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Oberliga-Playoff

Ludwigsfelder HC siegt mit Schwung und Szabo

Siegertypen: Der Ludwigsfelder HC hat im Play-off-Halbfinale der Oberliga Ostsee-Spree gegen Usedom deutlich gewonnen. Ivan Szabo (unten, 2.v.l.) feierte ein starkes Debüt.

Siegertypen: Der Ludwigsfelder HC hat im Play-off-Halbfinale der Oberliga Ostsee-Spree gegen Usedom deutlich gewonnen. Ivan Szabo (unten, 2.v.l.) feierte ein starkes Debüt.

Ludwigsfelde. Die Glückwünsche für den Sieg nahm Ivan Szabo gerne an, aber natürlich begann dann gleich die kritische Detailarbeit, es gibt schließlich immer etwas zu verbessern. „Ich bin nur bedingt zufrieden. Ich freue mich natürlich, dass wir gewonnen haben und ich meinen Beitrag dabei geleistet habe“, sagte der Torhüter, „ich habe aber ein bis zwei Tore bekommen, die, wenn ich in Form bin, hätte nicht reingehen dürfen.“

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Kurz zuvor hatte Szabo am Sonnabend als eine Art Überraschungsgast zwischen den Pfosten mit dem Ludwigsfelder HC im Playoff-Halbfinale der Oberliga Ostsee-Spree gegen den HSV Insel Usedom mit 29:22 (12:11) gesiegt: Der Club hatte den Torhüter, der viele Jahre beim Drittligisten Oranienburg im Tor gestanden hatte, für die letzten Partien nachverpflichtet, nachdem sich Florian Berndt verletzt hatte. Szabo hatte mehr als 50 Prozent der Bälle gehalten und vier Siebenmeter pariert, dem Perfektionisten aber war gut nicht gut genug.

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Trotzdem: Der LHC hat die Tür zum Endspiel der OOS weit aufgestoßen, die größte Gefahr vor dem Rückspiel am Sonnabend beim HSV in der Ahlbecker Pommernhalle lauert in einer Sorglos-Mentalität. „Ich glaube, wir gewinnen verdient und haben damit eine gute Ausgangslage für das Rückspiel geschaffen“, sagte LHC-Rückraumspieler Yannik Münchberger, der elf Treffer erzielt hatte. „Wir waren in allen Bereichen die bessere Mannschaft, denke ich. Dennoch sind erst 60 Minuten gespielt und in Usedom in einer vollen Halle kann noch viel passieren.“

Ivan Szabo mit dem zweiten Comeback innerhalb kurzer Zeit

Der LHC hatte als Kollektiv eine exzellente Leistung abgeliefert, auf Schlüsselpositionen die entscheidenden Akzente gesetzt und auch durchwachsene Phasen schnell wieder ausbalanciert. „Wir kamen nicht so gut rein in die Partie, aber dann waren wir im Spiel, zogen auf vier Tore weg und standen dabei auch gut in der Abwehr. Dann schlichen sich bei uns leider kleine Fehler vorne und hinten ein und so gingen wir nur mit einem Tor Vorsprung in die Halbzeit, was sich wie ein Rückstand angefühlt hat“, sagte Münchberger.

Nach der knappen Halbzeitführung hatte Ludwigsfelde den HSV regelrecht überrollt und zeitweise mit neun Toren Vorsprung geführt. Ein großer Teil des Vorsprungs wurde bis zur Schlusssirene verteidigt. „Wir sind sehr gut aus der Halbzeit gekommen mit einer stabilen Abwehr, Ivan im Tor und einem guten Angriffsspiel, bei dem jeder gefährlich war. Phasenweise spielten wir uns in einen kleinen Rausch“, sagte Münchberger. Und mittendrin: Szabo, die Torhüter-Ikone des Drittligisten Oranienburger HC. „Er hat zum Anfang direkt gut gehalten und uns in Schwächephasen auch den nötigen Push gegeben hat, um das Spiel dann auch so deutlich zu gewinnen“, meinte Münchberger. Als er noch beim 1. VfL Potsdam spielte, standen sich beide in diversen Derbys gegenüber.

Nun kam Szabo zu seinem zweiten Comeback innerhalb weniger Wochen. Nach einer Kurzzeit-Rückkehr beim OHC mit sechs Einsätzen wurde er im März wieder verabschiedet, als der Vertrag ausgelaufen war. Jetzt folgt die nächste sportliche Mission, nachdem LHC-Trainer Sven Keck zunächst seine Kontakte hatte spielen lassen und dann den Routinier zu seinem Club lotste. Nachdem Florian Berndt verletzt ausgefallen war, hatte sich der Coach, der Szabo aus seiner langen Zeit beim VfL als Gegenspieler schätzen gelernt hatte, zur Verstärkung des Torhüterteams entschieden und den Schlussmann angerufen.

Das Ziel: Der Staffelsieg in der Oberliga Ostsee-Spree

„Ich musste wirklich lange überlegen, denn ich hatte mit dem Handball schon abgeschlossen“, sagte der 32-Jährige, „eigentlich sogar schon zweimal. Vor drei Jahren habe ich nach fünf Jahren beim OHC aufgehört, da mein innerer Drive verschwunden war und ich es nicht als sinnvoll gehalten habe, halbherzig weiterzumachen. Nach meiner Aushilfe hatte ich das Kapitel Handball erneut abgeschlossen. Und dann kam die Anfrage von Sven. Aus Respekt und Freundschaft habe ich nach langem Überlegen zugesagt.“ Für das Engagement hat der Keeper ein klares Ziel: „Vier Spiele – vier Siege. Kein Wenn und Aber. Dann kann ich vielleicht endgültig das Kapitel Handball abschließen, dann aber als Meister.“

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Von Lars Sittig

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