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Fußball-Oberliga Nord

Dennis Paul beim RSV Eintracht 1949: Vollblutfußballer und Sprachrohr

Dennis Paul (am Ball) kehrte im Sommer zum RSV Eintracht 1949 zurück und stellte seinen Torriecher in der Vorbereitung bereits mehrfach unter Beweis.

Dennis Paul (am Ball) kehrte im Sommer zum RSV Eintracht 1949 zurück und stellte seinen Torriecher in der Vorbereitung bereits mehrfach unter Beweis.

Stahnsdorf. Wenn man mit Patrick Hinze und Dennis Paul spricht, merkt man schnell, dass beide auf einer Wellenlänge liegen. Das Verlieren gehört definitiv nicht zu ihren Stärken und sie ordnen dem Fußball eine Menge unter. Es verwundert daher nicht, dass Hinze sich als Trainer des Oberligisten RSV Eintracht 1949 sehr gefreut hat, dass er Paul als Spieler nach einem Jahr Abstinenz wieder in seinen Reihen begrüßen durfte. In der vergangenen Saison ging der 24-Jährige in der Landesliga Süd für die SG Großziethen auf Torejagd (23 Spiele, zehn Tore, acht Vorlagen). Nach fast zwei Jahren Pause, eine komplizierte Knöchelverletzung erforderte gleich zwei Operationen und brachte eine lange Leidenszeit mit sich, wollte sich Paul wieder in Form bringen – immer mit dem Ziel vor Augen, zu "seinem" RSV zurückzukehren und sich noch einmal höherklassig zu beweisen.

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„Ich war mit Patrick Hinze immer im Austausch und wollte hier unbedingt Oberliga spielen“, bestätigt der in Berlin lebende Paul. Nach seinem Wechsel vom FC Viktoria 1889 Berlin zum Regionalen Sportverein spielte er bereits in der A-Jugend unter Hinze und kehrte nach einem Jahr beim damaligen Berlin-Ligisten Blau-Weiß 90 zur Saison 2017/18 zur Eintracht zurück. Nachdem der Angreifer mit 16 Toren in 19 Landesligaspielen 2018/19 großen Anteil am Aufstieg in die Brandenburgliga hatte, folgte die lange Leidenszeit.

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„Natürlich hatte ich Angst, nie wieder richtig Fußball spielen zu können. Mir konnte zwischenzeitlich kein Arzt helfen und es gab Tage, an denen ich einfach nur geheult habe“, gibt der als Polizist („Ich habe extra meine Dienststelle gewechselt, um Trainings- und Spielbetrieb beim RSV so gut wie möglich absichern zu können.“) tätige Paul zu und ist umso glücklicher, jetzt wieder seine große Leidenschaft ausleben zu können.

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„Es hat sich wie nach Hause kommen angefühlt“, sagt er mit Blick auf seine Rückkehr an die Heinrich-Zille-Straße, wo er auf alte Weggefährten wie Julian Rauch, Chris-David Ring, Lennart Buchholz, Dominik Kruska, Felix Kausch oder Tim Schönfuß traf – und natürlich Patrick Hinze. „Er ist für mich der beste Coach, unter dem ich bislang gearbeitet habe“, sagt Paul. „Er ist ein Vollbluttrainer, der dem Fußball viel unterordnet und jeden Spieler weiterentwickeln kann. Die Tatsache, dass in der Oberliga noch immer viele Spieler in der Stammelf stehen, die hier schon in der Landesliga gespielt haben, beweist das.“

1:2-Niederlage bei Tasmania

Paul selbst zählte in der Sommervorbereitung („Ich hätte selbst nicht gedacht, dass ich mich so schnell wieder an das höhere Niveau gewöhnen würde und habe natürlich den Anspruch, in der Startelf zu stehen.“) zu den treffsichersten RSV-Kickern und weiß vor allem durch einen starken Abschluss, Ruhe am Ball und eine gute Übersicht zu überzeugen. „Als er damals im Nachwuchs zu uns kam und vorne mit Julian Rauch und Levi Böttcher Tore wie am Fließband erzielt hat, hat man direkt gesehen, dass er richtig gut ausgebildet ist“, erinnert sich Hinze. „Er ist ein sehr emotionaler Junge, der sich über jedes verlorene Trainingsspiel und jede vergebene Chancen richtig ärgert. Er brennt für den Fußball, ist auf und neben dem Platz ganz wichtig für die Mannschaft und für mich ein Sprachrohr ins Team, weil seine Einstellung vorbildlich ist. Es war für mich klar, dass wir ihn wieder zurückholen, wenn seine Gesundheit mitspielt. Dass es jetzt so schnell geklappt hat, freut mich riesig.“

Weniger erfreut waren der 36-Jährige und seine Schützlinge über den Ausgang des Saisonauftakts, der bei Tasmania Berlin mit 1:2 verloren ging. "Die Mannschaft hat in dieser Woche mit einer gewissen Portion Frust aber richtig gut trainiert und will zeigen, dass gerade die erste Halbzeit gegen Tasmania ein Ausrutscher war", sagt Hinze vor dem ersten Heimspiel der Saison, zu dem am Sonnabend ab 14 Uhr mit dem FSV Optik Rathenow der nächste Regionalliga-Absteiger auf dem Sportplatz an der Heinrich-Zille-Straße zu Gast ist.

Florian Matthäs und Benedikt Kahl fehlen

Bei den Westhavelländern um Trainerurgestein Ingo Kahlisch (66 Jahre alt und seit 1989 im Amt) gab es im Sommer einen sehr großen Umbruch und es wird sicherlich noch einige Wochen dauern, bis sich der Kader gefunden hat. Davon und von der 1:4-Niederlage der Rathenower gegen den SC Staaken vor einer Woche will man sich beim RSV, der auf Florian Matthäs (Knöchelverletzung) und Benedikt Kahl (Trainingsrückstand) verzichten muss, nicht blenden lassen und wähnt sich gut vorbereitet.

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„Wir wollen uns aber generell eher auf unser Spiel und unsere Stärken konzentrieren. Wenn uns das gelingt, wird es für jeden Gegner schwer, uns zu schlagen. Wir haben uns den Start anders vorgestellt und den Anspruch an uns selbst, in jedes Spiel zu gehen, um es zu gewinnen“, erklärt Dennis Paul – eine Aussage, die genauso auch von Patrick Hinze stammen könnte. Die beiden Fußballverrückten sind und bleiben eben auf einer Wellenlänge.

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