Handball-Oberliga

Ludwigsfelder HC: Heimsieg mit Fragen zur 40-plus-1-Regelung

Viele Tore: Yannik Münchberger erzielte den 40. Treffer für den Ludwigsfelder HC gegen Teltow/Ruhlsdorf – dieses Tor sorgt nun für ein Nachspiel.

Viele Tore: Yannik Münchberger erzielte den 40. Treffer für den Ludwigsfelder HC gegen Teltow/Ruhlsdorf – dieses Tor sorgt nun für ein Nachspiel.

Ludwigsfelde. Im letzten Moment, als das gegnerische Tor schon sehr nahe gerückt war, traf Robin Huntz noch eine wichtige Entscheidung, die Konsequenzen bis weit nach dem Ende der Partie haben sollte: Er gab den Ball bei einem Konter noch einmal auf Yannik Münchberger ab. Der Rückraum-Kollege erzielte den 40. Treffer des Ludwigsfelder HC in der Begegnung der Handball-Oberliga Ostsee-Spree gegen die HSG RSV Teltow/Ruhlsdorf. Jubel schallte durch die Stadtsporthalle beim Höhepunkt des Lokalduells, das wenig später mit einem rauschenden 40:29 (21:14)-Heimerfolg endete.

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Münchberger warf wieder einmal eine zweistellige Trefferzahl (10 Tore) – und muss nun eigentlich wegen einer teaminternen 40-plus-1-Regelung einen Kasten Bier ausgeben, denn der 40. Treffer zieht traditionell ein Nachspiel in der Kabine nach sich. So sagt es zumindest das ungeschriebene Gesetz, aber: „Im Unterbewusstsein war mir klar, dass eine Kiste Bier fällig ist und es gibt bei uns einen strengen Mannschaftskatalog. Ich habe aber nachgeschaut, eine Kiste für das vierzigste Tor steht dort nicht drin. Also weiß ich noch nicht genau, wie wir das regeln. Vielleicht müssen auch die Kassenwarte für solch einen Fehler einspringen“, sagt Rechtshänder Münchberger mit einem Augenzwinkern.

Ludwigsfelder HC vor HSV Insel Usedom an der Tabellenspitze

Fakt ist: Der Ludwigsfelder HC hat durch den Sieg die Tabellenführung in der OOS verteidigt und liegt mit einer Bilanz von 9:1 Punkten gemeinsam mit dem HSV Insel Usedom an der Spitze. Der Aufsteiger aus Teltow/Ruhlsdorf rangiert nach der Derby-Niederlage auf Position zwölf mit 2:6 Zählern. Neben Münchberger waren auch Dominik Steinbuch für den LHC zehn Tore gelungen – nach seiner Rückenverletzung ist der Linkshänder wieder fit.

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LHC-Trainer Michael Jantzen befand: „Es war eine überragende Angriffsleistung. 29 Gegentore sind mir ein bisschen zu viel, aber was soll man kritisieren bei solch einem Ergebnis und nach so einer geschlossenen, guten Mannschaftsleistung. Da kann man keinen rausnehmen. Yannik Münchberger hat mit dem vierzigsten Tor seine starke Angriffsleistung gekrönt.“ An 40 von einer Mannschaft geworfene Tore in einem Oberligaspiel könne er sich erinnern, das sei aber lange her, aber „an keine 40 Tore von Ludwigsfelde“.

Auch René Rose, der seit rund 20 Jahren in der ersten Mannschaft der Ludwigsfelder spielt, sagt: „40 Tore sind uns nicht oft gelungen, ich kann mich aber zumindest an ein Spiel, einen Sieg beim HC Spreewald erinnern, als uns das geglückt ist.“ Nach dem vierten Sieg im fünften Saisonspiel und einem Remis ist der Titelverteidiger exzellent in die Saison 2022/23 gestartet. „Es sieht ganz gut aus in der Tabelle“, sagt Routinier Rose, „man muss aber berücksichtigen, dass wir bisher vor allem gegen Mannschaften aus den unteren Tabellenregionen gespielt haben. Ich bin gespannt, wie sich das in den nächsten Spielen entwickeln wird.“

Gastspiel des LHC beim Tabellensiebenten SG Uni Greifswald/Loitz

Am Sonnabend tritt der LHC beim Tabellensiebenten SG Uni Greifswald/Loitz an (Start: 18 Uhr, Peenehalle Loitz), anschließend ist der TSV Rudow (9.) in Ludwigsfelde zu Gast. Ab Ende Oktober trifft der Club dann auf eine Reihe langjähriger Rivalen im oberen Drittel (MTV 1860 Altlandsberg, SG OSF Berlin, BFC Preussen, Lausitzer HC Cottbus und HSV Insel Usedom) – mit einer Kiste Bier wegen des 40. Treffers ist in diesen Duellen eher nicht zu rechnen.

Münchberger, der im vergangenen Winter beim LHC nach einer längeren Verletzungspause und dem Abschied vom 1. VfL Potsdam sein Comeback gefeiert hatte, kennt sich aus mit Strafenkatalogen und Bierkisten, die fällig werden, wenn besonders viele Kisten in einer Partie erzielt wurden. „In Potsdam war es noch etwas strenger geregelt, da war ich aber auch Kassenwart und hatte immer engen Kontakt über die Jahre mit den Bierwarten, da ging es schon bei dem 35 Tor los mit einer Kiste“, sagt er. „Genauso gab es Regelungen für das erste Tor, erste Zeitstrafe oder bei Torhütern erste Parade oder den ersten gehaltenen Siebenmeter.“

Einen Bierstreit wird es beim LHC nicht geben, sondern eine einvernehmliche Regelung, da ist sich Münchberger sicher. „Am Ende ist es ja nur wichtig, nach einem Sieg oder auch mal nach dem Training miteinander anzustoßen, das ist für den Mannschaftsgeist essenziell wichtig. Das ist in der OSL so, das war in der dritten Liga so und ich weiß auch das es in der ersten Liga so ist.“

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