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Handball-Oberliga Ostsee-Spree

Handballer von Grün-Weiß Werder steigen auf: Yes We Can

Der Ludwigsfelder HC (r.) und der HV Grün-WeißWerder lieferten sich ein ganz enges Duell.

Der Ludwigsfelder HC (r.) und der HV Grün-WeißWerder lieferten sich ein ganz enges Duell.

Werder/Havel. Der späte Höhepunkt des ohnehin ereignisreichen Sonnabends trug sich im Colonial Café zu, am Abend, als Tom Lessig vor die versammelte Mannschaft trat, das Wort ergriff und die Frage beantwortete, die viele seit Längerem umtrieb. „Wir steigen auf“, gab der Sportliche Leiter des HV Grün-Weiß Werder bekannt. Jubel brach aus, nachdem Lessig eine Art sportliches „Yes We Can“ im Restaurant im Zentrum der Blütenstadt verkündet hatte: Die Weichen für das Abenteuer in der 3. Handballliga sind gestellt, unabhängig vom Ausgang der beiden Finalduelle um den Staffelsieg der Oberliga Ostsee-Spree. Kurz zuvor hatte sich Grün-Weiß in der heimischen Haeckelhalle im Play-off-Final-Hinspiel der OOS vom Ludwigsfelder HC 27:27 (11:13) getrennt.

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Eine Partie, die mit Hochgeschwindigkeit durch die seit Tagen mit 198 Fans ausverkaufte Arena gerauscht war. Das Spiel hallte noch nach dem Schlusspfiff nach, als beide Teams vor ihre Fanblöcke liefen, sich lautstark feiern ließen und selber feierten. Wenig später strahlte Nico Harnge unten in den Katakomben der Arena breit wie ein Vertreter, der gerade einen großen Abschluss verzeichnet hatte – aber kein Wunder, er hatte ja zumindest ordentlich Reklame in eigener Sache gemacht. „Das war Werbung für den Handball“, sagte der Coach des HV Grün-Weiß, „das Spiel gegen den Ludwigsfelder HC war am Ende der Saison auch das Highlight dieser Spielzeit.“

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Sein Team hatte in der Schlussphase ein starkes Comeback gefeiert, nachdem der LHC in der 45. Minute bereits mit 22:17 geführt hatte. „Ich habe die Jungs in dieser Phase gefragt, ob wir taktisch etwas ändern oder so weiterspielen wollen“, sagte Harnge, „sie haben gesagt, sie wollen so weiterspielen und ich habe ihnen glücklicherweise vertraut. Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen, am Anfang hatten wir etwas Schwierigkeiten, aber hintenraus waren alle gefühlt bei 120 Prozent.“

Ludwigsfeldes Routinier René Rose urteilte: „Wir haben am Ende zu viele Schusselfehler gemacht und Werder hat das ausgenutzt, das haben sie perfekt ausgespielt. Wir haben zwar vorne gelegen die ganze Zeit, sicherlich auch verdient, es war aber aus meiner Sicht ein leistungsgerechtes Unentschieden.“ Auch Rose, der Routinier, fand, dass man ordentlich die Werbetrommel für den Sport gerührt hatte: „Es war ein richtig tolles Spiel. Solche Partien brauchen wir alle. Für diese Spiele leben und trainieren wir alle, da wird alles abverlangt.“

Philipp Gohl erzielt in letzter Sekunde den Ausgleich für den Ludwigsfelder HC

60 Minuten lang hatte sich auf dem Spielfeld die Anspannung entladen wie eine Flasche Obstweinschorle, die tagelang geschüttelt worden war: Enormes Tempo, zwei starke Torhüter mit Tim Folgmann (Werder) und Ivan Szabo (LHC), viele starke individuelle Aktionen in einem hitzigen und körperbetonten Spiel, in dem es in der 37. Minute sogar zu einer dezenten Rudelbildung kam. Regelmäßig hingen Spieler bei Zweikämpfen aneinander, als wären sie mit Klister verklebt worden. Am Ende musste der LHC sogar noch um ein Remis bangen – erst mit der allerletzten Aktion, einem Siebenmeter, erzielte Philipp Gohl den Ausgleich vor dem Publikum, das die Teams lautstark anfeuerte.

Nach der ersten Halbzeit der zweiteiligen Endspielserie ist klar, dass noch alles offen ist im Play-off-Finale der OOS. „Es war ein gerechtes Ergebnis und auch für die Spannung war es das beste Resultat“, findet Trainer Harnge. „Wir freuen uns jetzt auf das Rückspiel am Sonntag“, sagt Rose, „für mich würde sich mit dem Staffelsieg ein Kreis schließen. Ich habe am Anfang meiner Karriere einen Oberliga-Titel gewonnen, jetzt könnte das wieder passieren.“

Reger Austausch mit dem Kooperationspartner 1. VfL Potsdam

Beim HV Grün-Weiß laufen hinter den Kulissen die Vorbereitungen für die kommende Spielzeit in der 3. Liga. „Wir müssen uns jetzt gut aufstellen“, sagt Linke, „da gibt es eine Menge zu tun.“ Die entscheidenden Punkte für den Aufstieg? „Wir hatten ein positives Gespräch mit unserem Hauptsponsor und ein weiterer Grund ist, dass die Verantwortlichen der Stadt Werder hinter dem Projekt Drittliga-Handball in der Stadt stehen“, sagt Vizepräsident Olaf Linke.

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„Wir sind mit Sicherheit das Team der 3. Liga mit dem kleinsten Etat, wollten aber unseren jungen Spielern diese sportliche Herausforderung nicht verwehren. Uns ist natürlich bewusst, dass wir von der ersten Spielminute an gegen den Abstieg kämpfen werden.“ Mit dem Kooperationspartner VfL Potsdam stehe Tom Lessig in regem Austausch, man hoffe natürlich weiterhin auf sportliche Unterstützung aus Potsdam, um das Team zu verstärken, so Linke. „In den nächsten Tagen wissen wir mehr.“

Von Lars Sittig

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