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Oberer Kreispokal Prignitz/Ruppin

Rassistische Beleidigung? Polizeieinsatz bei Pokalspiel in Meyenburg

Der FSV Veritas verließ beim Pokalspiel für etwa zehn Minuten geschlossen das Feld.

Der FSV Veritas verließ beim Pokalspiel für etwa zehn Minuten geschlossen das Feld.

Meyenburg. Die Vertreter der Landesklasse West aus dem Fußballkreis Prignitz/Ruppin konnten sich im Oberen Kreispokal am Sonntag fast alle durchsetzen und in die nächste Runde einziehen. Bis auf eine Ausnahme: Im direkten Duell der beiden Landesliga-Absteiger zwischen Hansa Wittstock und Einheit Perleberg mussten die Hanseaten die Segel streichen (0:2), wie auch Kreisoberligist Blau-Weiß Wusterhausen gegen den MSV Neuruppin II (3:4). Die zweite Mannschaft von Veritas Wittenberge/Breese konnte sich gegen Union Neuruppin (0:2) nicht durchsetzen und bei Veritas I wäre es in Meyenburg beinahe zum Spielabbruch gekommen.

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Bereits im Vorfeld hatten beide Mannschaften von einer möglicherweise brisanten Partie gesprochen, die sich im Derby zwischen Kreisoberligist Meyenburger SV Wacker und FSV Veritas Wittenberge/Breese entwickeln würde. Bis zur 74. Minute konnte sich Veritas gegen äußerst tief stehende Meyenburger nur einmal durchsetzen. Mit seinem Treffer in der 34. Minute trat FSV-Flügelflitzer Ibi Touray zum ersten Mal in den Mittelpunkt des Geschehens – 40 Minuten später dann unfreiwillig, als es zu einer wohl rassistischen Äußerung gegenüber dem aus Afrika stammenden Wittenberger Spieler kam. Bereits im Achtelfinale des vergangenen Jahres hat es einen solchen Vorfall an selber Stelle gegeben und Touray hatte sich nicht ganz regelkonform gewehrt, was mit einer Roten Karte bestraft worden war.

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Seinerzeit war die Angelegenheit im Sand verlaufen. Diesmal blieb er cool, weil auch die gesamte Mannschaft auf die vermeintlich verbale Attacke derart reagierte, dass sie geschlossen vom Platz ging. Erst nach zehn Minuten konnte das Spiel fortgesetzt werden. „Diesmal haben wir Zeugen“, so Veritas-Trainer Manuel Roeseler, „und Ibi hat eine Anzeige bei der herbeigerufenen Polizei gemacht.“ Der Vorfall stünde jetzt auch im Spielbericht, „mal sehen was jetzt daraus wird. Es war auf jeden Fall der selbe Spieler wie schon einmal.“

Brunnemann versteht Herbeirufen der Polizei nicht

Ulf Brunnemann, Trainer der Meyenburger, hat keine Erklärung, warum die Sache eskalierte. „Warum die Polizei gerufen worden ist, weiß ich auch nicht. Es gab da keine Ausschreitungen oder sonst etwas. Es stand lediglich eine Beleidigung im Raum. Wie gesagt, der Schiri stand nah am Geschehen und hat keine rassistische Äußerung gehört. Bei mir in der Mannschaft spielen auch Spieler mit Migrationshintergrund und da gab es noch nie Probleme.“

Als die Partie weiterlief, machte der Titelverteidiger gleich Druck und ein Abpraller landete zum Eigentor durch Tobias Schmalfeld im Meyenburger Netz (87.). „Das war dann doch die Entscheidung“, sagt Manuel Roeseler, der sich natürlich trotz der Begleitumstände über das Erreichen des Viertelfinales freut. Als sportliches Sahnehäubchen dürfte das 3:0 durch Frederik Töpfer in der siebten Minute der Nachspielzeit gelten, als Benjamin Cudjoe eine Flanke mit dem Kopf verlängerte und Töpfer per Fallrückzieher in den Winkel traf.

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