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German Football League

Derbyzeit: Potsdam Royals wollen sich gegen Berlin Playoff-Heimrecht sichern

Enteilt: Quarterback Chris Helbig will im Derby das Heimrecht für die Royals in den Playoffs klar machen.

Enteilt: Quarterback Chris Helbig will im Derby das Heimrecht für die Royals in den Playoffs klar machen.

Potsdam. Während die Footballer der Potsdam Royals beim 50:34-Heimsieg gegen die Cologne Crocodiles ihren Punktestand langsam in die Höhe trieben, kletterte abseits des Spielfelds eine andere Zahl ebenfalls nach oben. Die Footballer versteigerten am vergangenen Spieltag einen Helm aus der Vorsaison, samt Unterschriften der Spieler. Ohne Autogramme kostet der Helm im Handel rund 500 Euro.

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Dass die Potsdamer Bock auf Football und die Royals haben, wurde dann aber nicht nur über die Stimmung auf der Tribüne deutlich, sondern auch bei der Bereitschaft, den Geldbeutel weit aufzumachen. Als die Mannschaft von Trainer Michael Vogt zum Ende des zweiten Quarters auf die 35 Punkte zustürmte, lag das Gebot schon bei 500 Euro – danach ging es Schlag auf Schlag.

Royals-Helm wird für 3000 Euro ersteigert

Zu Beginn des letzten Quarters lag das Gebot schon bei 1220 Euro, kurz danach wurde auf 1440 Euro erhöht. „Dass dabei am Ende aber 3000 Euro zusammenkommen, das hat von uns niemand erwartet, einfach Wahnsinn“, sagt Lutz Nichelmann aus dem Presseteam der Potsdam Royals. Legt man die Inflation und allgemeine Teuerungswelle noch obendrauf, scheinen 3000 Euro für einen Football-Helm, mal eben so bei einem Heimspiel, noch erstaunlicher – doch es geht im Sport ja auch oftmals um den emotionalen Wert. Am Ende sicherte sich ein Sponsor den Helm, möchte namentlich aber nicht genannt werden. Den Helm versteigerten die Erstliga-Footballer und Tabellenführer der GFL Nord-Staffel aber nicht etwa, weil sie mehr Platz in der Kabine brauchen, sondern weil sie mit Weitsicht planen.

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Nicht mehr weit ist es für die ungeschlagenen Royals erstmal bis zum Derby gegen die Berlin Adler, das am Sonnabend im Potsdamer Luftschiffhafen steigt. Kick Off ist um 16 Uhr. Und Präsident Jens-Torsten Müller gibt schon mal die Marschroute vor: „Wir wollen uns mit einem Sieg das Heimrecht bis zu einem möglichen Playoff-Halbfinale sichern“, sagt Müller.

Und da wären wir wieder beim Thema Weitsicht und dem Grund für die Versteigerung: Schaffen es die Royals gar bis ins Finale, könnte es teurer werden als bei der finanziellen Planung vor der Saison gedacht. Das Finale steigt in der Commerzbank Arena in Frankfurt und sollte ursprünglich am 2. Oktober stattfinden. Doch durch den Einzug der Eintracht in die Champions League, war dieser Termin mit dem Fußball-Spielplan nicht zu halten und wurde um eine Woche nach hinten verschoben.

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Für den Verein bedeutet das einen nicht unerheblichen finanziellen Mehraufwand. Denn die Spieler haben, wie in Sportarten mit Playoffs üblich, einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben – nun läuft die Runde wegen der Terminverschiebung länger, also werden die Footballer auch länger bezahlt. Ohnehin ist ein Finale mit Anreise, Übernachtung und Verpflegung für einen großen Footballkader nicht gerade günstig.

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Royals-Präsident Torsten Müller.

Royals-Präsident Torsten Müller.

Mit Team und Staff komme man auf rund 90 Leute, die dann nach Frankfurt reisen würden. Allein die Hotelkosten, schätzt Torsten Müller, beliefen sich auf 15 000 bis 20 000 Euro. „Gewinnt man den German Bowl, was einfach großartig wäre, gehört auch der Siegerring für jeden Spieler dazu“, sagt Müller. Kostenpunkt: Um die 10 000 Euro.

„Wir haben die Saison gut vorbereitet, das sieht man auch am sportlichen Erfolg“

Es ist aber nicht so, als würden die Potsdam Royals, nach sieben GFL-Spielen noch ungeschlagen, jetzt wie wild alte Trikots, Helme und Bälle versteigern, um sich ein eventuelles Finale leisten zu können. „Wir haben die Saison gut vorbereitet, das sieht man auch am sportlichen Erfolg“, sagt Torsten Müller. Doch der Verein ist ebenso von den Preissteigerungen betroffen, die auch jeder im Privatleben merkt. „Davon wurden natürlich auch wir überrascht, so dass 3000 Euro zusätzlich ganz gut tun. Es zeigt aber auch, wie sehr die Fans mitfiebern und bei der Sache sind.“ So sorgen Müller und die Verantwortlichen vor. Denn die Königlichen aus Potsdam haben gute Chancen, in das Endspiel des German Bowl einzuziehen.

Gewinnen die Royals am Sonnabend gegen die Berlin Adler und sichern sich das Heimrecht für die Playoffs, träfen sie im Viertelfinale im eigenen Stadion am Luftschiffhafen auf den Vierten der Südstaffel und gingen als haushoher Favorit ins Spiel. Im Halbfinale würde dann der Sieger aus dem Spiel des Zweitplatzierten aus dem Süden und dem Drittplatzierten aus der eigenen Staffel warten – zuletzt waren das die Crocodiles aus Köln, die man klar schlagen konnte und damit auf Rang vier schickte.

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Doch jetzt steht erstmal am Samstag das Derby gegen die Adler auf dem Programm. Die sind der „neue“ Tabellendritte und so wird für die Royals auch dieses Spiel ein Fingerzeig für die Finalspiele. Ob es am Samstag die nächste Versteigerung gibt? „Darüber haben wir uns noch gar nicht so viele Gedanken gemacht“, sagt Jens-Torsten Müller, „aber wir werden von den Fans häufig gefragt, ob wir nicht mehr versteigern könnten. Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, werden wir das sicher bald wieder machen.“

Von Marcel Ehrig

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