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MAZ-Wahl Trainer der Saison 2021/<wbr>22

Alt Ruppins Trainer Daniel Kraatz lebt Fußball 24 Stunden, 7 Tage die Woche

Ist immer mitten drin und ein absoluter Fußball-Workaholic: Trainer Daniel Kraatz (M.).

Ist immer mitten drin und ein absoluter Fußball-Workaholic: Trainer Daniel Kraatz (M.).

Alt Ruppin. Die Ansage seiner Frau ist klar und deutlich: Eine Stunde am Tag darf Daniel Kraatz im Urlaub an sein Handy, um die Weichen für die kommende Spielzeit des SV Eintracht Alt Ruppin zu stellen, die restliche Zeit soll sich ausnahmsweise mal nicht um den Fußball drehen. „Ich stehe normalerweise an sieben Tagen die Woche auf dem Fußballplatz. Da muss ich gestehen, dass ich aktuell ganz froh bin, dass der Ball mal ruht. Es geht darum, neue Energie aufzutanken“, so Kraatz. Denn seinen Trainerjob beim Ruppiner Fußball-Landesligisten übt der 48-Jährige mit voller Leidenschaft aus – und mit viel Erfolg.

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In der abgelaufenen Spielzeit holte er mit seinem Team einen starken sechsten Tabellenplatz in der Landesliga Nord. Das allein ist schon aller Ehren wert. Doch nebenbei gewann Kraatz mit seinem zweiten Team, das er gemeinsam mit Björn Holz als Trainer-Duo betreut, der Spielgemeinschaft Schönwalde-Perwenitz-Paaren, auch noch ohne eine Niederlage die Meisterschaft in der havelländischen Kreisliga A. Doch der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt bei Alt Ruppin, wo Kraatz, der hauptberuflich Hausmeister an einer Grundschule in Hennigsdorf ist, seit fünf Jahren im Amt ist. Seither führte er den SV Eintracht von der Kreisoberliga in die zwei Klassen höhere Landesliga und hielt sie dort nun im zweiten Jahr souverän in der Liga.

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Emotional und aufwühlend sei die abgelaufene Saison gewesen, sagt Kraatz, der dabei spontan an den Derbysieg gegen Neustadt denken muss, der aber auch nicht an den Vorfällen rund um das Spiel gegen Hansa Wittstock vorbeikommt, wenn er das Jahr Revue passieren lässt. Damals hatten drei seiner Spieler vom Schiedsrichter die Rote Karte gesehen, wurden anschließend vom FLB-Sportgericht zu Sperren und Bußgeldern verurteilt, weil sie den Schiedsrichter tätlich angegangen haben sollen. Auch Kraatz wurde gesperrt und musste zahlen, monierte bis zum Schluss aber, er und seine Spieler seien nicht gerecht behandelt worden.

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Umso emotionaler war es für den Trainer, wie sich seine Mannschaft anschließend mit ihm solidarisierte und beim folgenden Spiel gegen Stahl Brandenburg T-Shirts mit der Aufschrift „Respekt ist keine Einbahnstraße“ präsentierte. „Ich durfte ja nur auf der Tribüne sitzen und wusste nichts von der Aktion. Das hat mich aber schon berührt“, gibt der bullige Übungsleiter zu, der selbst gesteht, über die Jahre von einem dominanten zu einem eher kumpelhaften Führungsstil übergegangen zu sein. „Man muss da auch mit der Zeit gehen. Heute erwarten die Spieler einfach eine andere Ansprache als das früher der Fall war“, sagt Kraatz.

Doch nicht nur die Art und Weise, auch die fußballerischen Inhalte, die er vermitteln will, entwickeln sich ständig weiter: „Man muss schon regelmäßig etwas ändern, auch in der Spielweise, sonst nutzen sich die Dinge ab. Dann macht es den Spielern keinen Spaß mehr und mir auch nicht“, sagt er. Denn die vielen Jahre mit Fußball 24/7 haben Spuren hinterlassen. Aus diesem Grund wollte Kraatz eigentlich in diesem Sommer in Alt Ruppin aufhören. Weil sich kein Nachfolger finden ließ, bleibt er aber für eine letzte Saison im Waldstadion dabei.

Mit 50 Jahren soll im Senioren-Bereich Schluss sein

Und wenn es weitergeht, dann natürlich mit voller Kraft. „Die Mannschaft ist über die Jahre eng zusammengewachsen. Wir werden uns zeitnah zusammensetzen und besprechen, wo die Reise in der kommenden Spielzeit hingehen soll“, sagt Kraatz, der darauf hinweist, dass man in Alt Ruppin dennoch demütig mit dem Erreichten umgehen sollte und nicht ins Träumen verfallen darf. „Auch wenn ich natürlich immer gewinnen will.“

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Und so wird der Takt des Fußball-Workaholics auch in der nächsten Spielzeit beibehalten. Dann aber soll wirklich ein, besser zwei Gänge runtergeschaltet werden. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mit 50 Jahren aufhören werde", sagt er. Eine Jugendmannschaft zu trainieren, wäre etwas, was er sich anschließend vorstellen könnte. Vorher aber sollen noch weitere Erfolge kommen, am besten direkt bei der MAZ-Wahl zum "Trainer der Saison", für welche Kraatz einer von acht Nominierten ist. "Wer sagt, dass er so eine persönliche Auszeichnung nicht schmeichelhaft fände, der lügt. Dennoch geht es nie um die Einzelperson, sondern immer um das gesamte Team." Und dieses Team flaxt bereits: "An Weihnachten lade ich immer zum Wildschwein- und Reh-Essen zu mir ein. Wenn ich die Wahl gewinne, wollen die Spieler sowas diesmal auch schon im Sommer."

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