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Segeln

Karl Schreiber und René Klaus mit viel Rum und Ruhm in der Karibik

Die erfolgreiche Crew, die beim Ariane-Cup den fünften Platz belegte (h.R.v.l.): René Klaus, Karl Schreiber, Adrian Ahlers, Skipper Hilko Siebels und Phillip Herzog. Vorne: Rolf-Juergen Ahlers.

Die erfolgreiche Crew, die beim Ariane-Cup den fünften Platz belegte (h.R.v.l.): René Klaus, Karl Schreiber, Adrian Ahlers, Skipper Hilko Siebels und Phillip Herzog. Vorne: Rolf-Juergen Ahlers.

Königs Wusterhausen. s zu fünf Meter hohe Wellen im Atlantik, Duelle auf Messers Schneide um jeden Meter Vorteil im Wasser und ein Ergebnis, mit dem im Vorfeld so sicherlich nicht zu rechnen war: Karl Schreiber und René Klaus vom Tennisclub Grün-Weiß Königs Wusterhausen nahmen zusammen mit vier weiteren Mitstreitern am 41. Ariane-Cup – einer Segelregatta in der Karibik – teil. Am Ende belegten die Sechs den fünften Rang von insgesamt 77 Booten, die in Martinique an den Start gegangen sind. „Wahnsinn, was wir bei diesem Event, das in jedem Jahr in einem anderen Revierausgerichtet wird, mit unserem Katamaran und als Team geleistet haben“, blickt der 68-jährige Karl Schreiber aus Mellensee zurück.

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Platz fünf von 77 Booten belegt

Der Ariane-Cup ist eine Hobbyveranstaltung, bei der Firmen aus ganz Europa, die am Bau der europäischen Weltraumrakete Ariane beteiligt sind, die Teilnehmer stellen. Schreiber trug einst als Wertstoffingenieur zum Raketenbau bei. Für ihn war es nach Kroatien und Griechenland bereits seine dritte Ariane-Cup-Teilnahme, seinen Freund aus Schulzendorf nahm er als Debütanten mit.

René Klaus zieht mit vollem Einsatz die Genua weit nach außen, um die Geschwindigkeit auf dem Raumschotkurs zu erhöhen.

René Klaus zieht mit vollem Einsatz die Genua weit nach außen, um die Geschwindigkeit auf dem Raumschotkurs zu erhöhen.

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Dabei sah es vor der ersten Wettfahrt nicht wirklich gut aus, denn die sechs Crewmitglieder fuhren das erste Mal in dieser Konstellation zusammen auf See. „Wir sind alle zusammen keine erfahrenen Segler, sodass wir erst Stück für Stück zu einer verschworenen Einheit wurden. Es waren ja nur drei an Bord, die einen Segelschein haben. René und ich sind keine Segelexperten, wir waren eigentlich nur für grobe Arbeiten zuständig“, erzählt Schreiber. „Unsere einzigen Ziele vor dem Beginn der Regatta waren, nicht abzusaufen, nicht unterzugehen und keinesfalls Letzter zu werden. Wir sind jedenfalls mit sehr geringen Ansprüchen an den Start gegangen. Es gab aber auch unter uns Männern an Bord am Anfang einige heftige Auseinandersetzungen, um erst einmal die jeweiligen Positionen auf dem Schiff festzulegen. Das hat ein, zwei Tage gedauert, bis wir uns einigermaßen zusammengefunden haben, denn wir waren ja auch über Nacht immer an Bord.“

Bei der ersten Regatta benötigten die Sechs einige Zeit, um sich an den Wind, die Wellen und die jeweiligen Kontrahenten einzustellen. „Der Atlantische Ozean war für uns absolutes Neuland. Ich selbst war das erste Mal überhaupt in der Karibik. Als wir nach der ersten Wettfahrt Platz 47 erreichten, konnten wir es selbst nicht glauben, da er auch einige Segelexperten mit im Teilnehmerfeld waren“, sagt Schreiber.

In der Essenskiste war viel Bier und Rum

Nach der jeweiligen Zieleinfahrt wurden die Crews erstklassig versorgt. „Wir bekamen vom Veranstalter jedes Mal eine große Essenskiste, in der auch viel Bier und karibischer Rum enthalten war. Wir hatten einen guten Barmixer und so am Abend immer eine richtig gute Stimmung an Bord. Wir haben unsere Ergebnisse immer ausreichend gefeiert und auch begossen“, sagt der in Mellensee lebende Rentner.

Karl Schreiber macht auch im Trikot des TC Grün-Weiß Königs Wusterhausen eine gute Figur.

Karl Schreiber macht auch im Trikot des TC Grün-Weiß Königs Wusterhausen eine gute Figur.

Tag zwei lief für das TC-Duo noch deutlich besser. Skipper Hilko Siebels, ein echter Ostfriese, hatte das Boot jetzt voll unter Kontrolle und unter seiner Führung konnte am zweiten Regattatag sogar der 17. Rang belegt werden. „Unser Schiff war erstaunlich schnell, denn es hatte eine hervorragende Genua, ein Vorsegel, das für sehr hohe Geschwindigkeit auf dem Wasser sorgte. Diese Platzierung trug noch einmal wesentlich dazu bei, dass die Stimmung auf dem Schiff absolut top war“, erzählt der 68-Jährige.

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Als er, René Klaus und der Rest der Crew merkten, sie können durchaus mit der Spitze des Feldes mithalten, stieg der Ehrgeiz bei den sechs Männern, sodass sie begannen, sich intensiv mit der Segelstellung und den jeweiligen Kursen auseinanderzusetzen. Dieses intensive Studium führte dazu, dass bei der dritten Regatta sogar der 15. Rang eingefahren wurde. Am letzten Tag fand das sogenannte Navigator-Race statt, bei dem alle Boote um exakt 15 Uhr im Ziel sein mussten – die Startzeit bestimmten die Teams selbst. „Wir kannten den Kurs, die Wellen und die Meeresströmung und entschieden uns, möglichst spät zu starten, umso knapp wie möglich die Ziellinie zu erreichen“, berichtet Schreiber. Erst zehn Minuten vor 15 Uhr beendeten sie die vierte und damit letzte Regatta, bei der nur 17 Boote in der vorgegebenen Zeit die Wettfahrt abschlossen. „Wir wurden Sechster, sodass wir in der Gesamtwertung den fünften Platz erreichten. Wir waren davon so überrascht und haben es nie für möglich gehalten, dass nicht so erfahrene Segler so einen Rang erreichen“, erzählt er mit stolzer Brust.

Karl Schreiber: „Es war eine tolle Veranstaltung“

„Rückblickend muss ich aber auch sagen, es war eine hervorragend organisierte Veranstaltung, im nächsten Jahr sind wir wieder mit dabei. Auf welchem Revier diese dann durchgeführt wird, entscheidet immer das Siegerteam. Deshalb sind wir ja auch nicht Erster geworden, weil wir uns sicherlich nicht auf einen Austragungsort geeinigt hätten“, fügt Schreiber grinsend noch hinzu.

In den kommenden Wochen konzentrieren sich er und René Klaus jedenfalls wieder auf ihre Aufgaben im Tennisclub Grün-Weiß Königs Wusterhausen, denn der Punktspielbetrieb in der Ü55 und Ü65 ist bereits im vollen Gange. „Wir haben beide schon ein Duell verpasst, da wir ja in der Karibik unterwegs waren. Aber jetzt spielen wir wieder voll mit“, so Klaus.

Von Oliver Schwandt

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