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Zuvor bei Tennis Borussia Berlin

Markus Zschiesche wird neuer Trainer des Regionalligisten SV Babelsberg 03

Gibt künftig beim SVB an der Seitenlinie den Ton an: Markus Zschiesche.

Gibt künftig beim SVB an der Seitenlinie den Ton an: Markus Zschiesche.

Potsdam. Vier Tage nach dem Ende der Fußball-Regionalligasaison hat der SV Babelsberg 03 die wichtigste Personalie für die kommende Spielzeit bekanntgegeben: Markus Zschiesche wird der neue Trainer bei den Filmstädtern, er unterschrieb einen Vertrag bis Sommer 2024, wie der Verein am Donnerstag mitteilte. „Der SV Babelsberg 03 ist ein spannender Traditionsverein mit viel Potenzial und einer hochinteressanten Perspektive“, sagte der 40-Jährige. Er lobte zudem die „hervorragenden strukturellen Voraussetzungen“. Assistent an der Seite des gebürtigen Berliners wird Ronny Ermel – beide arbeiten schon seit Jahren zusammen. „Ich freue mich sehr, dass wir mit Markus Zschiesche einen Trainer verpflichten konnten, der regional verwurzelt ist, die Fußballlehrer-Lizenz besitzt und die Regionalliga des NOFV sehr gut kennt“, sagte Björn Laars. Der Vorstandsvorsitzende des SVB war in den vergangenen Wochen auch Interimstrainer, nachdem sich der Klub von Chefcoach Jörg Buder getrennt hatte.

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Plätze 1 bis 5 im Visier

Zschiesche war als Cheftrainer bereits für den Berliner AK 07, Bonner SC sowie zuletzt Tennis Borussia Berlin aktiv. TeBe hatte er nach dem Regionalliga-Aufstieg 2020 übernommen und landete mit den Lila-Weißen dieses Jahr auf Tabellenplatz zehn – punktgleich mit Babelsberg und dank der etwas besseren Tordifferenz sogar einen Rang vor seinem neuen Arbeitgeber. Vor einigen Wochen schon hatten Zschiesche und A-Lizenz-Inhaber Ermel ihren freiwilligen Abgang von Tennis Borussia verkündet. Der „nächste Schritt“ in der Karriere sollte her.

Markus Zschiesche (r.) und Rony Ermel bilden das neue Trainergespann beim SVB.

Markus Zschiesche (r.) und Rony Ermel bilden das neue Trainergespann beim SVB.

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Diesen macht das Gespann also wenige Kilometer weiter südwestlich in Potsdam, wo Fans und Vereinsführung von einer Rückkehr in die 3. Liga träumen. Mit seiner Fußballlehrer-Lizenz wäre Zschiesche zumindest formell schon für den Sprung nach oben gewappnet. „In den nächsten zwei Spielzeiten soll die Mannschaft so weiterentwickelt werden, dass sie um die Plätze 1 bis 5 der Regionalliga Nordost mitspielen kann“, sagte Laars. Zschiesche hatte auch schon Nachwuchs-Bundesligateams von Energie Cottbus gecoacht, weiß also, wie man junge Spieler voranbringt, was für Nulldrei auch ein wichtiger Faktor ist. Der neue Trainer betonte: „Wir sind heiß auf die kommende Spielzeit und werden uns nun, um diese so erfolgreich wie möglich zu gestalten, im nächsten Schritt intensiv mit der Kaderplanung und der Saisonvorbereitung auseinandersetzen.“ Erfahrene Akteure wie Stürmer Daniel Frahn und Verteidiger Marcus Hoffmann hatten zuletzt bereits ihre Verträge ebenso verlängert wie die weiteren Leistungsträger Janne Sietan, Marcel Rausch und Mateo Kastrati.

Parallelen zwischen TeBe und SVB

Beim Kiezklub beginnt damit ein weiterer Versuch, mal wieder für Kontinuität auf der Trainerposition zu sorgen. Die gab es einst zum Beispiel mit Dietmar Demuth (2007 bis 2012) und Cem Efe (2013 bis 2017). Nach Efe stand auch noch Vereinsikone Almedin Civa für Beständigkeit, prägte er doch als Spieler, sportlicher Leiter und eben auch Coach die Nulldreier wie kaum ein anderer.

Doch seit Civas Weggang 2019, herrscht beim SVB eine Trainer-Fluktuation, was auch die sportliche Entwicklung hemmte. Für Marco Vorbeck war nach nur einem Sieg aus 15 Regionalligaspielen alsbald Schluss. Grund für die damals ausgesprochene fristlose Kündigung waren aber nicht die Ergebnisse – stattdessen warf ihm die Vereinsführung sexistisches und anzügliches Verhalten vor. Erst einige Monate später wurde vor dem Arbeitsgericht im wiederholten Anlauf ein Vergleich zwischen beiden Streitparteien geschlossen, sodass der Fall ad acta gelegt werden konnte. Mit Predrag Uzelac holperte es danach auf fußballerischer sowie persönlicher Ebene. Buder brachte dann zwar zunächst viel Schwung, aber auch aufgrund von Verletzungs- und Krankheitsproblemen im Team sank die Kurve wieder ab, ehe letztlich unterschiedliche Vorstellungen in der Trainingsgestaltung zur Trennung führten.

Markus Zschiesche lebt Fußball und brachte mit seiner Art auch Tennis Borussia Berlin gut auf Kurs.

Markus Zschiesche lebt Fußball und brachte mit seiner Art auch Tennis Borussia Berlin gut auf Kurs.

Nun soll es mit Markus Zschiesche passen. Im Fanlager dürfte man ihm aufgrund seiner TeBe-Vergangenheit offen gegenüber sein. Tennis Borussia steht wie der SVB für eine linkspolitische Einstellung, kämpft um Fairness, Toleranz, Respekt. Am Donnerstag wurde der Berliner Verein sogar vom Zentralrat der Juden mit dem Paul-Spiegel-Preis für sein „lange währendes, außergewöhnlich großes Engagement gegen Homophobie, Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus“ ausgezeichnet. Auch sonst spürt Zschiesche eine gute Gemeinsamkeit: „Bei meinen bisherigen Gastspielen im Karl-Liebknecht-Stadion habe ich, ganz ähnlich wie bei TeBe, schon immer einen starken Zusammenhalt zwischen der Mannschaft und den Fans gespürt, welcher für eine ganz besondere Atmosphäre gesorgt hat.“

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Von Tobias Gutsche

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