Bowling-Bundesliga

Nach elf Jahren: TSV Chemie Premnitz ist Deutscher Meister der Bowling-Bundesliga

So sehen Sieger aus: Das Team um Tobias Gäbler (v.l.), Paul Purps, Lars Tangermann, Dennis Grünheid, Frank Drevenstädt und Max Lorenz ist Deutscher Meister.

So sehen Sieger aus: Das Team um Tobias Gäbler (v.l.), Paul Purps, Lars Tangermann, Dennis Grünheid, Frank Drevenstädt und Max Lorenz ist Deutscher Meister.

Premnitz. Neun Punkte hätten ausgereicht, doch wenn es läuft, dann läuft es eben – und bei den Bowlern des TSV Chemie Premnitz lief am vergangenen Sonnabend wirklich alles nach Plan. Eine „positive Anspannung“ liegt in der Luft, wie es Tobias Gäbler einen Tag nach dem Turnier beschreibt, Lars Tangermann schnappt sich seine Kugel, räumt alle Pins ab, ein Strike – Chemie Premnitz ist Deutscher Meister! Es ist geschafft.

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Vierte Meisterschaft für Chemie

Die Konzentration für die verbleibenden Spiele war natürlich dahin, die Freude über den errungenen Sieg überwog. Nach elf Jahren und vielen zweiten Plätzen hat es der TSV um Tobias Gäbler, Paul Purps, Max Lorenz, Dennis Gründheid, Frank Drevenstedt, Lars Tangermann und Andreas Gripp geschafft und sich die deutsche Clubmeisterschaft gesichert. Insgesamt ist es die vierte Meisterschaft für die Bowler von Chemie Premnitz.

Das Siegerbier hatten sich die Bowler von Chemie Premnitz redlich verdient.

Das Siegerbier hatten sich die Bowler von Chemie Premnitz redlich verdient.

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„Wir haben dann noch die Einzelspiele zu Ende gebracht, haben uns aber die Mannschaftspartie gespart“, sagt Trainer Tobias Gäbler. Zu groß war der Vorsprung schon auf den Finalgegner aus München, so dass man nicht mehr alle Spiele bis zum Ende absolvieren musste. „Das war vernünftig, schließlich haben wir ja auch alle noch eine lange Rückreise vor uns gehabt“, fasst es Gäbler einen Tag später ganz pragmatisch zusammen.

Lorenz gewinnt EM mit deutscher Nationalmannschaft

Nicht zum ersten Mal vertrat er Peter Lorenz als Trainer, der an diesem Wochenende mit der deutschen Nationalmannschaft der Damen in Dänemark die Europameisterschaft feiern konnte – wieder ein Titel mit Premnitzer Beteiligung. Statt Jeder-gegen-Jeden an sechs verschiedenen Orten, ging es in dieser Saison in der Bowling-Bundesliga in Hin- und Rückspielen um Punkte. Als Tabellenzweiter der Nord-Staffel hinter dem BSV 2000 Oldenburg, hatte sich der TSV für den Finalspieltag in Ludwigshafen qualifiziert und traf im Halbfinale auf den langjährigen Rivalen aus Kassel.

„Für mich war Kassel der Favorit und vor dem Match habe ich mir noch gedacht: ’Auf die würde ich lieber erst im Finale treffen’“, sagt Tobias Gäbler, der deshalb schon vor dem Turnier die Marschroute vorgegeben hatte: „Wir müssen von Anfang an konzentriert sein und ab dem ersten Wurf das Messer zwischen den Zähnen haben.“ Und genau das tat sein Team dann auch, lag gegen Kassel schnell in Führung uns ließ sich diese dann auch nicht mehr nehmen. „Unser Plan ist vollends aufgegangen und wir haben das Spiel frühzeitig für uns entschieden“, sagt Gäbler. So sparte sein Team wichtige Körner für das Finale gegen München, die wiederum gegen Oldenburg nur knapp gewinnen konnten und so im Finale etwas erschöpft wirkten.

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„Ich habe es den Jungs aber schon beim Frühstück im Hotel angesehen, dass da heute etwas Besonderes in der Luft liegt, sie waren unglaublich fokussiert. Man hat gemerkt, sie sind nicht bis nach Ludwigshafen gefahren, um einfach ein paar Spiele zu absolvieren, sondern um diese auch zu gewinnen. Nach ein paar Jahren als Trainer spürt man sowas“, beschreibt Tobias Gäbler.

Anspruch unter den Top vier zu sein

Peter Lorenz hielt man in Dänemark natürlich immer auf dem Laufenden, nach dem entscheidenden Wurf von Lars Tangermann schnell einen Videoanruf getätigt und die Botschaft vom Titelgewinn übermittelt. Nach vielen zweiten Plätzen ist der Triumph jetzt umso wichtiger, zumal man sich schon „zu den Top vier“ in Deutschland zähle. „Ohne überheblich sein zu wollen, aber wären wir nicht unter die besten drei Mannschaften gekommen, wäre es ein enttäuschendes Wochenende gewesen. So ist es jetzt natürlich alles andere als enttäuschend“, sagt Tobias Gäbler mit einem Lachen.

Wie Sport fernab der ganz großen Kohle aussieht, zeigen auch die Feierlichkeiten der Bowler. Nach dem entscheidenden Wurf von Lars Tangermann gab es „ein schnelles Bierchen“, als die Turnierleitung die Partie auswertete, gab es noch ein zweites Siegerbier – und dann ging es mit dem VW Bus und Tobias Gäbler als Fahrer nach Hause. Kein Champagnerregen und Konfettijubel, dafür eine ausgelassne Stimmung im Bus. „Wir haben fast alle Familie daheim, die uns Hobby irgendwo mittragen, da will man es nicht übertreiben und fährt rechtzeitig wieder nach Hause“, sagt Gäbler. Um drei Uhr nachts waren die Bowling-Cracks des TSV dann wieder in der Heimat.

Gefeiert werden soll der Sieg und die Leistung aber schon nochmal, auch in größerer Runde, mit Sponsoren, Fans und Mitgliedern des TSV Chemie – und dann ist sicherlich auch mehr drin, als nur ein ein schnelles Siegerbier.

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Von Marcel Ehrig

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