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Frauenfußball

Mit Hingst und Co.: Turbine-Pokalgegner Viktoria Berlin will in die Bundesliga

Spielen (noch) in der Regionalliga: die Fußballerinnen des FC Viktoria Berlin.

Spielen (noch) in der Regionalliga: die Fußballerinnen des FC Viktoria Berlin.

Berlin. Noch heißen die Gegner FSV Babelsberg 74, Blau-Weiss Hohen Neuendorf oder Steglitzer FC Stern 1900. Geht es nach den Macherinnen und Machern des Frauenfußballteams vom FC Viktoria Berlin, sollen schon bald klangvollere Namen der Szene auf dem Rasen im Stadion Lichterfelde aufdribbeln. Insofern könnte das DFB-Pokalspiel der 2. Runde am Sonntag (Anstoß 16 Uhr) gegen den 1. FFC Turbine Potsdam einen Vorgeschmack geben. Die Turbinen spielen da, wo Viktoria nach eigenem Bekunden bis 2027 hin will: in der Bundesliga.

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Mit dieser Vision sind sechs Investorinnen in diesem Sommer angetreten, als sie das Frauenteam des Berliner Traditionsvereins übernahmen. Das Gremium vereint Kompetenzen aus Sport, Wirtschaft und Medien. Fußball-Know-How bringt vor allem Ariane Hingst mit. Von 1997 bis 2007 lief die heute 43-Jährige für den 1. FFC Turbine auf, war zweimal Weltmeisterin, später Co-Trainerin beim VfL Wolfsburg und ist aktuell im Juniorinnenbereich des DFB tätig. Zum Gründungsteam zählen neben Hingst die Unternehmerinnen Verena Pausder und Katharina Kurz, Journalistin Felicia Mutterer, Ex-Vattenfall-Geschäftsführerin Tanja Wielgoß sowie die Marketingexpertin Lisa Währer.

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Auf der eigenen Webseite des Teams, das noch in der Regionalliga Nordost zu Hause ist, heißt es in knalligen Farben und von großflächigen Bildern flankiert: „Die Sporthauptstadt Berlin braucht dringend ein weibliches Top-Team. Uns.“ Viktoria begreift sich als Fußball-Start-Up. „Dinge anders machen, Dinge agiler angehen. Vielleicht auch verkrustete Strukturen aufbrechen, die man sonst aus Vereinen oder Verbänden kennt“, erläutert Lisa Währer. Die Frau, die schon beim Hamburger SV, der Plattform One Football und der Agentur Jung von Matt Sports arbeitete, ist neben Felicia Mutterer eine von zwei Geschäftsführerinnen der ausgegründeten Frauenfußball GmbH. „Unsere Basis ist das große Netzwerk, das wir mitbringen. Wir stellen uns breit auf, auch was Sponsoren angeht. Mit besonderem Augenmerk auf ,female capital’, also dass Frauen in unser Projekt investieren, ohne dabei aber jemanden auszuschließen“, sagt sie.

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Die Idee, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen, sei bereits vor zwei Jahren entstanden. Vorbild war der US-Club Angel City FC aus Los Angeles, für den in der neuen Saison auch Nationaltorhüterin Almuth Schult auflaufen wird. Zu den Besitzerinnen des Teams zählen etwa Tennis-Star Serena Williams, Ex-Kickerin Mia Hamm und Schauspielerin Natalie Portman. Mit dem FC Viktoria, wo man der Sache aufgeschlossen gegenüberstand, begannen 2021 konkrete Gespräche. Der Berliner Rechtsanwalt und Spielerinnenberater Henner Janzen, zu dessen Klientinnen auch schon viele Potsdamerinnen zählten, konnte als Berater und Sportlicher Leiter gewonnen werden. Weil er auch zum Club aus der Brandenburger Landeshauptstadt eine besondere Beziehung pflegt, möchte er zum anstehenden Derby aber lieber nichts sagen.

Das Gründerinnenteam der Viktoria-Frauen: Verena Pausder (v.l.), Katharina Kurz, Tanja Wielgoß, Felicia Mutterer, Lisa Währer und Ariane Hingst. Sportlicher Leiter ist Jurist und Spielerinnenberater Henner Janzen (vorn).

Das Gründerinnenteam der Viktoria-Frauen: Verena Pausder (v.l.), Katharina Kurz, Tanja Wielgoß, Felicia Mutterer, Lisa Währer und Ariane Hingst. Sportlicher Leiter ist Jurist und Spielerinnenberater Henner Janzen (vorn).

Klar ist: Das Pokalspiel gegen Turbine wird der vorläufige Höhepunkt der „neuen“ Viktoria-Frauen. Es wird auch ein Duell der Gegensätze: Auf der einen Seite die bunte und moderne Viktoria, auf der anderen Seite der Traditionsverein aus Potsdam. Natürlich könne man da auch etwas lernen, findet Lisa Währer, etwa „wie man dem Fußball mit Frauen von Anfang an einen großen Stellenwert einräumt“. Es sei „ein Kracherspiel“. Und eines der Spiele, von denen man mehr haben will in Berlin-Lichterfelde. „Es ist mutig, so ein Ziel auszusprechen“, so die Mit-Gründerin, „aber es macht für uns Sinn, das so klar zu formulieren. Es gibt in Berlin kein Spitzenteam im Fußball der Frauen – darum wollen wir das werden.“

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