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Fußball-Landespokal

Bumerang, Wucher, Elfmetersieg: Optik Rathenow holpert ins Achtelfinale

Pflichtaufgabe erfüllt – wenn auch erst vom Elfmeterpunkt: Der FSV Optik steht im Achtelfinale des Fußball-Landespokals.

Pflichtaufgabe erfüllt – wenn auch erst vom Elfmeterpunkt: Der FSV Optik steht im Achtelfinale des Fußball-Landespokals.

Petershagen. "Nein, tatsächlich noch nie! Auch im Nachwuchsbereich nie." So beantwortete Optik-Rathenow-Torhüter Simeon Hawwary die Frage, ob er schon einmal ein Elfmeterschießen bestritten hat. Sein erstes dürfte er in guter Erinnerung behalten, sicherte er seiner Mannschaft mit zwei erfolgreichen Paraden doch das Erreichen des Achtelfinals. Mit 8:7 (1:1, 3:3, 3:3) setzte sich der havelländische Oberligist am Sonnabend beim Brandenburgliga-Vertreter SV Blau-Weiß Petershagen-Eggersdorf durch und erreichte so die nächste Runde im Fußball-Landespokal.

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Rathenow begann überlegen. Nach 14 Minuten war Shai Neal zu schnell für alle Bewacher und wurde erst im Strafraum gestoppt – aber regelwidrig. Den fälligen Strafstoß, den Jerome Leroy halbhoch schoss, parierte Jan Philipp Jaskolski. Und nicht nur das, sofort leitete der Torhüter den Gegenangriff ein, den Benjamin Sommer mit einem sehenswerten Schuss ins Dreiangel zum 1:0 abschloss. 40 Sekunden lagen zwischen beiden Torschüssen. Wie ein Bumerang. Immerhin berappelte sich der FSV recht schnell. Eine Flanke von Tarkan Ücüncü versenkte ausgerechnet Lukumbi Tshindaye, der kleinste Akteur auf dem Feld, per Kopf zum 1:1 (26.). Bis zur Halbzeitpause blieb vieles Stückwerk. Optik verstand es nicht, wie beim Ausgleich die große Breite des gepflegten Platzes clever auszunutzen.

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Ausgleich in der Nachspielzeit

Nach dem Seitenwechsel hatten Ivan Glushchenko und Tarkan Ücüncü zwei Hundertprozenter auf dem Schlappen, scheiterten aber jeweils an Jaskolski. Dazwischen lag ein Freistoß von Leroy, der um Zentimeter am Pfosten vorbeistrich. Mit einem Dreifachwechsel wollte Rathenows Trainer Ingo Kahlisch nach gut einer Stunde neue Impulse setzen. Das klappte prompt. Shpetim Xhaka bediente Vladislav Lukanov, der den Ball noch nicht einmal voll erwischte, doch das Spielgerät kullerte noch über die Linie (66.). Dann die wohl kurioseste Szene. David Ulm wollte von der linken Seite flanken, zur Freude der Heimfans unter den 124 Zuschauern landete der missglückte Versuch unhaltbar im äußersten Eck (70.). Nun waren es aber die Gäste, die sofort zurückschlugen. Nach einem Strafraumgewühl reagierte Xhaka am schnellsten und schoss zum 3:2 für Optik ein (73.). Kahlisch wirkte recht verdutzt, als sein Neuzugang zur Seitenlinie sprintete und den Trainer herzte.

Jetzt waren die Doppeldörfler stehend k.o., Optik hatte viel Platz, schluderte aber sehr bei der Chancenverwertung. Negativer Höhepunkt war die Nachspielzeit, als ein Drei-gegen-Eins-Überzahlkonter verdaddelt wurde. Stattdessen der Ausgleich: Martin Kohlmann nahm einen abgewehrten Ball direkt und besorgte so die Verlängerung. Wieder ein Bumerang. In der Verlängerung hatten die Gäste wieder gute Gelegenheiten, darunter ein Lattentreffer von Neal. Allerdings musste Marc Langner auch eine gefährliche Aktion der Blau-Weißen kurz vor der Linie klären.

Kahlisch: „Zu viele Fehler“

So kam es also zur Entscheidung vom Punkt. Trotz eindringlicher Warnung des Trainers schoss zunächst Neal wieder fast aus dem Stand halbhoch und scheiterte damit, doch Hawwary verhinderte bei Petershagen-Eggersdorfs drittem Versuch mit einer artistischen Fußabwehr den Einschlag. Und auch beim sechsten Schützen des Brandenburgligisten, Martin Wenzeck, war Hawwary mit einer Klasseparade auf dem Posten und der anschließende Siegesjubel entsprechend groß.

Kahlisch brauchte etwas Abstand nach der Partie. Unzufrieden sei er gewesen, erklärte der Optik-Coach. „Das waren heute zu viele einfache Fehler. Trotz Chancen für zwei, drei Spiele hatten wir keinen klaren Zug zum Tor. Die Zugabe nach der regulären Spielzeit war absolut unnötig“, haderte er. „Wir sind eine Runde weiter, das ist Fakt und darüber dürfen sich auch alle freuen. Aber ab Montag müssen wir uns konzentrieren, es ist noch viel zu tun.“

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FSV Optik Rathenow: Hawwary – Rezouani, Kouendjin Bankoue, Oba-Elle, Tobola – Langner, Leroy (64. Xhaka) – Neal, Tshindaye (106. Gündogdu), Ücüncü (64. Lukanov) – Glushchenko (64. Härtel).

Von Detlev Nießner

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