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Fußball in Oberhavel

Eine Stadt, ein Platz: Ciao-Brüder kicken in Glienicke aber für zwei Vereine

Rot-Weiß gegen Schwarz-Gelb: Antonio Ciao (l.) läuft im Trikot des SV Glienicke auf, Bruder Riccardo spielt dagegen für Fortuna Glienicke.

Rot-Weiß gegen Schwarz-Gelb: Antonio Ciao (l.) läuft im Trikot des SV Glienicke auf, Bruder Riccardo spielt dagegen für Fortuna Glienicke.

Glienicke. Rot-Weiß und Schwarz-Gelb. Diese beiden Farbkombinationen fallen einem sofort beim Betreten des Sportplatzes Bieselheide in Glienicke auf. Es sind die traditionellen Farben der beiden Vereine, die hier an der Schönfließer Straße auf dem Kunstrasenplatz ihre Heimspielstätten haben – der Sportverein Glienicke und der Brandenburger Sport Club Fortuna Glienicke.

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Die beiden Clubs sind auch die sportliche Heimat der Gebrüder Ciao. Während Riccardo seit mittlerweile sechs Jahren für Fortuna kickt und inzwischen sogar in der Landesliga spielt, läuft Bruder Antonio seit der laufenden Spielzeit für den Stadtkonkurrenten auf – der aber drei Ligen tiefer in der Kreisliga des Fußballkreises Oberhavel/Barnim auf Punktejagd geht. „Unsere gemeinsame Zeit ist noch nicht gekommen, dass wir zusammen in einer Mannschaft spielen. Und auch einen Verein gibt es noch nicht“, sagt Fortuna-Kicker Riccardo, während sein Bruder ergänzt: „Das kommt schon noch in der Zukunft. Als Familie ist man sowieso immer zusammen. Nun hat mein Bruder aber die große Aufgabe, mit Fortuna den Aufstieg zu schaffen.“

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Denn der erst seit 2011 existierende BSC Fortuna legte einen steilen Aufstieg hin, kletterte die Ligen nur so hoch und landete nach der Spielzeit 2018/19 in der 7. Liga. Dort wurde die Mannschaft von Fortuna-Coach Sascha Flemming in den vergangenen Jahren stets Vize-Meister. „Wir gucken von Spiel zu Spiel und schauen, was rauskommt“, sagt Riccardo Ciao, der sich in den schwarz-gelben Farben wohlfühlt. „Ich habe bei Fortuna viele Freunde und genieße die Zeit hier sehr.“

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Dadurch, dass beide Vereine in der Bieselheide aber unterschiedliche Trainings- und Spielzeiten haben, laufen sich die Ciao-Brüder nur selten auf der Glienicker Sportanlage über den Weg. Während Fortuna am Montag und Mittwoch trainiert sowie am Sonnabend die Spiele austrägt, trainiert das SV-Team am Dienstag und Donnerstag. Die Partien finden zumeist am Sonntag statt. „Das passt aber ganz gut, so kann ich mir die Spiele von meinem Bruder dann auch angucken in der Bieselheide. Aber im Fortuna-Dress“, sagt Riccardo Ciao, der seinem Bruder zum Wechsel Richtung SV Glienicke geraten hatte.

Gemeinsame Zeit von Antonio Ciao und SV-Coach Carsten Capelle in Borsigwalde

Bis zuletzt spielte Mittelfeldmann Antonio Ciao noch beim Berliner Landesligisten VfB Hermsdorf, wollte aber mehr Spielzeit bekommen als zuletzt. Da boten sich der Wechsel und die Chance in Glienicke an. "Ich kenne 'Cappa' (SVG-Trainer Carsten Capelle; Anm. d. Red.) seit unserer gemeinsamen Zeit in Borsigwalde und er hatte sich bei mir gemeldet", so Antonio Ciao. Dieser fühlt sich mittlerweile bei seinem Club mehr als heimisch und hat mit der Mannschaft ambitionierte Ziele. "Wir wollen den Aufstieg packen", so der Linksfuß. Nach dem verpatzten Saisonstart und der 0:3-Auftaktniederlage gegen Union Klosterfelde II gewann der SV Glienicke zuletzt mit 3:0 gegen Grün-Weiß Bärenklau, ist derzeit Tabellensiebter. "Natürlich gibt es auch Rivalität zwischen beiden Vereinen", sagt Antonio Ciao.

Zumal sich in der West-Staffel der Kreisliga auch die zweite Mannschaft von Fortuna Glienicke wiederfindet. Dort kommt es somit immerhin zu zwei Stadtderbys in dieser Saison. „Ich würde natürlich auch gerne mal gegen meinen Bruder spielen. Aber das funktioniert weder in der Liga noch im Pokal“, weiß Riccardo Ciao, der mit seiner Mannschaft hingegen einen glänzenden Saisonstart hinlegte und die ersten beiden Saisonspiele gewann. Dem 2:1-Auftaktsieg gegen Chemie Premitz folgte ein 2:1-Erfolg gegen den VfB Trebbin. Derzeit steht Fortuna auf Tabellenplatz zwei – punktgleich mit Spitzenreiter Fortuna Babelsberg. Beide Teams wurden, neben der BSG Stahl Brandenburg, vor der Saison als Aufstiegsfavoriten gehandelt. Zumindest aktuell erfüllt Fortuna diese Rolle.

Das freut auch Antonio Ciao: „Ich habe viele Freunde bei Fortuna. Logisch, dass man da mitfiebert. Ich gönne meinem Bruder den Erfolg.“ Beide Brüder laufen auch am Wochenende wieder für ihre Teams auf. Natürlich in unterschiedlichen Wettbewerben und auf verschiedenen Plätzen. Während Riccardo Ciao mit Fortuna im Landespokal spielt, kickt Antonio Ciao mit dem SV Glienicke im Kreispokal – jeder in seinem Trikot mit den entsprechenden Vereinsfarben, die man auch überall in der Bieselheide findet.

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