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Frauen-Bundesliga

Gentile-Verletzung überschattet Heimpleite von Turbine Potsdam

Turbines Amber Barrett (l.) im Laufduell mit der Duisburgerin Paula Flach.

Turbines Amber Barrett (l.) im Laufduell mit der Duisburgerin Paula Flach.

Potsdam. Aus dem Fanblock bekam Noemi Gentile aufmunternden Beifall, als sie nach dem Abpfiff, gestützt von zwei Mitspielerinnen und mit dick bandagiertem Knie, noch einmal den Rasen im Karl-Liebknecht-Stadion betrat. Kurz nach der Pause war die Kapitänin des Fußball-Bundesligisten 1. FFC Turbine Potsdam ohne Gegnereinwirkung mit dem rechten Bein so unglücklich aufgekommen, dass zu befürchten ist, ihr erstes Heimspiel im Turbine-Trikot könnte zumindest für einige Zeit ihr letztes gewesen sein. "Sie ist auf dem Weg ins Krankenhaus. Wir hoffen noch, dass es nicht so schlimm ist wie befürchtet. Aber das ist unglaublich bitter und tut uns natürlich weh", sagte Potsdams Trainer Sebastian Middeke nach dem Abpfiff.

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Betretene Mienen gab es im Lager der Brandenburgerinnen aber nicht nur wegen des Ausfalls der Spielführerin. Gegen den Aufsteiger MSV Duisburg gab es für die Turbinen am Sonntag vor 1285 Zuschauenden eine deutliche – und vielsagende – 0:3 (0:1)-Niederlage.

Sebastian Middeke: „Sind der Musik hinterhergelaufen“

Vielsagend deshalb, weil nach zwei Spielen und einem Punkt gegen vermeintlich auf Augenhöhe agierende Gegner, klar ist, dass es für die Potsdamerinnen nur um den Klassenerhalt gehen kann. Gegen Duisburg fehlten Middekes Elf Bindung und Abstimmung. „Wir sind wirklich schlecht reingekommen und der Musik am Anfang etwas hinterhergelaufen“, konstatierte der Trainer.

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Der Duisburger Führungstreffer war schon fast eine Slapstick-Einlage: Miray Cin schlug zunächst über die zu kurz geratene Kopfballabwehr von Jennifer Cramer, Amber Barrett wollte zu Hilfe eilen, sprang aber ebenso am Ball vorbei und Yvonne Zielinski, die auffälligste Duisburgerin, nagelte das Leder zum 1:0 ins Netz (11. Minute). Bei Cramer, die im Defensivzentrum die Abwehr organisieren sollte, zwickte kurz darauf der Oberschenkel, für die 29-Jährige ging es nicht weiter.

Wenn es in der Gästehälfte gefährlich wurde, war eigentlich immer Noemi Gentile beteiligt. Potsdams Sommer-Neuzugang – einer von 17 – sorgte mit ihrem Schuss aus 16 Metern knapp über die Latte in der 23. Minute für den ersten Turbine-Abschluss. Und als die Deutsch-Italienerin eine Eckenvariante mit Mai Kyokawa kurz ausspielte, lenkten die Fingerspitzen von MSV-Torfrau Ena Mahmutovic ihren Schlenzer noch über den Kasten (30.).

Im ersten Saisonspiel vor heimischer Kulisse lief bei Viktoria Schwalm (r.) und Co. wenig zusammen.

Im ersten Saisonspiel vor heimischer Kulisse lief bei Viktoria Schwalm (r.) und Co. wenig zusammen.

Das Spiel der Gäste wirkte insgesamt flüssiger, während bei den Potsdamerinnen vieles Stückwerk blieb. „Wir sind nach dem 0:1 zwar besser ins Spiel gekommen, aber das nötige Quäntchen Glück müssen wir uns auch erzwingen“, sagte Sebastian Middeke. „In der Pause haben wir uns vorgenommen, noch mal mehr Zug zu entwickeln, aber wurden gleich wieder kalt erwischt.“

Nach Gentiles Ausscheiden (Middeke: „Da steht die Zeit einen Moment still“) fehlte im Turbine-Spiel oftmals eine ordnende Kraft. Und prompt trafen die Gäste: Nach einer Ecke sprang der Ball von Kaitlyn Parcells Fuß ins lange Eck (52.). Zumindest ein Aufbäumen konnte man der Heimelf nicht absprechen, allein ein Tor wollte nicht fallen. Als die eingewechselte Pauline Deutsch nachsetzte und Mahmutovic den Ball fallen ließ, schoss Martyna Wiankowska direkte in die Arme der Keeperin (56.). Die Polin schlenzte, nach feinem Doppelpass mit Viktoria Schwalm, auch links vorbei (57.). Und nach einem Eckball fiel der verunglückte Kopfball einer Duisburgerin nur aufs Aluminium. Die machten in der 71. Minute alles klar: Mollie Rouse verlor den Ball im Zentrum, Cin lupfte ihn hinter die Kette und Zielinski schloss direkt ins lange Eck zum 3:0 ab.

Turbine Potsdam: Fischer – Barrett, Kuznezov, Cramer (22. Gerhardt), Jordan (77. Hahn) – Wiankowska (77. Grincenco), Gentile (48. Rouse), Plattner, Kyokawa (46. Deutsch) – Schwalm – Weidauer

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