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Bundesliga

Hertha BSC vor der Relegation: Die vielen Parallelen zum Abstiegsjahr 2012

Trainer-Legende Otto Rehhagel sollte die Hertha im Jahr 2012 vor dem Abstieg retten. Nach der Relegation ging es aber in Liga 2.

Trainer-Legende Otto Rehhagel sollte die Hertha im Jahr 2012 vor dem Abstieg retten. Nach der Relegation ging es aber in Liga 2.

Berlin. Für manchen Hertha-Fan wird es sich wie ein Ritt in einer Zeitmaschine anfühlen. Zehn Jahre nach dem letzten Bundesliga-Abstieg in Folge einer verlorenen Relegation geht es für den Berliner Fußballclub erneut in Hin- und Rückspiel gegen den Dritten der 2. Liga um Alles oder Nichts. Wie schon im Sommer 2012 empfangen die Blau-Weißen den unterklassigen Kontrahenten zunächst im heimischen Olympiastadion (Donnerstag, 20.30 Uhr/Sky und Sat.1), ehe es am kommenden Montag (20.30 Uhr/Sky und Sat.1) auswärts zum finalen Showdown kommt. Der Gegner heißt im Jahr 2022 allerdings nicht Fortuna Düsseldorf, sondern Hamburger SV. Ganz zum Leidwesen der Berliner lassen sich eine Dekade später dennoch viele Parallelen zur damaligen Ausgangssituation ziehen.

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Saisonverlauf: 2012 waren die Vorzeichen der Spielzeit grundsätzlich andere. Hertha BSC war Bundesliga-Aufsteiger und die Ziele waren entsprechend zurückhaltend formuliert. Der Klassenerhalt stand über allem, man wollte sich im Fußball-Oberhaus konsolidieren. Entsprechend positiv wurde das Hinrunden-Ergebnis von 20 Punkten und Platz elf wahrgenommen. Obwohl Hertha in der aktuellen Spielzeit ebenfalls zur Halbzeit auf dem elften Rang stand und sogar einen Punkt mehr auf dem Konto hatte, brannte der Baum in dieser Saison schon viel früher lichterloh, was vor allem an den größeren wirtschaftlichen Möglichkeiten und den damit verbundenen Erwartungen lag. Beide Spielzeiten verbindet die katastrophale Rückrunde, in der die Berliner 2012 elf und 2022 zwölf Pünktchen sammeln konnte.

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Trainer: Sowohl vor zehn Jahren als auch vor dieser Saison ging Hertha mit einer vermeintlich stabilen Konstellation auf der Trainerposition in die Saison. 2012 wurde Aufstiegstrainer Markus Babbel eigentlich als Idealbesetzung empfunden. Der gebürtige Münchener selbst sah das aber anders. Er wollte seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern. In der Öffentlichkeit entbrannte eine Streit mit Manager Michael Preetz und Präsident Werner Gegenbauer darüber, ob und wann Babbel dies den Berlinern mitgeteilt hatte. Es fiel öffentlich der Begriff „Lügen-Baron“, kurz vor Weihnachten wurde Babbel entlassen. Es folgte ein „Fünf-Spiele-fünf-Pleiten“-Missverständnis namens Michael Skibbe und danach die Installation des damals 73-jährigen Otto Rehhagel, der vor allem mit wirren Pressekonferenzen und falschen Spielernamen auffiel und die Hertha auch nicht retten konnte.

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Magath mehr auf der Höhe des Geschehens als Rehhagel einst

In der aktuellen Spielzeit startete Vorjahresretter Pal Dardai auf dem Trainerstuhl. Als er öffentlich seine Demission anbot, begann der Frieden mit Geschäftsführer Fredi Bobic aber bereits zu bröckeln. Im November war dann Schluss für Dardai und es kam der Skibbe von 2021/22: Tayfun Korkut. Der konnte zumindest anfänglich ein paar Punkte holen, nach zehn Pflichtspielen ohne Sieg musste aber auch der Bobic-Vertraute gehen. Es folgte mit Felix Magath wie 2012 ein Trainer-Urgestein, das große Erfolge vorzuweisen hatte und eigentlich schon im Ruhestand war. Der 68-Jährige wirkt aber noch deutlich mehr auf der Höhe des Geschehens, als Rehhagel dies einst tat. Magath holte immerhin zehn Punkte aus sieben Spielen und verpasste der Hertha eine stabilere Grundordnung.

Gegner: Mit dem Hamburger SV bekommen es die Berliner erneut mit einem Traditionsclub zu tun. Der Unterschied: Während Fortuna Düsseldorf sich 2012 mit zwei Remis in die Relegation rettete, ist der HSV in Topform. Durch fünf Siege an den letzten fünf Spieltagen konnten sich die Hanseaten noch in die Aufstiegsspiele kämpfen. Hertha hingegen wartet seit drei Spielen auf einen Sieg und ist durch die späten Nackenschläge am letzten Spieltag psychologischen im Nachteil.

Von Ronald Tenbusch

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