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Fußball-Bundesliga

Trainer Felix Magath ist Herthas Hoffnungsträger ohne Hoffnung

Blickt mit Skepsis auf den letzten Bundesliga-Spieltag: hertha-Coach Felix Magath.

Blickt mit Skepsis auf den letzten Bundesliga-Spieltag: hertha-Coach Felix Magath.

Berlin. Es war wohl die große Hoffnung vieler Fans von Hertha BSC: Wenn die "Alte Dame" den Klassenerhalt schon nicht aus eigener Kraft finalisiert bekäme, dann müsste doch aber wenigstens der große FC Bayern den Bock für die Berliner umstoßen können. Ein Münchener Sieg gegen den Tabellenvorletzten aus Stuttgart, noch dazu in der eigenen Arena – da müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn das nicht klappt.

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Ob es nun am Höllenfürst höchstpersönlich, am kurzen Ibiza-Trip einiger Bayern-Spieler in der Vorwoche oder einfach am couragierten Auftritt des VfB lag? Man weiß es nicht. Am Ende gab es am Sonntagabend zwischen Bayern und Stuttgart jedenfalls ein 2:2 zu bestaunen, das den Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga weiter offen hält.

Denn der Punkt beim Deutschen Meister bringt die Schwaben wieder auf drei Punkte an die Hertha heran, die es tags zuvor bei der 1:2-Heimniederlage gegen Mainz verpasst hatte, sich selbst zum Klassenerhalt zu schießen. So müssen die Hauptstädter auch vor dem letzten Spieltag zittern, weil sie im Vergleich zu Stuttgart das um 14 Tore schlechtere Torverhältnis haben.

Realismus statt Schönrederei

Heißt für den 34. Spieltag: Gewinnt Stuttgart vor heimischem Publikum gegen Köln, muss Hertha bei Borussia Dortmund mindestens einen Punkt holen. Keine leichte Aufgabe beim heimstarken BVB, wie Hertha Trainer Felix Magath bereits feststellte: „Wir spielen gegen den Tabellenzweiten, wir sind 15. – ich gehe davon aus, dass der Zweite zuhause gegen den 15. mehr Spiele gewinnt als verliert.“

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Eine nüchterne wie richtige Feststellung, die den 68-Jährigen bereits nach der Mainz-Pleite und vor dem Punkt des VfB zur Erkenntnis kommen ließ: „Für uns geht es ab heute darum, uns für die Relegation vorzubereiten.“ Was sich im ersten Moment extrem pessimistisch anhörte, scheint in Wirklichkeit einfach nur extrem realistisch zu sein. Dieser ungeschminkte Realismus ist ohnehin eine Konstante in den knapp zwei Monaten, die Magath nun bei der Hertha das sportliche Sagen hat.

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Schlechte Spiele werden nicht schöngeredet und der Berliner Konkurrent aus Köpenick ohne Angst vor den Reaktionen als Beispiel für eine intakte Mannschaft genannt. Wiederholt kritisierte Magath sein Team, wenn sie versuchte, spielerisch mit ihren Konkurrenten mitzuhalten, statt alles auf die Karte Einsatz und Disziplin zu setzen.

Magath: „Bereite ich mich auf den schlimmsten Fall vor“

Magath wusste von Beginn an, dass er aus dem völlig unausgewogen zusammengesetzten Kader in der Kürze der Zeit keine fußballerisch brillierende Truppe mehr zaubern würde. Mit hartem Training und klaren Anweisungen eine defensiv gut stehende und kämpfende Truppe zusammen zu klempnern, das konnte viel eher klappen.

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Magath gab dem Team einen klaren Plan an die Hand und setzte personell auf große Erfahrung, statt großem Talent. Auf diese Weise holte Hertha unter Magath zehn Punkte aus sieben Spielen. Wenn es einen Grund gibt, an eine Hertha-Rettung am kommenden Samstag in Dortmund (15.30 Uhr/Sky) zu glauben, dann ist es wohl Magath. Nur er selbst ist dafür eben zu realistisch und plant daher schon für die Relegation vor. „Als Profi bereite ich mich auf den schlimmsten Fall vor“, sagt er. Als Trainer von Hertha BSC ist das immer eine gute Idee.

Von Ronald Tenbusch

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