigen Lösungen gefunden“, sagte Verhoene. Trotzdem blieben die Optiker angespannt. „Lauter Männer, zu ruhig“, brüllte Kahlisch, um die Spannung hochzuhalten. Und seine Spieler zogen es durch, kontrolliert, abgeklärt und mit einer in dieser Form vielleicht nicht erwarteten Selbstverständlichkeit. „Alle Spieler haben ihre Sache in diesem Finalspiel sehr gut gemacht“, lobte Subke. „Wir sind zufrieden und wollen nun auch beim BAK etwas holen.“

FSV Optik Rathenow: Hiemann – Polichronakis, Wilcke, Zingu, Kuffour, Langner (82. Gröger), Gildenberg, Köhler (75. Leroy), Pistol, Muiomo, Januario (67. Will).

FSV Union Fürstenwalde: Staniszewski – Berk, Habimana (46. Zeqiri), Winter, Eshele, Corstjens, Zaruba (85. Frank), Weiß, Jarosch (63. Wunderlich), Klossek, Vrella (46. Rode).

Von David Joram

Mehr aus Sport

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.