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Handball-Oberliga

Ludwigsfelder HC: Das Beste kommt zum Schluss

Sie haben ihr Ziel erreicht: Florian Storm (l.) und Steffen Knaack feiern den Staffelsieg, den Schluss- und Höhepunkt ihrer Laufbahn.

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Ludwigsfelde. Das gute Stück, dem sie jahrelang nachgejagt waren, sah eher unscheinbar aus: Der Pokal für den Staffelsieg in der Oberliga Ostsee-Spree verschwand fast in den Händen von Florian Storm und Steffen Knaack, als sie die gläserne Trophäe gemeinsam Richtung Hallendach reckten – aber es ging ja nicht um eine sperrige Deko für die Vitrine, sondern um den Erfolg – und der wiederum war gefühlt größer als der Eiffelturm.

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„Das Gefühl kann man schwer in Worte fassen“, sagte Knaack, der Kreisläufer des Ludwigsfelder HC, als sich die Aufregung über den alles entscheidenden 25:24 (16:12)- Rückspielsieg gegen den HV Grün-Weiß Werder ein wenig gelegt hatte, „es war ein sehr schöner, emotionaler Abschluss. Nach 17 Jahren in der ersten Männermannschaft beim LHC den Meister-Pokal in den Händen zu halten, daran hätte ich lange Zeit nicht mehr geglaubt.“

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Storm fand: „Darauf haben wir als Mannschaft die ganze Saison hingearbeitet und nach zwölf Jahren in dieser Liga den Pokal nun endlich in den Händen zu halten, fühlt sich richtig gut an. Dass ich diesen Titel mit meinen über die Zeit besten Kumpels Knaacki, René Rose und Nico Wiede feiern darf, ist überragend. Ich habe in meiner zweiten Saison den Pokal gewonnen und jetzt in meinem letzten Jahr die Meisterschaft, so kann man gerne in den Ruhestand gehen.“

Ludwigsfelde erzielt nur ein Tor mehr in 120 Minuten

Das Beste kommt zum Schluss – was in mehrfacher Hinsicht passte: Auch die beiden Play-off-Endspiele waren der Höhepunkt der Spielzeit in der OOS, ein packendes Duell der beiden besten Ensembles der Staffeln Nord und Süd. Am Ende setzte sich der LHC nach dem 27:27-Unentschieden im Hinspiel in der Gesamtabrechnung mit lediglich einem Tor Vorsprung durch, ein Wimpernschlag nach zwei Spielen auf Augenhöhe.

Das Duell hatte eigentlich zwei Sieger verdient und genau genommen war es auch so: Da der LHC auf den Aufstieg in die 3. Liga verzichtet, spielt Werder in der kommenden Saison in der dritthöchsten Spielklasse. „Es waren nur Nuancen, am Ende muss man sagen, dass wir vielleicht etwas cleverer und abgezockter waren; dass die Erfahrung gesiegt hat“, meinte LHC-Co-Trainer Nils Jürschke nach der Partie in der mit 250 Zuschauern ausverkauften Stadtsporthalle. „Unsere Torhüter Ivan Szabo und Colin Winter waren außerdem zum richtigen Zeitpunkt mit Paraden zur Stelle, das war vielleicht der Schlüssel. Werder hat aber auch richtig, richtig gut gespielt.“

Das Rückspiel endete wie das Hinspiel mit einem Siebenmeter, der bereits nach der Schlusssirene ausgeführt wurde. Im Gegensatz zu Philipp Gohl, der dem LHC ein Remis rettete, konnte Konstantin Arlt aber den Ball nicht im Tor unterbringen. Bei einem 25:25 hätte Ludwigsfelde allerdings wegen der Auswärtstorregel trotzdem den Staffelsieg gefeiert. Für den Club ist es einer der größten Erfolge der Vereinsgeschichte – im Jahr 2005 war bereits der Gewinn der Oberliga Berlin-Brandenburg und der Aufstieg in die Regionalliga gelungen.

Grün-Weiß verpasst zweiten Sieg in Oberliga Ostsee-Spree

Werder dagegen verpasste den zweiten Titelgewinn nach 2016. „Wir haben es Ludwigsfelde in einigen Situationen zu einfach gemacht, Tore zu erzielen. Mir fallen da auf Anhieb zwei Überzahlsituationen, ein Torwartwechsel und zwei Einläufer ein. Das Torhüterduell ging gestern auch an den LHC“, sagte Grün-Weiß-Trainer Niko Harnge. „Dennoch haben wir bis zum Ende gekämpft und hatten es durch eine deutlich aktivere Abwehr in der Hand, das Spiel zu gewinnen, produzieren dann aber leider in den letzten Minuten zu viele einfache Fehler im Angriff. Das hat Ludwigsfelde gut genutzt und zum Ende hin auch immer wieder gut Zeit von der Uhr genommen.“

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Siege gegen VfL Tegel und den HSV Insel Usedom

Man hatte in den ersten Monaten der Saison eine Menge Fantasie benötigt, um sich den Ludwigsfelder HC als strahlenden Staffelsieger vorzustellen. Ohne die Modusänderung wegen der Corona-Pandemie, als eine Play-off-Runde statt der ursprünglich geplanten Meisterrunde eingeführt worden war, wäre ein Triumph kaum möglich gewesen. Der Club war mit einer Bilanz von 2:6 Punkten in die Spielzeit geholpert – eine Hypothek, die beim Kampf um Tabellenrang eins nur schwer abzutragen gewesen wäre. So aber wurden die Punkte nach der Vorrunde gestrichen, Ludwigsfeldes Formkurve zeigte stetig nach oben und das Team zog nach insgesamt vier Siegen in den Play-offs über den VfL Tegel und den HSV Insel Usedom in das Finale ein.

„Der Start in die Saison war natürlich nicht optimal, wir haben uns dann aber von Spiel zu Spiel gesteigert und sind immer besser in Fahrt gekommen“, sagt Storm. Steffen Knaack, der sich bei seiner Frau Sandra und seinen Eltern für die Unterstützung bedankte, resümierte: „Wir haben nach der Qualifikation zur Meisterrunde immer an den Titel geglaubt und mit einer tollen Mannschaftsleistung den Pokal geholt. Wir haben nach dem Sieg noch lange in der Halle gefeiert und waren am Montag mit der Mannschaft in Berlin zur Meisterfeier unterwegs. Unser Trainer, Sven Keck, hatte in der letzten Woche angekündigt, dass wir Geschichte schreiben, dies ist uns mit dem Titelgewinn gelungen.“ Auch Coach Keck trat mit einem krachenden Schlussakkord ab: Er stand zum letzten Mal als Trainer an der Seitenlinie und wird in Zukunft als sportlicher Leiter wirken.

Von Lars Sittig

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