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Fußballkreis Prignitz/Ruppin

„Das Herzstück fehlt“: Nächster Rückzug im Fußballkreis Prignitz/Ruppin

Kai Schirmer war einer, der sich für den Langener SV bis zum bitteren Ende quälte. Der Torhüter, der zum Teil sogar als Feldspieler alles gab, schloss sich in diesem Transfersommer aber dem SV Union Neuruppin an.

Kai Schirmer war einer, der sich für den Langener SV bis zum bitteren Ende quälte. Der Torhüter, der zum Teil sogar als Feldspieler alles gab, schloss sich in diesem Transfersommer aber dem SV Union Neuruppin an.

Langen. Das Jahr 2019 ging in die Geschichtsbücher des Langener SV ein. Am 16. Juni sicherten sich die Kicker von der Jahnsportstätte in einem Herzschlagfinale gegen Blau-Weiß Wusterhausen (2:1) die Kreismeisterschaft, nur zwölf Tage darauf, am 28. Juni, wurde auf dem Sportplatz des SV 90 Fehrbellin gegen eben jenen Lokalrivalen das Double perfekt gemacht. Mit 2:1 nach Verlängerung besiegte die Elf vom damaligen Trainer Silvano Fiore die Rhinstädter und erhob sich damit selbst in den siebten Himmel.

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Vor drei Jahren eine „Top-Mannschaft“ besessen

Drei Jahre später haben sich jedoch dunkle Wolken über die Jahnsportstätte gelegt. Nach zwei Saisonabbrüchen in der Landesklasse West und einer zuletzt sportlich sehr schwachen Rückserie, musste der LSV als Tabellenletzter den Gang zurück Richtung Kreisebene antreten. Trainer David Braun, der im letzten Sommer noch Euphorie entfachte, warf bereits während der Saison das Handtuch, ein Großteil des Kaders zog es ebenfalls zu neuen Vereinen. Den entstandenen Scherbenhaufen konnten die Verantwortlichen um Vereinschef Andreas Bernhardt und Frank Wagner, der die erste Mannschaft im neuen Jahrtausend zwölf Jahre coachte und auch danach immer mit Rat und Tat zur Seite stand, nicht mehr zusammenflicken.

Die Folge: Der Club aus dem Fehrbelliner Ortsteil zog die Reißleine – statt in der Kreisliga Ost, in der man sich zunächst eingliedern ließ, einen Neuaufbau zu wagen, wird gar keine LSV-Mannschaft in den Spielbetrieb geschickt. Dies bestätigten Vereinsverantwortliche auf MAZ-Nachfrage, der Fußballkreis sollte Anfang der Woche in Kenntnis gesetzt werden. „Wir haben alles versucht, bekommen aber kein spielfähiges Team zusammen“, sagt Andreas Bernhardt. Vor drei Jahren habe man eine „Top-Mannschaft“ besessen – Nico Wagner, Philipp Zander, Marius Bachmann oder die Hug-Brüder Daniel und Konstantin seien nur ein paar Namen, die dem Vereinschef auf Anhieb einfallen. „Silvano nahm drei Spieler mit nach Neustadt, mit Daniel Schrumpf als Trainer haben wir es dann versucht, die Landesklasse aufrechtzuerhalten.“

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Tatsächlich überlebte das Team sportlich auf Landesebene, profitierte dabei aber auch von den Saisonabbrüchen durch die Corona-Pandemie. „Die vielen Abgänge durch Corona waren der erste schwere Schlag. David Braun brachte noch einmal Schwung rein, neue Gesichter konnten gewonnen werden, bis zur letzten Winterpause war alles gut. In der Rückrunde lief aber nichts mehr zusammen“, sagt Frank Wagner, der „pure Enttäuschung“ verspürt: „Wir haben schwierige Phasen überwunden – diese jetzt aber leider nicht.“ Die Hochphase von 2019, sie währte also nicht lange, den nun drastischen und letztlich unabdingbaren Schritt, die nicht mehr vorhandene Mannschaft aus dem Spielbetrieb zu ziehen, hatte Andreas Bernhardt kommen sehen: „Das war ein schleichender Prozess, die Struktur stimmte nicht. Der Kader war zu alt, das konnte nicht gut gehen, es wurde verpasst, die Mannschaft zu verjüngen.“

Das Vereinsleben soll im Fehrbelliner Ortsteil sehr wohl weitergeführt werden, das Landsportfest vor zwei Wochen zeigte, dass Leben an der Jahnsportstätte herrscht. „Das Herzstück fehlt, hier war alle 14 Tage zum Heimspiel was los“, trauert Andreas Bernhardt, „wir werden künftig eben oft Gastgeber sein, im Herbst, wenn viele Vereine ihre Plätze schonen wollen, unser Grün anbieten.“ Die Altherren-Spielgemeinschaft mit dem Herzberger SV bleibt weiter bestehen – so wie der Optimismus von Frank Wagner: „Wir wollen versuchen, irgendwann wieder eine eigenständige Truppe in den Spielbetrieb zu schicken. Vielleicht eine eigene Ü35-Mannschaft, im Idealfall ein Männerteam.“ Erstmal wird sich an der Jahnsportstätte aber neu sortiert.

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