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Bundesliga-Relegation

Klassenerhalt im letzten Spiel: Boyata und Plattenhardt retten Hertha vor dem Abstieg

Dedryck Boyata brachte Hertha BSC per Kopfballtor in Führung.

Dedryck Boyata brachte Hertha BSC per Kopfballtor in Führung.

Hamburg. Als der Schlusspfiff im Hamburger Volksparkstadion ertönte, rissen die Herthaner Spieler, der Trainerstab und die rund 3000 mitgereisten Fans ihre Arme in die Luft. Durch einen kaum mehr für möglich gehaltenen 2:0 (1:0)-Sieg im Rückspiel der Bundesliga-Relegation gegen den HSV bleibt die „Alte Dame“ nach einer Saison voller Rückschläge und verpasster Chancen doch noch erstklassig. Trainer-Urgestein Felix Magath, der erst vor knapp zwei Monaten anheuerte, wird damit tatsächlich zum großen Retter. Bedanken darf er sich vor allem bei seinen Verteidigern Dedryck Boyata und Marvin Plattenhardt, die für die nach dem 0:1 im Hinspiel für die erlösenden Tore sorgten. „Heute haben wir über 90 Minuten Druck gemacht - das war die Hertha, so wie wir sie kennen“, sagte Kevin-Prince Boateng nach der Partie.

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Das völlig euphorisierte Publikum in Hamburg hatte kaum Platz genommen, da musste es bereits die erste kalte Dusche einstecken. In der vierten Minute setzte Marvin Plattenhardt einen Eckball von der linken Seite punktgenau auf den Kopf von Kapitän Dedryck Boyata, der sich gegen Meffert Platz verschaffte und zur Führung einnickte. Keine fünf Minuten gespielt und das Hinspiel-Hypothek der Berliner war getilgt.

Überhaupt gestalteten sich die ersten 20 Minuten im Volksparkstadion wie ein Kontrastprogramm zum Duell vier Tage zuvor. Die Berliner kombinierten sich gefällig über das Spielfeld, hatten mehr Ballbesitz und brachten immer wieder Plattenhardt auf dem Flügel in aussichtsreiche Flankenpositionen. In der 19. Minute verpasste Boyata aber knapp am langen Pfosten.

Walter als Rumpelstilzchen, Magath fast regungslos

In der Folge stellte Hertha sein Pressing ein wenig ein, ließ den HSV aber weiterhin kaum zur Entfaltung kommen. Das Team von Trainer Tim Walter wurde nun etwas aktiver, Torchancen blieben aber weiterhin Mangelware. Hitzig wurde es dann wieder nach einer halben Stunde: Zunächst holte sich Kevin-Prince Boateng Gelb für eine kleine Karate-Einlage ab (30.), dann prüfte Lucas Tousart HSV-Schlussmann Heuer Fernandes mit einem strammen Linksschuss.

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Die Partie wurde nun immer ruppiger, die Berliner unterbanden viele Angriffe der Hamburger mit kleinen taktischen Fouls, was Tim Walter an der Seitenlinie zum Rumpelstilzchen werden ließ, während Hertha-Coach Felix Magath das Treiben seines Arbeitgebers gegen seinen Herzensverein fast regungslos an der Seitenlinie verfolgte. Auch als Ishak Belfodil sich trickreich an der Grundlinie durchtankte und in der Mitte Tousart bediente, der in Rücklage aber deutlich über das Tor verzog (40.).

Plattenhardt wird zum Standard-König

Kurz danach pfiff der souverän agierende Schiedsrichter Deniz Aytekin zur Halbzeit. Sofort rannten die Berliner Reservisten angeführt von Vize-Kapitän Niklas Stark Richtung Hertha-Block, um den mitgereisten Anhang nochmal anzuheizen. Diese Unterstützung konnten die Berliner auch gut gebrauchen, denn nach der Pause kam der HSV mit mehr Offensiv-Kraft zurück. Oliver Christensen, der erneut das Hertha-Tor hütete, bekam nun deutlich mehr zu tun, war aber zur Stelle.

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Die Spielzeit hatte gerade die Stundemarke passiert, da erfüllte sich Teil zwei der Magath’schen Prophezeiung. Der 68-Jährige hatte Herthas größte Chance auf Tore in den Standards von Plattenhardt gesehen. Und nach seiner Vorlage zum 1:0 wurde er nun zum Vollstrecker. Sein Freistoß aus halbrechter Position senkte sich erst spät und fiel hinter Heuer Fernandes ins Netz – 2:0 (63.).

Der HSV zeigte sich geschockt, musste mehr machen, fand aber keinen Ansatz. Stattdessen kam die Hertha immer wieder zu aussichtsreichen Umschaltmomenten. In der 74. Minute lief Stevan Jovetic allein auf das HSV-Tor zu, scheiterte mit dem vermeintlichen Matchball aber an Heuer-Fernandes. Auf der anderen Seite konnte ballte Suat Serdar die Faust nach einem wichtigen Block. Dann war es nur noch ein Abnutzungskampf, indem Tousart noch Gelb-Rot sah, den die Berliner unter dem Jubel der Berliner Fans aber erfolgreich zu Ende brachten. Hertha BSC ist auch in der nächsten Saison Fußball-Bundesligist.

Von Ronald Tenbusch

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