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1. Fußball-Kreisklasse B

Der Plan hinter der ungewöhnlichen Fusion zwischen Ragösen und Glienecke

Die SpG Ragösen/Glienecke/Wollin I, vormals SV Eiche Ragösen, tritt in der 1. Kreisklasse B an.

Die SpG Ragösen/Glienecke/Wollin I, vormals SV Eiche Ragösen, tritt in der 1. Kreisklasse B an.

Ragösen/Wollin/Glienecke. Es ist sicherlich keine Übertreibung, zu sagen, dass Robert Wernicke den SV Eiche Ragösen aus dem Effeff kennt. Der 35-Jährige hat den 80 Mitglieder starken Fußballverein 2005 mitgegründet, er steht ihm unverändert vor – und ab und an, wenn eben Not am Mann ist, schnürt Wernicke die Töppen auch noch selbst. Wie viele andere Fußballvereine in der Fläche plagen auch den SV Eiche Ragösen personelle Probleme.

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„Gleichbleibend schlecht“, antwortet Wernicke etwa auf die Frage, wie sich die Mitgliederzahlen in den vergangenen Jahren entwickelt hätten. „Wir leben vom Engagement unserer Mitglieder, aber das Ehrenamt scheint zunehmend unattraktiv. Es fällt schwer, Menschen für das aktive Vereinsleben zu begeistern.“Doch zumindest für die erste Mannschaft haben die Ragösener nun eine Idee entwickelt, um die Personalsituation in den Griff zu kriegen: Der Verein hat sich mit der bereits bestehenden Gemeinschaft Wollin/Glienecke auf eine neue Spielgemeinschaft geeinigt, die den Namen SpG Ragösen/Wollin/Glienecke trägt. Aber, und das ist Wernicke wichtig: „Wir verstehen das Ganze eher als Vereinskooperation.“

Wernicke: „Bei Bedarf vielleicht mal gegenseitig aushelfen“

Die Kooperation sieht so aus, dass die beiden Vereine im Trainingsbetrieb zusammenarbeiten und beide Sportanlagen nutzen werden. Im Spielbetrieb aber gehen beide Parteien weiterhin getrennte Wege. Heißt konkret: Der SV Eiche Ragösen spielt als SpG Ragösen/Wollin/Glienecke I in der 1. Kreisklasse B, während Wollin/Glienecke als SpG Ragösen/Wollin/Glienecke II in der 2. Kreisklasse B antritt. "Wir werden zwar einen gemeinsamen Kaderpool haben und können uns bei Bedarf vielleicht mal gegenseitig aushelfen, aber der Stamm der SpG I wird weiterhin nur aus Ragösener Spielern gebildet", erklärt Wernicke.

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Die Frage, warum es die Fusion dann überhaupt braucht, hat er schon ein paar Mal gestellt bekommen. „Das Problem war, dass wir zu kämpfen hatten, um im Training auf eine vernünftige Anzahl an Spielern zu kommen“, antwortet der Ragösener Vorsitzende. „Urlaub, Verletzungen, Schichtarbeit – wir waren wenig Leute im Training, hatten wenig Möglichkeiten, vernünftige Übungen zu machen.“ Und weil in der Nachbarschaft dieselben Nöte vorherrschten, habe man sich eben zur Zusammenarbeit entschlossen. „Jetzt können wir das Training für alle kreativer und attraktiver gestalten. Zudem haben wir durch die Kooperation derzeit drei Übungsleiter – das ist auch eine super Voraussetzung zur Trainingsgestaltung!“

„Wir wollen Synergien heben, wo es Sinn ergibt“

Die Rahmenbedingungen dürften sich ebenfalls verbessern, schließlich sollen die Plätze im Wechsel genutzt werden. In den kalten Monaten soll die Spielgemeinschaft in Wollin trainieren, da sei die Flutlichtanlage auch besser, meint Wernicke. „Wir wollen Synergien heben, wo es Sinn ergibt und im Bedarfsfall gegenseitig unterstützen.“

Das alte Logo bleibt übrigens unangetastet – die SpG I läuft mit Ragösener Wappen und ihren bisherigen Trikots auf, die SpG II unter Federführung von Wollin/Glienecke – nur der Name, der in den Tabellen und Spielplänen angezeigt wird, ist nun ein anderer.Wernicke lobt die reibungsfreie Kommunikation zwischen beiden Parteien. „Wir kennen uns schon lange, haben uns an einen Tisch gesetzt und gesagt, dass wir uns gegenseitig helfen wollen.“

„Die ,alten Hasen’ treten jetzt kürzer“

Die Gespräche unter den Vorständen und mit Gido Philippheit, dem Sportlichen Leiter von Wollin/Glienecke, seien jedenfalls gut verlaufen, auch wenn es auf beiden Seiten ein, zwei Bedenken gegeben habe.Die dürften auch im sportlichen Bereich bestehen, denn die Vorbereitungsspiele der Ragösener liefen bislang nicht gerade berauschend. „Wir haben elf Spieler unter 23 Jahren in der Mannschaft, dazu einige junge Spieler aus der Umgebung hinzubekommen“, erklärt Wernicke. „Die ,alten Hasen’ treten jetzt kürzer.“

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Letzteres ist mit ein Grund, warum die Ragösener freiwillig eine Klasse tiefer starten werden. In der vergangenen Spielzeit schloss die Mannschaft als SV Eiche Ragösen auf Mittelfeldplatz neun ab (30 Spiele, 40 Punkte, 65:76 Tore). Mit dem Abstiegskampf hatte die Elf nichts zu tun. In der neuen Runde startet das Team als SpG Ragösen/Wollin/Glienecke I trotzdem in der 1. Kreisklasse B. „So können die jungen Spieler besser reinfinden“, meint Wernicke, der in der Tabelle gerne „oben mitspielen“ will.

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