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Schiedsrichter in Brandenburg

Als erster Landesverband: FLB kippt Schiri-Altersgrenze

Schiri Frank Heinze aus dem Fußballkreis Dahme/Fläming kann nun ohne Altersgrenze in der Brandenburgliga pfeifen.

Schiri Frank Heinze aus dem Fußballkreis Dahme/Fläming kann nun ohne Altersgrenze in der Brandenburgliga pfeifen.

Ludwigsfelde. Die Entscheidung, die der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) vor Kurzem in seinem Verbandsorgan in die Öffentlichkeit schickte, hat Justin Weigt schon lange für überfällig gehalten: Über die Einstufung eines Schiedsrichters sollte die Leistung entscheiden, nicht das Geburtsdatum im Pass eines Referees.

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„Ich bin froh, dass die Altersgrenze durch den FLB endlich aufgehoben worden ist“, sagt Justin Weigt, der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses des Fußballkreises Dahme/Fläming, „es entscheidet nun einzig die Leistung über die Einstufung eines Schiris. Das Niveau wird nicht sinken. Es gibt doch dafür strenge Richtlinien, durch die Grenzen gezogen werden. Die Tests sind wirklich anspruchsvoll und nicht leicht zu schaffen. Wir haben uns deshalb im Fußballkreis Dahme/Fläming dieser Maßnahme angeschlossen und die Altersgrenze auch abgeschafft.“

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Im Magazin „Brandenburgische Fußball-Nachrichten“ heißt es in der Rubrik Schiedsrichterwesen: „In den Spielklassen Brandenburgliga, Landesliga und Landesklasse gibt es keine festen Altersgrenzen mehr. Bisher lag die Höchstgrenze beim FLB für diese Ligen bei 47 Jahren und in „D/F“ für die Kreisoberliga bei 63 und für die Kreisliga bei 67 Jahren. Wie in der Brandenburgliga, der Landesliga und der Landesklasse ist das Erreichen des Höchstalters nun kein automatisches Ausschlusskriterium mehr.

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Die Schiedsrichterausschüsse des Fußballkreises und des FLB hatten diese Entscheidungen vor Kurzem getroffen. Der Landesverband zwischen Lausitz, Uckermark und Prignitz nimmt eine Vorreiterrolle in Deutschland ein: „Wir sind der bisher erste und einzige Verband, der die Grenze gekappt hat“, sagt Heinz Rothe, der Vorsitzende des märkischen Schiri-Ausschusses, „andere Regional-Verbände haben sich aber schon positiv geäußert.“

1433 Referees in Brandenburg

Derzeit greifen in Brandenburg 1433 Referees zur Pfeife, im Vergleich zum Jahr 2018 (1521) ist die Zahl leicht gesunken. Beim FK hätte man auf Kreisebene auch ohne die Änderung des FLB die Altersgrenze aus den Einstufungsrichtlinien für die Schiedsrichter streichen können, diese Kriterien können regional individuell geregelt werden. Zeitweise war die Grenze in der Dahme-Fläming-Region bereits abgeschafft worden, später hatte man aber wieder die Linie des FLB übernommen.

Der Aufstieg in überregionale Ligen ist allerdings immer noch nicht altersunabhängig möglich: „Aus dem Bereich des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) scheiden Schiris am Ende des Spieljahres aus, in dem sie ihr 47. Lebensjahr vollenden“, so die bisherige Regelung – auf Landesebene aber schützt das Alter nun nicht mehr vor Einstufung und Leistung.

Im FK Dahme/Fläming pfeifen derzeit 171 Schiris

Diese Grenze war häufig kritisiert worden, weil zahlreiche gute Schiris aussortiert wurden, die Regelung das Leistungsprinzip aushebelte und wichtige Kriterien wie die Fitness keinerlei Rolle spielten. Zudem ist die körperliche Verfassung oft sehr unterschiedlich. Nun könnten die Ansetzer mancherorts entlastet werden, weil es mehr Spielraum gibt bei den Ansetzungen. Der Pool für die kommende Saison in der Brandenburgliga umfasst 24 Referees (Landesliga 47, Landesklasse 111). Im FK Dahme/Fläming gibt es derzeit 171 Schiris. Weigt hofft, dass durch einen Lehrgang, der am 23. August startet, die Zahl um rund 20 Referees steigen wird. „Die Zahl ist trotz der Corona-Pandemie, in der es phasenweise keine Lehrgänge gab, bisher nur leicht gefallen“, sagt der Schiri-Chef, „im Gegensatz zu anderen Regionen stehen wir gut da.“

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Frank Heinze: „Ich bin sehr zufrieden, dass es nun geklappt hat“

Einer, dessen Einsatzdauer in der höchsten Landesspielklasse sich durch die Neuregelung auf unbestimmte Zeit verlängert hat, ist Frank Heinze vom SV Grün-Weiß Großbeeren – er war der Altersgrenze schon recht nahe gerückt. Der 43-Jährige, der viele Jahre Vorsitzender des Schiri-Ausschusses in der Dahme-Fläming-Region war, hatte sich seit Langem für die Kappung der Altersgrenze eingesetzt.

„Ich bin sehr zufrieden, dass es nun geklappt hat. Wir brauchen ältere Kollegen“, sagt Heinze, „diese Grenze war eine Art Altersdiskriminierung und zeugte außerdem von wenig Wertschätzung. Seit meinem freiwilligen Rückzug aus der Oberliga im Jahre 2018 amtiere ich in der Brandenburgliga und das hoffentlich noch sehr lange, jetzt wo die Altersgrenzen gekippt wurden.“

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