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Volleyball-Bundesliga

Netzhoppers-Libero Kamil Ratajczak beendet seine Karriere

Kamil Ratajczak

Kamil Ratajczak

Bestensee. Elf Jahre lang hielt Libero Kamil Ratacjzak für den Volleyball-Bundesligisten Energiequelle Netzhoppers KW-Bestensee die Knochen hin – jetzt ist endgültig Schluss: „Nach reiflicher Überlegung habe ich mich in der Sommerpause dazu entschlossen, meine sportliche Laufbahn zu beenden und mich zukünftig auf meine berufliche Karriere zu konzentrieren“, sagt der 36-Jährige, der ab dem neuen Schuljahr in der Grundschule Bestensee als Sport- und Englischlehrer tätig sein wird. „Ein Vorteil hat das Ganze irgendwie schon, denn der Sportunterricht findet in der Landkost-Arena statt, die ja in den vergangenen Jahren so etwas wie mein zweites Zuhause geworden ist“, sagt er weiter.

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Offizielle Verabschiedung am 8. Oktober vor dem Match gegen Giesen

„Wir hoffen stark, dass wir Kamil und seine Familie auch weiterhin bei unseren Heimspielen in der Landkost-Arena Bestensee antreffen werden. Eine Saison ohne ihn kann ich mir persönlich noch gar nicht vorstellen. Neben Arvid Kinder und Manuel Rieke ist er der Spieler, mit dem ich am längsten bei den Netzhoppers zusammengearbeitet habe. Er wird mir definitiv fehlen. Zum Glück bleibt mir Theo Timmermann noch erhalten. Er könnte es schaffen, den Rekord von Manuel und Kamil mit jeweils elf Jahren zu brechen“, informiert Teammanagerin Britta Wersinger. Seine offizielle Verabschiedung findet am 8. Oktober beim ersten Heimspiel um 17.30 Uhr gegen Helios Grizzlys Giesen in der Landkost-Arena statt.

Kamil Ratajczak (M.) freut sich über einen Punktgewinn.

Kamil Ratajczak (M.) freut sich über einen Punktgewinn.

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„Natürlich werde ich mir die Heimspiele der Jungs live in der Landkost-Arena angucken. Es wird schon ein komisches Gefühl für mich werden, nicht mehr Teil des Teams zu sein. Aber elf Jahre sind genug. Jetzt möchte ich die Zeit mit meiner Familie nutzen und auch viel gemeinsam mit meinen beiden Kindern Lena und Jakub unternehmen. Sie und meine Frau Ewa mussten ja in der Vergangenheit oft am Wochenende auf mich verzichten, weil ich mit den Netzhoppers irgendwo in Deutschland unterwegs war“, erzählt er.

Ohne Kaugummi ging bei ihm nichts

Auch viele ehemalige Teamkollegen können noch nicht wirklich glauben, dass Ratacjzak in Rente geht. Die Hocke vor der Annahme war sein Markenzeichen. Ebenso wie der Kaugummi beim Spiel. „Ohne den lief bei ihm überhaupt nichts. Deshalb enthielt der Arztkoffer vom Physiotherapeuten neben wichtigem medizinischem Equipment immer eine Packung Kaugummis. Kamil hatte immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der jungen Spieler. Er stand ihnen sportlich mit Rat und Tat zur Seite, so dass sie sich stets weiterentwickeln konnten“, berichtet Wersinger.

Der ehemalige Netzhoppers-Libero wurde am 24. September 1985 in Walbrzych (Polen) geboren. Seine sportliche Karriere begann er eigentlich mit einer anderen Ballsportart, denn er versuchte es mit Basketball. Da er damals jedoch zu klein für diese Sportart war, folgte er dem Vorbild seines Vaters, denn Dariusz Ratajczak war polnischer Pokalsieger im Volleyball. „Leider hat es für mich nicht zu einem Pokalsieg gereicht, doch das Pokalendspiel Ende Februar 2021 in Mannheim gegen die United Volleys wird mir immer als Karrierehöhepunkt bei den Netzhoppers in Erinnerung bleiben“, sagt er.

„Er hinterlässt eine große Lücke“

Als Zuspieler startete er seine Laufbahn bei seinem Heimatverein Juventur Walbrzych, wurde dann aber schnell zum Libero umgeschult. Seine weiteren Stationen führten ihn über den Zweitligisten Kamienna Góra, dem Erstligisten Gorzów Wielkopolski und AZS PWSZ Nysa nach Königs Wusterhausen. In der Saison 2011/2012 startete er unter Mirko Culic sein Engagement bei den Netzhoppers. „Kamil war nicht nur auf dem Feld sehr wertvoll für mich, sondern auch daneben. Ich schätze heute noch seine Loyalität und seinen Einsatz für das Team und den Verein sehr“, so der ehemalige Ex-Netzhoppers-Coach, „sein Rückzug aus dem Profi-Volleyball hinterlässt definitiv eine sehr große Lücke.“

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