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Fußball-Landespokal Brandenburg

Ärger über Handelfmeter: RSV Eintracht scheitert im Pokal an Energie Cottbus

Nicolas Wähling (r. im Duell mit Saheed Mustapha (l.)) traf doppelt für den FC Energie Cottbus.

Nicolas Wähling (r. im Duell mit Saheed Mustapha (l.)) traf doppelt für den FC Energie Cottbus.

Stahnsdorf. Der RSV Eintracht schnupperte zumindest im ersten Durchgang an der großen Überraschung, musste sich nach 90 Minuten aber doch geschlagen geben. Vor 804 Zuschauern unterlag der Oberliga-Nord-Vertreter in der 2. Landespokal-Runde dem klassenhöheren FC Energie Cottbus mit 2:4 (1:1). Die Tore für den favorisierten Regionalligisten von Trainer Claus-Dieter Wollitz schossen Doppelpacker Nicolas Wähling (8. und 47. Minute), Niklas Geisler (53. Minute) und Tim Heike (86.), den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Stahnsdorfer besorgte Ernes Matjaz (15.), Julian Rauch verkürzte nach 71 Minuten noch einmal zum 2:3. „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Alle haben hier heute gesehen, dass wir gefightet haben. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Auftritt“, resümierte RSV-Coach Patrick Hinze.

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Die Lausitzer machten vom Anpfiff weg Druck auf das von Timo Habel gehütete RSV-Gehäuse. Der Kopfball von Kentu Malcolm Badu fand noch nicht sein Ziel, Wähling machte es kurze Zeit später besser und hielt seinen Fuß erfolgreich in den Schuss von Kapitän Axel Borgmann. Mit der ersten Möglichkeit gelang den Hinze-Schützlingen auf der Gegenseite aber sieben Minuten später der überraschende Ausgleich. Nach einer Flanke von der rechten Seite nickte Julian Rauch am zweiten Pfosten überlegt in die Mitte, wo Ernes Matjaz mutterseelenallein zum 1:1 einschieben durfte – FCE-Keeper Elias Bethke blieb ohne Chance. „Eigentlich dachte ich, dass mit der frühen Führung etwas Ruhe einkehrt und es ein entspannter Nachmittag wird“, sagte „Pele“ Wollitz nach der Partie, „doch nach dem Ausgleich, den wir schlecht verteidigen, hatten meine Jungs Kopfkino“.

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Die bis dahin überlegenen Gäste hatten durch Niklas Geisler, nach flacher Borgmann-Eingabe, zwar prompt die erneute Führung auf dem Fuß, schienen insgesamt aber doch beeindruckt. Mit viel Körperlichkeit und großem Willen kauften die Hausherren ihren Gegenspielern teilweise den Schneid ab – und kreierten sogar gute Chancen. Saheed Mustapha hatte bei zwei Standardsituationen die Führung einmal auf dem Fuß und einmal auf dem Kopf, die beste Gelegenheit vergab aber Laurenz Markula, dessen Abschluss von der Strafraumkante nur knapp über das Cottbuser Tor zischte. Zuvor hatte Yasin Dag seinen Mitspieler mit einem feinen Solo gut in Szene gesetzt. „Der Gegner hatte Selbstvertrauen, wir keine intensiven Läufe, keine Basics in den Zweikämpfen“, bemängelte Wollitz, der in der Kabine klare Worte an seine Mannschaft richten musste.

Kruska: „Das ist niemals ein Strafstoß“

Nach Wiederanpfiff wurde der RSV kalt erwischt – von Schiedsrichter Maximilian Bauer. Nach einem abgewehrten Eckball bekam Energie erneut die Chance zur Flanke, zur Abwehr soll Dominik Kruska die linke Hand verwendet haben. Der Gastgeber wollte es nicht wahr haben, auch der FCE schien ob des Pfiffs überrascht. „Die Reaktion von allen war doch eindeutig, Cottbus wusste auch nicht, was los ist“, erklärte Kruska, „der Ball ging von meinem Bauch möglicherweise an die Hand. Das ist niemals ein Strafstoß, ich glaube der Schiedsrichter wusste auch recht schnell, dass er das falsch entschieden hat“. Nicolas Wähling war es egal, nutzte die sich bietende Möglichkeit aus elf Metern und schob das Spielgerät flach ins linke untere Eck (47.). „Wir haben das Tempo hochgehalten und uns danach schnell noch einmal belohnt“, sagte der Doppelpacker.

Tatsächlich: Cottbus blieb dran, schnürte den RSV in die eigene Spielhälfte und legte in der 53. Minute nach: Als der RSV das Spielgerät nicht aus der Gefahrenzone beförderte, stand Niklas Geisler goldrichtig und traf satt zum 3:1 aus Energie-Sicht. Die Stahnsdorfer gaben sich nicht auf, der Gast war in jener Phase aber dem vierten Treffer näher. Doch weil die Wollitz-Mannen die endgültige Entscheidung verpassten und FCE-Torhüter Elias Bethke einen Blackout hatte, machte Julian Rauch die Partie wieder spannend. Der RSV-Kapitän hatte wenig Mühe, den Ball ins verwaiste Tor zu schieben. Erst drei Minuten vor Ultimo konnte der FC Energie den Einzug in die zweite Runde des märkischen Cups perfekt machen – der eingewechselte Tim Heike schloss einen Angriff über die rechte Seite sehenswert zum 4:2 ab.

Wollitz: „Es war ein typisches Pokalspiel“

„Wir können in so einem Spiel nur verlieren. Es war ein typisches Pokalspiel, wo der Außenseiter ein gutes Spiel macht. Wer hätte am Freitagabend gedacht, dass Ungarn gegen die deutsche Nationalmannschaft gewinnt. Wir sind weiter und das ist gut“, resümiert Claus-Dieter Wollitz. Grämen musste sich der unterklassige Hausherr nach diesem Auftritt keinesfalls, lange bot man dem einstigen Bundesligisten Paroli. Den grünen Rasen verließ die Hinze-Truppe aber wie schon 2019, als im Achtelfinale (0:1) gegen Energie Cottbus Endstation war, als Verlierer. „Das Spiel hätte länger spannend bleiben können. Doch der Handelfmeter traf uns ins Mark. Schade“, sagte Hinze, bei dem der Stolz aber schnell überwog.

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