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Fußball-Landesliga Nord

In neuer Rolle: Jörg Lutter ist zurück beim FK Hansa Wittstock

Will wieder mehr Verantwortung übernehmen: Hansa-Urgestein Jörg Lutter (blauer Pullover).

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Wittstock. Man muss schon gnadenloser Optimist sein, um zu glauben, dass der FK Hansa Wittstock noch den Klassenerhalt packt. Zugegeben: Die Landesliga-Fußballer aus der Dossestadt haben sich am vergangenen Wochenende von ihrer besseren Seite gezeigt, als nach 90 kämpferischen und leidenschaftlichen Minuten Grün-Weiss Brieselang mit 3:1 bezwungen und der dritte Sieg im 26. Anlauf perfekt gemacht wurde. Und auch wenn Trainer Tino Sasse immer wieder predigt, dass Aufgeben keine Option sei und die Hanseaten bis zum bitteren Ende ihr Herz auf dem Platz lassen werden, so dürfte ob des großen Rückstands im Gesamtklassement eigentlich klar sein, dass in der Saison 2022/23 Landesklassen-Fußball im Stadion des Friedens zu sehen sein wird.

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Dass der FK Hansa weiterhin auf Landesebene aktiv sein wird, ist immerhin Fakt. Dies bestätigten sowohl Sasse als auch ein Mann, der künftig wieder näher an den Herrenbereich rückt, auf MAZ-Nachfrage. Jörg Lutter heißt jene Personalie, ein Urgestein beim FKH, der die erste Männermannschaft, das Aushängeschild des Vereins, 14 lange Jahre trainierte und 2020 den Staffelstab an Sasse und Spielertrainer Erik Sonnenberg übergab. „Die Saison muss vernünftig zu Ende geführt werden, dann kann in der Landesklasse der Neustart auf festen Füßen erfolgen“, sagt der 50-jährige Lutter, der sich künftig um die sportlichen Belange zwischen A-Junioren und Altherren-Bereich kümmert: „Ich will eine Art Bindeglied sein – und natürlich auch mit meinem vorhandenen Netzwerk dazu beitragen, Fußballer ins Stadion des Friedens zu locken.“

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Wie kaum ein Zweiter identifiziert sich Lutter mit dem FKH, auch auf dem grünen Rasen sollen prägende Hansa-Kicker das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Ein Team, eine Einheit um Sergei Paschtschenko, Christopher Michaelis, Erik Sonnenberg und Florian Rieck – eben erfahrene Leute – will Lutter gemeinsam mit Tino Sasse formen. Wissbegierige Jungs mit Qualität und Mentalität sollen es sein, die es zweimal pro Woche zum Training schaffen: „Das muss drin sein.“

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FKH-Präsident Dirk Schumacher und Abteilungsleiter Bernd Leuchtenberger traten an Lutter mit der Idee heran, die Zügel etwas in die Hand zu nehmen. „Wir haben uns schnell geeinigt, ich will wieder etwas bewirken. Mir tat das weh, wie über Hansa gesprochen wird, die Außendarstellung war zuletzt nicht gut“, betont der Ex-Coach, der die freie Zeit genoss: „Ich habe ein bisschen Abstand bekommen, war auf anderen Plätzen unterwegs und konnte meinem Sohn beim Fußballspielen zusehen.“

Lutter-Sohn kickt für Energie Cottbus

Der 12-jährige Joel kickt für Energie Cottbus und besucht die Lausitzer Sportschule. Genau deswegen sei ein Trainerjob aktuell keine Option: „Ich will meinen Sohn weiterhin zu Spielen begleiten, den FK Hansa aber ebenfalls hin und wieder live sehen. Die neue Rolle ist dafür passend.“

Was möglicherweise nicht mehr funktionieren wird, so Lutter, sei das Prinzip Herz statt Kommerz: „Es geht ja schon in der Kreisliga los, dass Summen gezahlt werden. Vielleicht muss man sich hier auch Gedanken machen, ob die Spieler bei den aktuellen Spritpreisen wenigstens eine Tankrechnung einreichen dürfen, wenn sie 30 Kilometer zum Training anreisen. Ich rede hier nicht von Unsummen.“ Wenn Hansa die Landesliga verlassen sollte, dürfe kein Frust entstehen. Eher Lust auf das, was in der Landesklasse auf die Dossestädter wartet: „Perleberg, Pritzwalk, Wittenberge, Union Neuruppin, die MSV-Reserve und Meyenburg oder Groß Pankow – das sind Gegner, gegen die was los ist. Auch ein Kreispokalfinale mit Hansa-Beteiligung vor 800 Zuschauern würde uns gut tun. Sowas brauchen wir.“ Lutter legt bereits los. Nicht nur bei seinem Handy, welches er in den nächsten Wochen und Monaten für viele Gespräche nutzen wird, ist der Akku voll. Auch er selbst steckt voller Tatendrang.

Von Marius Böttcher

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