American Football

Mit Unterstützung aus New York: Potsdam Royals schlagen Cologne Crocodiles

Meiner! Jared Wolfe (li.) leitete mit dem ersten Touchdown des Spiels den Sieg der Potsdam Royals gegen die Cologne Crocodiles ein.

Meiner! Jared Wolfe (li.) leitete mit dem ersten Touchdown des Spiels den Sieg der Potsdam Royals gegen die Cologne Crocodiles ein.

Potsdam. Ein Autogramm von Jared Wolfe stand nach dem Spiel mal wieder hoch im Kurs, ebenso ein Foto mit dem Wide Receiver der Potsdam Royals. "Das ist mein Sohn", erklärte dann eine sichtlich stolze Mrs Wolfe, die tags zuvor aus New York angereist war, dem ein oder anderen Fan auf Englisch und musste dann kurzerhand mit aufs Foto.

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Ihr Sohn hatte mal wieder großen Anteil am 50:34 (21:7, 35:14, 35:20, 50:34)-Sieg der Potsdam Royals vor 1260 Zuschauenden gegen die Cologne Crocodiles. Für die Königlichen war es der siebte Sieg im siebten Spiel, womit sie eigentlich schon mit den Planungen für die Playoffs im eigenen Stadion beginnen können, weil die besserplatzierte Mannschaft in den Entscheidungsspielen immer Heimrecht hat.

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„Wir hatten einen guten Start“, erklärte Jared Wolfe nach dem Spiel und meinte damit auch seinen Touchdown nach vier Minuten, als er und Quarterback Chris Helbig da weitermachten, wo sie beim Auswärtssieg in Braunschweig aufgehört hatten: beim Punkten für die Royals. Chris Helbig gab einen langen Pass auf Wolfe und die ersten Punkte waren im Sack. „Aber auch sonst haben wir insgesamt ein gutes Spiel gemacht, wir wussten, dass es nicht einfach wird, haben aber unseren Job erledigt“, sagte Wolfe in einer ruhigen Minute nach dem Spiel, als mal niemand mit ihm ein Foto haben wollte.

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„Fehler passieren“

Nur zwischenzeitlich wurde es mal ein bisschen enger, als die Crocodiles besser aus der Halbzeitpause kamen, die starke Offensive der Royals nicht punkten konnte und die Kölner auf sieben Punkte herankamen. „In der Phase sind uns zu viele Fehler unterlaufen, das passiert“, sagte Wolfe. Für die Potsdamer Footballer war der siebte Sieg ein großer Schritt in Richtung Heimrecht in den Playoffs, das Spiel war aber auch aus anderer Sicht nicht wie jedes anderes.

So hätte das eigens ausgerufenen „Spezial-Spiel“, das jährliche White Out-Game, vom Namen her nicht besser passen können, immerhin behielten die Royals ihre weiße Weste und bleiben ungeschlagen. So liefen die Potsdamer gegen Köln in weißen Trikots auf, die Fans auf der Tribüne trugen weiße Shirts und unterstützten ihr Team. „Die Jungs haben das heute gut gemacht, wir sind zufrieden“, sagte Royals-Trainer Michael Vogt nach dem Spiel, legte aber gleich nach: „Wir haben aber auch immer noch Luft nach oben, das haben wir heute wieder gesehen.“

De Ruyter und Evenhuis fallen noch lange aus

Die große Stärke der Potsdam Royals liegt im Angriff mit Quarterback Chris Helbig, den Wide Receivern Jared Wolfe und Brandon Polk sowie Heiko Bals. Doch auch die Defense machte einen ordentlichen Job gegen die Crocodiles und stoppte im dritten Quarter, als die Royals-Offensivreihe gerade mal schwächelte, zweimal den gegnerischen Quarterback und erkämpfte den Ball zurück. „Das klingt im ersten Moment immer nach einer Ausrede, muss man aber schon hinzurechnen: Wir haben auch noch verletzte Spieler, die heute nicht mit dabei waren“, sagte der Headcoach.

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Unter anderem fallen die Leistungsträger Ruben De Ruyter (Kreuzbandriss) und Max Evenhuis (Schienbeinbruch) noch lange aus. Ob sein Herz da nicht stehen bleibe, wenn er mit Blick auf die Playoffs einen Spieler am Boden sehe, wie es auch am Samstag häufiger passierte, wollte ein Reporter wissen. „Dass mal ein Spieler liegen bleibt, sind wir ja gewohnt – das ist beim Football normal. Ich bin aber immer froh, wenn die Jungs wieder aufstehen und nichts Schlimmeres passiert ist“, sagte Vogt.

Für seinen Wide Receiver hatte er nach dem Spiel gegen Köln viel Lob übrig: „Jared macht das herausragend, er führt nicht umsonst die Statistiken auf seiner Position ligaweit an.“ Was man von Wolfe in Zukunft noch erwarten könne? „Wenn er so weitermacht, bin ich mir sicher, dass er noch viele Rekorde in der GFL brechen wird – im Trikot der Potsdam Royals natürlich“, sagte Michael Vogt.

Jared Wolfe hat aber nicht zwingend individuelle Auszeichnungen im Sinn. „Wenn wir gut spielen und hart an uns arbeiten, dann fallen Bestmarken irgendwann von alleine. Ich will mit dem Team den ersten Titel gewinnen!“, erklärte der Wide Receiver.

„Es war toll, endlich mal wieder vor meiner Familie zu spielen“

Das nächste Spiel bestreiten er und seine Royals erst in zwei Wochen, am 13. August steht das Derby gegen die Berliner Adler im Stadion am Luftschiffhafen auf dem Programm. Bis dahin genießt Wide Receiver Jared Wolfe aber auch die Zeit mit seiner Familie aus New York. Diese war am Freitag in Deutschland gelandet und natürlich beim Sieg der Royals im Stadion. Wolfes Großeltern kommen übrigens aus Süddeutschland, weshalb er auch einen deutschen Pass besitzt.

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„Es war toll, wieder vor meiner Familie zu spielen, ich habe sie ...“, sagte Wolf, hielt inne, schaute in die Luft, rechnete kurz, „... bestimmt drei, vier Monate nicht gesehen.“ Dann folgt die nächste Fotoanfrage – und natürlich musste auch die stolze Mama wieder mit aufs Bild

Von Marcel Ehrig

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