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Fußballkreis Prignitz/Ruppin

Wieso Schiedsrichter Bernd Bandow auch mit 68 Jahren noch aus Überzeugung pfeift

Sucht mit den Spielern stets den Austausch: Schiedsrichter Bernd Bandow.

Sucht mit den Spielern stets den Austausch: Schiedsrichter Bernd Bandow.

Pritzwalk.Wenn sich die Fußball-Saison im Mai und Juni dem Ende nähert, fallen traditionell die wichtigen Entscheidungen. So auch im Fußballkreis Prignitz/Ruppin, wo am heutigen Freitagabend (18.30 Uhr) das erste von insgesamt fünf Pokalfinals im Erwachsenenbereich stattfindet. In der Pritzwalker Dinnebier-Arena treffen die Ü50-Fußballer des MSV Neuruppin auf die Oldies der SpG ESV/Veritas Wittenberge. Doch nicht nur für die Spieler und Betreuer ist das ein besonderer Anlass, auch für den Schiedsrichter der Partie: Bernd Bandow.

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Seit mehr als drei Jahrzehnten pfeift der Unparteiische des SV Victoria Breddin 1929 Fußballspiele. Doch ein Pokalfinale, dafür wurde der 68-Jährige bislang noch nicht angesetzt. „Ich denke, dass befunden wurde, dass ich meiner Aufgabe stets gewissenhaft nachgehe“, sagt Bandow in wohl überlegten Worten und fügt mit einem leichten Schmunzeln in der Stimme an: „Und man kam wohl zu der Auffassung, dass ich einfach mal dran bin.“

Viele Jahre war Bandow selbst am runden Leder aktiv, doch als es in die „Alten Herren“ ging, kam das Schiedsrichteramt hinzu. „Mir ging es darum, Verantwortung zu übernehmen. Vor allem aber wollte ich aktiv bleiben“, betont der auch mit Ende 60 noch drahtige Schiedsrichter. Gerade nach dem Eintritt in die Rente sei das Pfeifen ein ständiger Antrieb geworden. „Es geht darum, nicht nur auf der Couch rumzusitzen. So ist klar: Am Wochenende bin ich mindestens einmal im Einsatz“, sagt Bandow, „ohne diese eigene Motivation würde man sich sonst auch zu oft nur ärgern“.

„Damit muss man leben, sonst kann man dieses Amt nicht ausüben“

Gemeint sind die regelmäßigen Meckereien, Diskussionen und Pöbeleien, die als Schiedsrichter – mal mehr mal weniger – auf einen zukommen. „Damit muss man leben, sonst kann man dieses Amt nicht ausüben“, so Bandow, der sich aber persönlich als einen ausgewogenen Schiedsrichter sieht, mit dem fast alle Mannschaften gut klarkommen: „Ich habe ja selber viele Jahre gespielt und bin noch nah am Ball. Das merken die Spieler.“ Im Ü50-Bereich hat Bandow bislang weder den MSV Neuruppin noch die SpG ESV/Veritas Wittenberge gepfiffen. Einige Gesichter kenne er aber noch aus jüngeren Altersklassen.

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Grundsätzlich sei es sein Ziel, nach dem Spiel mit sich und seiner Leistung „im Reinen“ zu sein. „Aber mir ist es auch wichtig, dass man sich nach Abpfiff auch mit den Spielern noch die Hand reichen kann“, sagt er. Seit geraumer Zeit entscheidet Bandow nur noch von Jahr zu Jahr, ob er als Schiedsrichter weitermachen will. Für die nächste Saison fühle er sich auf jeden Fall noch fit genug. Das Pokalendspiel wird für Bandow also ein Höhepunkt, aber noch kein Abschied.

Von Ronald Tenbusch

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