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Fußball-Bundesliga

Nach 3:2 gegen Bochum: Union Berlin zieht in die Europa League ein

Union-Angreifer Taiwo Awoniyi (4.v.l) jubelt mit seinen Teamkollegen nach seinem Treffer zum 3:2.

Union-Angreifer Taiwo Awoniyi (4.v.l) jubelt mit seinen Teamkollegen nach seinem Treffer zum 3:2.

Berlin.Nach 88 Minuten erzitterte das Stadion An der Alten Försterei ein allerletztes Mal in dieser Bundesliga-Saison. Taiwo Awoniyi war dafür verantwortlich, Unions Fußballer mit dem besten Torriecher. Aus wenigen Metern setzte er den Ball nach einer feinen Einzelleistung ins Tor, es war das viel umjubelte 3:2 für den 1. FC Union Berlin gegen den VfL Bochum, ein Tor, das alle Zweifel beseitigte: Die Köpenicker spielen in der kommenden Saison in der Europa League. Die ohnehin feierwütigen Union-Fans unter den offiziell 22.012 Zuschauern sorgten kurze Zeit später, nach dem intensiv herbeigesehnten Schlusspfiff, schon mal für internationale Stimmung.

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Als Schiedsrichter Marco Fritz zur Halbzeit pfiff, schien die Sache im Prinzip schon durch. Die Kölner lagen in Stuttgart 0:1 zurück, Union führte 2:0 gegen äußerst indisponierte Bochumer. Spannung konnte in diesem Duell nie wirklich aufkommen. Keine fünf Minuten waren gespielt, als der schönste Spielzug der ersten Hälfte über die rechte Berliner Seite rollte und zum 1:0 führte. Innenverteidiger Paul Jaeckel, der Brandenburger in Berliner Diensten, passte flach in den Lauf von Genki Haraguchi, dessen Flanke punktgenau auf den Kopf von Prömel flog – und der künftige Hoffenheimer, ziemlich allein im Bochumer Strafraum stehend, krönte seine Abschiedsparty mit einem feinen Kopfballtor ins linke Eck. Viel besser hätte Prömels 141. Pflichtspiel für Union nicht beginnen können.

Becker ausgewechselt – Awoniyi trifft vom Punkt

Die Berliner blieben das bessere, das aktivere Team. Nur der Ausfall von Sheraldo Becker nach 19 Minuten trübte die Partystimmung auf den Rängen ein wenig. Unions bester Mann der vergangenen Wochen musste nach einem Zweikampf mit Armel Bella Kotchap den Platz humpelnd verlassen. Beim Abgang zog er sich sein Trikot übers Gesicht und wirkte merklich enttäuscht. Es waren Emotionen, die vielleicht auf mehr schließen lassen, als bislang bekannt ist. Offiziell verabschiedet wurde Becker vor dem Spiel nicht, aber dass der Flügelspieler den Berlinern noch abhanden kommen könnte, scheint nicht unwahrscheinlich.

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Für Becker kam Sven Michel in die Partie, was prompt Auswirkungen aufs Spielgeschehen hatte. Nach Prömels Ablage schoss Michel aufs Bochumer Tor, so scharf, dass Robert Tesche den Ball nur mithilfe seiner linken Hand abwehren konnte. Michel protestierte prompt und mithilfe des Videobeweises überführte Schiedsrichter Fritz den Täter, der Gelb sah und mitansehen musste, wie Awoniyi zur Ausführung des Handelfmeters schritt. Am Rechtsschuss ins linke Eck war Bochums Torwart Michael Esser war zwar noch dran, doch das 2:0 für Union konnte er nicht verhindern.

Bochum verkürzte durch Simon Zoller

Viel passierte bis zum Halbzeitpfiff nicht mehr. Union, das nicht mehr tat als nötig, lag voll auf Europa-League-Kurs, die Bochumer Fans feierten ihre Helden ob einer grandiosen Saison sowieso, da schien der verdiente Rückstand eine reine Nebensächlichkeit. Die VfL-Spieler waren wohl ähnlicher Auffassung. Mit Ausnahme des zumindest bemühten Takuma Asano, der in Ansätzen zeigte, warum er das dunkelblaue Trikot mit der Nummer zehn trägt, liefen die Gästespieler ziemlich antriebslos über den Platz. Die erste Bochumer Chance hatte Asano in der 45. Minute, Luthe klärte per Faustabwehr, Abseits war’s obendrein.

Zur zweiten Halbzeit wechselte Fischer den für Becker eingewechselten Michel wieder aus, dem drohte, mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen zu werden. Andreas Voglsammer stürmte fortan, allerdings ohne Unterstützung. Die Bochumer waren es, die plötzlich feststellten, dass es in einem Fußballspiel darum geht, Tore zu erzielen. Eine missglückte Abwehraktion Trimmels auf der Außenbahn verhalf den Gästen zum Anschlusstor, das Zoller per Kopf nach Danilo Soares’ Flanke erzielte. Und weil die Kölner in Stuttgart ausglichen, kam doch wieder etwas Spannung im Kampf um die Europa-League-Qualifikation auf.

Awoniyi mit Schlusspunkt – Platzsturm nach Abpfiff

Awoniyi hätte die Nerven der Berliner beruhigen können, scheiterte nach Voglsammers Vorlage aber aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden Esser (67. Minute). Der schwache Abschluss des eingewechselten Andras Schäfer offenbarte, dass die Berliner kurz vor dem großen Ziel die Flatter bekamen. Was in der ersten Hälfte noch so souverän aussah, wirkte nun unruhig. Die keinesfalls drückenden Bochumer, die schon mehr als abgeschrieben schienen, kamen tatsächlich nochmal mit voller Kapelle zurück. Löwen zirkelte den Ball sehenswert ins lange Eck.

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Ein Krimi bahnte sich an, denn der frisch auf den Platz gekommene Levin Öztunali vergab die erneute Union-Führung. Das Zittern dauerte bis zur 88. Minute, dann kam Awoniyi an den Ball, und das nächste Köpenicker Märchen nahm seinen Lauf – Platzsturm inklusive.

Von David Joram

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