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NOFV-Oberliga Nord

Ein Punkt zum Einstand: MSV Neuruppin trotzt dem Rostocker FC ein 2:2 ab

Marcus Lemke macht’s beim 1:1-Ausgleich mit Köpfchen.

Marcus Lemke macht’s beim 1:1-Ausgleich mit Köpfchen.

NOFV-Oberliga Nord: MSV Neuruppin – Rostocker FC 2:2 (1:2). Tore: 0:1 Hamza Lagrib (5.), 1:1 Marcus Lemke (40.), 1:2 Pieter-Marvin Wolf (44.), 2:2 Sho Otsuka (83.). Zuschauer: 124. "Kämpfen, Beißen, Arsch aufreißen: Alles für den Klassenerhalt" – mit diesen Worten auf einem Spruchband geschrieben, wollten die eingefleischten MSV-Fans ihren Oberliga-Spielern die Bedeutung des Saisonendspurts vermitteln. Im Heimspiel gegen das Topteam vom Rostocker FC mangelte es den Hausherren an jenen Tugenden nicht, weshalb man sich beim 2:2 völlig zurecht mit einem Punkt gegen den Favoriten belohnte. Ein erster Erfolg für Neu-Coach Jan Kistenmacher und seinen Co-Trainer Marc Flohr, die vor anderthalb Wochen das Erbe vom überraschend entlassenen Henry Bloch antraten. "Das war ein weiterer Punkt für den Klassenerhalt. Ich habe meinen Jungs vor der Partie gesagt, dass der RFC heute ohne Punkte zurück nach Rostock fahren wird. Das hat nicht geklappt, mit dem einen Zähler sind wir aber auch zufrieden", sagte Kistenmacher nach der Partie.

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Sonntagsschuss am Sonntag aus 35 Metern

Schon nach fünf Minuten gab es die kalte Dusche für die Gastgeber: Aus 35 Metern zentraler Position nahm Rostocks Hamza Lagrib Maß. Sein flatterndes Geschoss fand den Weg an MSV-Schlussmann Hannes Pöhl vorbei in die Maschen. Die RFC-Führung: Marke Traumtor. „Ein Sonntagsschuss am Sonntag“, erkannte Kistenmacher an. Auf der Gegenseite war es Gabriel Francheschini Machado, der wenig später den ersten Neuruppiner Torschuss abgab. Dem nächsten Treffer näher waren aber zunächst wieder die Gäste: Seinen Kopfball setzte Obina Johnson Iloka völlig freistehend neben das MSV-Gehäuse (13. Minute). In einer kurzweiligen Oberliga-Partie boten sich auch in der Folgezeit in beiden Strafräumen gute Gelegenheiten. Len Koch hatte nach Eingabe von Maximilian Janke mit einem Schuss aus der Drehung den Ausgleich auf dem Fuß, das runde Leder trudelte jedoch am langen Pfosten vorbei.

MSV-Coach Jan Kistenmacher (l.) war mit seinem Debüt zufrieden.

MSV-Coach Jan Kistenmacher (l.) war mit seinem Debüt zufrieden.

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Auch die Ostseestädter blieben brandgefährlich: Erst verzog der gebürtige Pritzwalker Pieter-Marvin Wolf aus Nahdistanz, dann war binnen weniger Sekunden zweimal der Querbalken im Weg – Enrique van der Lubbe rettete per Kopf, auch der Fallrückzieher von Iloka klatschte nur gegen das Aluminium. Das fahrlässige Auslassen bester Möglichkeiten wurde bestraft: Dass Marcus Lemke enorm kopfballstark ist, hat sich wohl noch nicht bis ans Meer rumgesprochen. Nach Janke-Eckball nickte der MSV-Kapitän am ersten Pfosten problemlos ein – 1:1 (40.). Das Momentum hatten die Fontanestädter aber nur kurz für sich. Mit dem Pausenpfiff geriet die Kistenmacher-Elf erneut in Rückstand. Jakob Gesien flankte aus dem Halbfeld butterweich auf Pieter-Marvin Wolf, der keine Mühe hatte, das 2:1 zu erzielen. „Tatsächlich haderte die Mannschaft zur Pause mit sich, ich war gar nicht so unzufrieden, wollte vielmehr die zweite Halbzeit gewinnen“, verriet der MSV-Trainer.

Kistenmacher: „Zu jeder Zeit in der Lage, ein Tor zu schießen“

Nach dem Seitenwechsel hatte Rostock erneut optische Vorteile, die Neuruppiner Nadelstiche waren aber immer brandgefährlich. So fand Machado nach einem fein vorgetragenen Angriff in RFC-Keeper Josip Jokanovic seinen Meister. Auch Lemke und Len Koch brachten das runde Leder nicht im Rostocker Gehäuse unter, in der Schlussphase hatte der MSV augenscheinlich mehr Körner und erhöhte die Schlagzahl. „Ich sehe noch Möglichkeiten, konditionell nachzulegen“, betonte „Kiste“. Dass sein Team acht Minuten vor dem Ende ein zweites Mal zuschlug, war fast folgerichtig. Einen langen Diagonalball von Henry Jose erkämpfte sich Len Koch, der den mitgelaufenen Sho Otsuka bediente. Der eingewechselte Japaner behielt die Ruhe und traf zum umjubelten 2:2. „Am Ende war tatsächlich noch mehr drin, wir waren dem dritten Tor näher als der Gegner. Und was ebenfalls gut ist – wir sind zu jeder Zeit in der Lage, ein Tor zu schießen, das ist positiv“, resümierte Jan Kistenmacher, der bereits erste Automatismen wahrnehmen konnte: „Teilweise hat die Mannschaft eine gewisse Dominanz ausgestrahlt, das ist gegen so einen starken Gegner nicht logisch.“

Glücklich waren auch die Anhänger aus der Fontanestadt, die sahen, dass das Team kämpfte, biss und sich den Arsch aufriss – eben alles für den Klassenerhalt tat.

Von Marius Böttcher

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