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Fußball-Kreispokal Havelland

SG Michendorf bejubelt Double und verabschiedet „Kroopi“ (mit Galerie)

Die SG Michendorf jubelt nach dem 4:1 im Finale gegen Germania Berge über den Gewinn des Doubles.

Die SG Michendorf jubelt nach dem 4:1 im Finale gegen Germania Berge über den Gewinn des Doubles.

Schenkenberg. SV Germania 90 Berge – SG Michendorf 1:4 (1:1). Tore: 0:1 Louis-Ramon Krug (41.), 1:1 Ronny Nandke (42.), 1:2, 1:3 Kevin Wüstenhagen (77., 89.), 1:4 Stefan Walter Misch (90.+6). Rote Karten: Nandke (64., Berge, Tätlichkeit), Daniel Kuhnt (72., Berge, Unsportlichkeit). Zuschauer: 345. Spätestens seit dieser Saison sind sie auf den Sportplätzen Brandenburgs gefürchtet, die "Einheit SGM"-Rufe der Michendorfer Anhänger und Spieler. Auch am Sonnabendnachmittag, nach dem 4:1-Erfolg im Kreispokalfinale gegen Germania 90 Berge, schallten die Rufe über den Schenkenberger Armin-Bach-Sportplatz. Nicht viel später folgten "Kroopi, bester Mann"-Sprechchören.

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Denn die Fußballer der SG Michendorf haben an diesem Tag mit dem ersten Doublegewinn des Vereins, am Donnerstag wurde der Titel in der Landesklasse West überreicht, nicht nur Geschichte geschrieben, sondern sich auch von einem der größten Akteure des Clubs verabschiedet. Es war das letzte Spiel für Sebastian Kroop, der mit Heino Schüler Vater des Erfolgs in dieser Saison war. Der Co-Trainer, seit 17 Jahren Übungsleiter auf dem Sportplatz Hellerfichten, wurde vor einem Monat Vater und wird sich zukünftig mehr der Familie widmen. "Es ist ein guter Abschied. Die Jungs waren heiß, das hat man im Training oder auch heute Morgen beim Frühstück gemerkt", erklärte der 33-Jährige, "aber nun wird es anders für mich. Ich bin es gar nicht mehr gewohnt, Sonnabend zu Hause zu bleiben."

Nicht nur die Sprechchöre der eigenen Mannschaft, der wie Kroop sagt, „geilen, jungen Truppe, die sich den Erfolg fußballerisch und menschlich einfach verdient hat“, sondern auch die Worte seines Trainerkollegen sind ein Zeichen der Anerkennung - und wie wichtig das Urgestein in dieser Spielzeit war. „Er ist sensationell, es hat zwischen uns beiden auch einfach gut gepasst und das muss es ja immer. Wir haben uns die Aufgaben aufgeteilt und im Endeffekt gibt uns der Erfolg Recht. Es ist schade, dass er geht, wir waren ein optimales Trainerteam“, sagte Schüler, bevor er seinen Weggefährten in den Arm nahm und sich dabei aber auch sichtlich freute, dass Kroop, der in Michendorf aufgewachsen ist und selbst viele Jahre im Verein aktiv war, ein erfolgreicher Abschied beschert wurde.

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Dabei sah es in einem hitzigen und umkämpften Spiel lange Zeit nicht so deutlich aus, wie es am Ende in der Statistik stand. Ganze 40 Minuten speisten die 22 Akteure die 345 Zuschauer mit lauen Torchancen, wie von SGM-Angreifer John Hermsdorf (3.), der aus 25 Metern das Tor verpasste, oder Ronny Nandke (37.), der aus halbrechter Position an Michendorf-Keeper Tom Bickel scheiterte, ab. Nach einer stärkeren Phase der Michendorfer, die noch eine Großchance durch Chris Siebert liegen ließen, der freistehend am langen Pfosten vorbeiköpfte (40.), war es eine Standardsituation, welche die Michendorfer Führung brachte. Kevin Wüstenhagen brachte einen Freistoß aus dem Mittelkreis genau zu Ferdinand Freitag, der per Kopf zu Louis-Ramon Krug spielte. Der Innenverteidiger musste den Ball nur noch über die Linie drücken (41.).

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Doch im Moment des Jubels folgte die direkte Antwort der Germania. Nach einem langen Ball war Leon Raue auf der rechten Seite durchgebrochen und legte den Ball perfekt zu Nandke, der nur noch einschieben musste (42.). „Wir freuten uns so sehr, dass wir hinten einfach mal nicht aufgepasst haben“, schätzte Schüler den Gegentreffer ein, „dann mussten wir wieder von vorne anfangen.“

Auf dem Platz passierte zu Beginn der zweiten Halbzeit erst einmal wenig. Die Berger fanden besser wieder zurück in die Partie und verpassten es, bei einem Distanzschuss von Leon Raue den Führungstreffer zu erzielen (52.). Ab der 63. Spielminute wurde es noch hitziger, als es eh schon war. Als die Michendorfer einen Freistoß in der gegnerischen Hälfte ausführen wollten, ging Jannis Borchmeyer im Berger Strafraum plötzlich zu Boden. Der junge Angreifer wurde Opfer eines Ellbogenchecks von Nandke, der dafür mit der Roten Karte vom Platz flog (64.). Auch Borchmeyer musste, auf Grund seiner blutigen Nase, das Feld verlassen und wurde ausgewechselt, für ihn kam Jacob Woiwode in die Partie.

Zweiter Platzverweis für Berge – Wüstenhagen trifft doppelt

Als wäre das nicht schon genug, sah wenig später auch Berge-Trainer Daniel Kuhnt die Rote Karte, als der Übungsleiter am Seitenrand lauter wurde und von seinen Mitstreitern zurückgehalten werden musste, nicht noch weiter auf den Platz zu rennen, als er es schon tat (72.). Kurios: Schon im Halbfinale, als Berge 2:0 gegen Borussia Brandenburg gewann, flog Kuhnt mit einer Roten Karte vom Platz.

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Danach wurde aber wieder Fußball gespielt, wenn auch vorrangig von den Michendorfern, die ihre Überzahl nun auszunutzen wussten. In der 77. Minute traf Kevin Wüstenhangen per sehenswertem Volley zur 2:1-Führung, die er eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit noch erhöhte (89.). Der eingewechselte Stefan Walter Misch sorgte mit dem 4:1 in der sechsten Minute der Nachspielzeit für pure Ekstase bei den Michendorfern, die zeitgleich den Abpfiff bejubeln konnten.

Die Michendorfer Trainer Heino Schüler (l.) und Sebastian Kroop freuen sich über das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg.

Die Michendorfer Trainer Heino Schüler (l.) und Sebastian Kroop freuen sich über das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg.

„Das ist die Krönung einer super Saison“, sagte Heino Schüler während der Feierlichkeiten, „so eine Saison haben uns nicht viele zugetraut, auch im eigenen Verein nicht. Dafür können wir es jetzt umso mehr genießen.“ Für Schüler war „mit dem 2:1 der Drops gelutscht. Ab der 60. Minute wurden die Schritte bei Berge viel weniger, also war das Konditionssache. Das wussten wir und wir mussten nur geduldig bleiben.“

Auch für Pokal-Staffelleiter Tobias Stimming war es „ein würdiger Rahmen für ein gutes Endspiel, was auch lange spannend war. Das Ergebnis ist am Ende ein wenig zu hoch ausgefallen.“ Das wird die Michendorfer, die extra mit einem Doppeldecker-Bus angereist waren, wenig interessieren. Die Feierlichkeiten werden sicher bis die tief in die Nacht gehen und mit dabei wird auch Sebastian Kroop sein. Ein letztes Mal.

SV Germania 90 Berge: Wawrzik – Ganzer, Lange, Lenz, Mudlagk – Matthey, Lösch, Ruff (56. Amaya), Krusemark – Raue, Nandke.

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SG Michendorf: Bickel – Pollack, Freitag, Krug, Rössel – Seyed-Vousoghi, Gausepohl – Hermsdorf (72. Misch), Borchmeyer (64. Woiwode), Wüstenhagen (90.+1 Ebel) – Siebert (90.+1 Haubner).

Von Maximilian Krone

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