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Fußball-Landesklasse West

Gunnar Reblin über seinen Abschied, Weggefährten und die eigene Zukunft

Genoss den verdienten Applaus beim letzten Heimspiel: Gunnar Reblin (M.).

Genoss den verdienten Applaus beim letzten Heimspiel: Gunnar Reblin (M.).

Neuruppin. Sein ganzes Leben hatte Gunnar Reblin bisher dem Fußball verschrieben. Nun will der 43-Jährige mal Luft holen – nach großartigen Erfolgen und vielen tollen Momenten in den letzten Jahren. Am vergangenen Sonnabend wurde der Noch-Trainer des MSV Neuruppin II beim letzten Heimspiel gegen Grün-Weiß Golm (1:0) offiziell verabschiedet. Zur eigenen Überraschung stand der gebürtige Neuruppiner, der als Redakteur beim „Ruppiner Anzeiger“ der „Märkischen Oderzeitung“ arbeitet, sogar für ein paar Minuten auf dem grünen Rasen des Volksparkstadions. Anschließend nahm sich Reblin Zeit für die MAZ und sprach über...

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...die Emotionen beim letzten Heimspiel: "Das war überwältigend, im Nachgang konnte ich mich auch nur bei der Mannschaft und den Fans bedanken, die mir einen tollen Abschied ermöglicht haben – federführend war dort wohl mein ehemaliger Spezi Guido Grashoff. Dass ich kurz vor Schluss noch eingewechselt wurde, war ein Wunsch der Mannschaft, den ich gerne erfüllt habe. Vor ein paar Jahren habe ich den Jungs versprochen, dass wir einmal zusammen auf dem Platz stehen werden. Mit meinem ersten Kontakt habe ich gleich den Ball verloren, zum Glück mündete dieser aber nicht in einem Gegentor."

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...Guido Grashoff und Max Krane: "Da fange ich mit Guido an, bei dem ich damals als Co-Trainer bei den A-Junioren eingestiegen bin. Wir hatten uns schnell auf die Fahnen geschrieben, wieder eine zweite Männermannschaft aufzubauen, hatten tolle Momente und es passte zwischen uns immer sehr gut. Als er kürzertreten wollte, was ich sehr schade fand, war zum Glück schon Max an meiner Seite, denn das ganze Drumherum ist alleine überhaupt nicht zu stemmen. Ich kann final sagen, dass ich immer kongeniale Partner an meiner Seite hatte und es immer großen Spaß gemacht hat."

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...die Arbeit mit den "jungen Wilden": "Die hat mich von Anfang an begeistert, weil die Jungs enorm viel Potenzial mitbrachten und du als Trainer so viel rausholen und einstudieren konntest. In den Bereichen Athletik und Technik waren die Spieler alle sehr weit, wir wollten ihnen auch menschliche Aspekte mitgeben. Uns war wichtig, dass mit Fans und Gegnern respektvoll umgegangen wird und ich bin stolz darauf, dass wir das geschafft haben. Tollen Fußball haben wir sowieso gezeigt – und zwar in allen Ligen, in denen wir aktiv waren."

Bei seiner Einwechslung kurz vor dem Ende übernahm Gunnar Reblin (r.) sogar die Kapitänsbinde von Tim Kleeßen.

Bei seiner Einwechslung kurz vor dem Ende übernahm Gunnar Reblin (r.) sogar die Kapitänsbinde von Tim Kleeßen.

...den schönsten Moment in seiner Amtszeit: "Das ist schwer zu beantworten, da gab es viele. Ich habe zu meinen Jungs gesagt, dass die generelle Entwicklung eine Erfolgsgeschichte war, überhaupt die zweite Männermannschaft aus dem Boden gestampft zu haben, war schon toll. Der erste Aufstieg zum Beispiel, als wir gefühlt jedes Spiel zweistellig gewinnen konnten, war kein Husarenstück."

...den bittersten Moment als Trainer des MSV Neuruppin II: "Da bleiben zwei Sachen hängen. Einmal das Halbfinal-Aus im Kreispokal in Grabow dieses Jahr, als wir es nicht geschafft haben, uns für das Endspiel zu qualifizieren und das Triple zu holen. Und noch die Niederlage bei Stahl Wittstock zu Kreisoberliga-Zeiten. Diese unnötige Pleite war für mich der Knackpunkt, dass der Langener SV am Ende knapp die Nase vorn hatte. Wir sind erst ein Jahr später in die Landesklasse hoch."

Aus dem „Hamsterrad Fußball“ herauskommen

...das letzte Derby bei Union Neuruppin am Sonnabend: "Es ist schön, dass hinten heraus nochmal so ein Spiel wartet. Ein Derby ist immer etwas Besonderes, etwas Prickelndes, dort gibt es auch keinen klaren Favoriten. Schützenhilfe wollen wir den Unionern im Abstiegskampf nicht leisten, dort nicht Spalier stehen. Meine Jungs haben seit Jahren eine Gewinner-Mentalität und werden diese im Lokalduell sicher nicht ablegen."

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...seinen Nachfolger Ruslan Wiese: "Dazu kann ich nicht viel sagen, ich weiß nicht, was er vor hat. Ruslan war in den letzten Wochen immer wieder beim Training dabei und spricht mit den Jungs. Wir werden uns nach der Saison zusammensetzen und uns austauschen, auf alle Fälle hat er einen sehr tollen Grundstock, auf dem er aufbauen kann. Ich hoffe, dass er die Erfolgsgeschichte weiter schreibt."

...die Zeit danach: "Ich will die freie Zeit nutzen, um private Dinge anzuschieben. Einfach mal durchschnaufen, die letzten zwei Jahre, auch mit Corona, waren sehr intensiv. Hinter mir liegen nun etwa 15 Jahre als Trainer, angefangen als Co-Trainer beim MSV unter Frank Graff, der mich an die Hand nahm. Dann konnte ich beim Herzberger SV, wo ich einst selbst spielte, tolle Erfolge und zwei Aufstiege feiern. Bis ich dann nach Neuruppin zu den A-Junioren und Guido zurückkehrte, wo 2016 die Neugründung der zweiten Mannschaft, gespickt mit Eigengewächsen, anstand. Ich werde die Jungs nicht aus den Augen verlieren und das eine oder andere Spiel in der Region als Zuschauer genießen. Aber jetzt einmal aus dem Hamsterrad Fußball herauszukommen, darauf freue ich mich auch."

Von Marius Böttcher

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