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Kampagne gegen Ex-Präsident Gegenbauer

Spionage und Verleumdung: Hertha BSC fordert Stellungnahme von Investor Windhorst

Investor Lars Windhorst mit dem ehemaligen Hertha-Präsidenten Werner Gegenbauer bei einer Pressekonferenz im Februar 2020.

Investor Lars Windhorst mit dem ehemaligen Hertha-Präsidenten Werner Gegenbauer bei einer Pressekonferenz im Februar 2020.

Berlin. Seit Saisonbeginn ist Fußball-Bundesligist Hertha BSC darum bemüht, sein ramponiertes Image nach sportlicher Talfahrt und großen öffentllichen Skandalen wieder aufzupolieren. Angeführt von Neu-Trainer Sandro Schwarz und Neu-Präsident Kay Bernstein standen in den vergangenen drei Monaten Fußball und Mitgliederpflege im Vordergrund. Nun aber könnte die Blau-Weißen mit voller Wucht die Vergangenheit einholen. Und einmal mehr steht dabei Investor Lars Windhorst im Mittelpunkt.

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Laut einem Bericht der „Financial Times“ soll der Unternehmer, der über seine Firma Tennor für 374 Millionen Euro 66,6 Prozent an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA gekauft hat, eine private israelische Geheimdienstfirma damit beauftragt haben, eine Kampagne gegen Ex-Hertha-Präsident Werner Gegenbauer zu organisieren.

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„Die Verschwörung gegen Werner Gegenbauer wird in israelischen Gerichtsdokumenten, die diesen Monat eingereicht wurden, detailliert beschrieben und enthüllt, dass die in Tel Aviv ansässige Shibumi Strategy Limited eine einjährige verdeckte Operation durchgeführt hat, um ihn aus dem Klub zu drängen, in dem Windhorst der Mehrheitseigentümer ist“, heißt es in dem Blatt.

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Angeblich Ultimatum bis 3. Oktober

Dem Bericht zufolge kontaktierte die israelische Firma im Zuge der Kampagne verschiedenste Peronen aus Gegenbauers Umfeld, um diskreditierendes Material gegen den 72-Jährigen zu sammlen. Shibumi Strategy habe zudem Online-Profile von angeblichen Hertha-Anhängern eingerichtet, die den damaligen Boss kritisierten und eine Website mit dem Namen „Gegenbauer raus“ initiiert. An die Öffentlichkeit geriet dies nun, weil vor einem israelichen Gericht Klage eingereicht wurde. Demnach soll Windhorst Shibumi noch eine Million Euro Honorar und eine Erfolgsprämie über vier Millionen Euro schulden.

Sowohl Shibumi-Geschäftsführer Ori Gur-Ari („Wir wissen nichts über diesen angeblichen Fall“), als auch Tennor-Sprecher Andreas Fritzenkötter („Das ist kompletter Unsinn“) dementierten die Vorwürfe. Bei Hertha BSC scheint man sich mit diesen Aussagen aber nicht zufrieden zu geben. Am Freitagabend gab der Bundesligist eine Mitteilung heraus. Darin gaben die Berliner an, dass die Gremien beschlossen hätten, die erwähnten Vorgänge durch eine Kanzlei aufarbeiten und beurteilen zu lassen. Zudem wurde Tennor zur detaillierten Stellungnahme aufgefordert. Nach einem Bericht der „Bild“ hat der Club dafür ein Ultimatum bis Montag, den 3. Oktober aufgestellt.

Tags darauf sollte Windhorst eigentlich gemeinsam mit Hertha-Präsident Kay Bernstein und den Geschäftsführern Fredi Bobic und Thomas E. Herrich an einer Presserunde zu „100 Tage Präsidentschaft Kay Bernstein“ teilnehmen. Dort sollte es wohl um die vielen Fortschritte der letzten drei Monate gehen. Im Angesicht der aktuellen Situation sah sich der Hauptstadtclub aber dazu gezwungen, den Termin auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Der Spionage-Fall Windhorst/Gegenbauer droht, die positiven Themen der vergangenen Wochen zu überlagern.

Von MAZonline

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