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Abschied vom FC 98 Hennigsdorf

Toni Dietrich: „Vielleicht probiere ich es mal mit einem Triathlon“

TToni Dietrich (Mitte) wurde wie sein langjähriger Weggefährte Falko König (l.) vor dem letzten Saisonspiel im heimischen FFG-Sportpark von FC 98-Vereinschefin Ramon Hinz verabschiedet.

TToni Dietrich (Mitte) wurde wie sein langjähriger Weggefährte Falko König (l.) vor dem letzten Saisonspiel im heimischen FFG-Sportpark von FC 98-Vereinschefin Ramon Hinz verabschiedet.

Hennigsdorf. Mit dem 34. Spieltag in der Fußball-Landesliga Nord endete beim FC 98 Hennigsdorf am vergangenen Wochenende nicht nur die Saison, sondern gleichzeitig eine Ära. Denn für Offensivspieler Toni Dietrich war es das letzte Match als Fußballer. Der 34-Jährige hat seine Karriere verletzungsbedingt beendet. Zum Abschluss lief Dietrich noch einmal als Kapitän für die Stahlstädter auf. Am Ende siegte sein Team im Heimspiel mit 3:0 gegen Einheit Perleberg und schaffte so auch den sportlich perfekten Abgang. Nach der Partie sprach der gebürtige Hennigsdorfer mit der Märkischen Allgemeinen Zeitung.

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Warum hören Sie mit dem Fußballspielen auf, Herr Dietrich?

Toni Dietrich: Ich denke, die Zeit ist gekommen. Im Laufe der Serie ist in mir immer mehr der Gedanke gereift, dass am Ende der Saison 2021/22 Schluss ist. Sicherlich hatte auch etwas die Corona-Zeit in den vergangenen beiden Jahren mit den Pausen einen Anteil daran. Ich habe mich einfach leer gefühlt und kann den Aufwand nicht mehr betreiben. Zudem kam eine Knieverletzung dazu. Und da ich noch im hohen Alter Sport treiben will, habe ich die Entscheidung getroffen.

Abschied von zwei FC 98-Legenden: Falko König herzt Toni Dietrich.

Abschied von zwei FC 98-Legenden: Falko König herzt Toni Dietrich.

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Wann ist denn Ihr Entschluss gereift, mit dem Fußball aufzuhören?

Das war ein andauernder Prozess seit Februar diesen Jahres. Da bin ich einmal vom Training nach Hause gekommen und habe zu meiner Freundin gesagt: Schatz, es ist an der Zeit. Sie konnte es gar nicht glauben und meinte: Toni ohne Fußball ist nicht denkbar.

Aber so ist es scheinbar.

Ich musste mich an den Gedanken gewöhnen. Dann kam meine Knieverletzung dazu. Ebenso wusste ich ja, dass Falko König aufhört. Vor knapp fünf Wochen habe ich es dann der Mannschaft mitgeteilt.

Wie fiel die Reaktion Ihrer Teamkollegen aus?

Bei Falko war der Gedanke mit fast 40 Jahren schon bekannt. Bei mir haben viele gedacht, der Toni wird schon weiter machen. Als ich meine Entscheidung bekanntgegeben habe, waren einige schon überrascht und auch traurig. Mir wurde aber ein schöner Abschied bereitet.

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Stichwort Abschied: Wie war das letzte Match im FFG-Sportpark?

Ich habe versucht, trotz meiner Verletzung, noch ein paar Minuten zu spielen. Das war mein Wunsch, dass ich auf dem Spielfeld aufhöre. Da habe ich noch einmal alles in die Waagschale geworfen, weil ich diesen Verein liebe. Da bin ich auch froh, dass Einheit Perleberg noch zum Spiel angereist ist und nicht einfach abgesagt hat.

Wie hat sich der Abschied angefühlt?

Ich habe den Tag einfach aufgesagt. Da musste ich schon bei der Kabinenansprache aufpassen, dass die Emotionen nicht Überhand nehmen. Schon beim Warmmachen hatte ich eine Gänsehaut. Emotional war vor allem der Gang aus der Kabine zum Platz. Da wusste ich, dass es das letzte Mal als Spieler der ersten Mannschaft sein wird. Da musste ich mich sammeln. Ich durfte dann meinen neun Monate alten Sohn mit auf das Feld nehmen und es wurde ein bisschen feucht.

Und dann wurden Sie in der 23. Spielminute ausgewechselt.

Bis dahin hatte ich aber für Falko König schon ein Tor aufgelegt. Ich habe sowieso immer mehr als Vorbereiter geglänzt. Die 23 ist meine Rückennummer und wurde von einigen Sportgrößen getragen. Ich habe für den Verein immer mit Fleiß und Leidenschaft geglänzt. Es war ein würdiger Abgang. Für mich ging es darum, sich nicht zu verletzen, da ich diese Woche am Knie operiert werde.

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Toni Dietrich (l.) trug fast 23 Jahre das FC 98-Trikot.

Toni Dietrich (l.) trug fast 23 Jahre das FC 98-Trikot.

Welchen Stellenwert nimmt denn der FC 98 Hennigsdorf für Sie ein?

Ich habe fast 23 Jahre für den Verein seit der Gründung 1998 gespielt. Ich war nur in der Spielzeit 2013/14 in Hohen Neuendorf und danach in Sachsenhausen, ehe ich 2016 nach Hennigsdorf zurückkehrte. Ich bin einfach Hennigsdorfer durch und durch und es ist mein Herzensverein. Es ist nicht immer alles schön im Verein, aber hier haben sich Freundschaften gebildet. Es war eine erfolgreiche Zeit.

Bleiben Sie denn Ihrem „Herzensverein“ nach Ihrer aktiven Karriere in einer Funktion erhalten?

Da gab es schon eine Anfrage. Noch bin ich aber zu nah an der Mannschaft und brauche nach meinem Karriereende etwas Abstand. Im Jugendbereich war ich für den Club ja schon ein bisschen tätig. Ich will aber auch für meinen Nachwuchs da sein und Zeit mit ihm verbringen. Man wird mich sicher mal auf dem Fußballplatz sehen. Ich muss erst einmal mein Karriereende sacken lassen. Noch sind die Emotionen aber zu nah.

Sie sind Sportler durch und durch. Wie verbringen Sie denn jetzt die Zukunft ohne den Fußball?

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Ich werde mich jetzt ein bisschen sammeln. Ich treibe ja immer Sport, fahre Rad oder gehe laufen. Vielleicht probiere ich es mal mit einem Triathlon.

Von Matthias Schütt

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