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Ringen

Vom Luckenwalder Olympiastarter zum Freiburger Familienvater

Ringer Nick Matuhin vom 1. Luckenwalder SC nahm 2012 an den Olympischen Spielen in London teil.

Ringer Nick Matuhin vom 1. Luckenwalder SC nahm 2012 an den Olympischen Spielen in London teil.

Luckenwalde. Nick Matuhin saß im Juli 2012 auf gepackten Koffern. Vor zehn Jahren stellte sich der Freistil-Ringer des 1. Luckenwalder SC einer sportlichen Herausforderung. Matuhin hatte sich für die Olympischen Spiele in London qualifiziert. Mit guten Wünschen, dem Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt, einem Tablet-PC sowie einem Wimpel wurde der Schwergewichtler damals im Luckenwalder Rathaus offiziell auf die Reise nach Großbritannien geschickt. Bei den Spielen in London verlor Matuhin seine Kämpfe gegen Artur Taymazov (Usbekistan) und Komeil Ghasemi (Iran). Am Ende belegte er den 17. Platz in der Gewichtskategorie bis 120 kg. Geschichte schrieb Nick Matuhin dennoch. Er ist der 18. und bisher letzte Ringer des Luckenwalder Clubs, der seit 1968 an Olympischen Spielen teilnahm. Erfolgreichste Luckenwalder Olympia-Ringer waren Hans-Dieter Brüchert sowie Heiko Balz, die 1976 in Montreal beziehungsweise 1992 in Barcelona jeweils Silber im Gepäck hatten.

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Laufbahn von Nick Matuhin geprägt von Höhen und Tiefen

Olympisches Edelmetal gab es für Matuhin in London nicht. Die Erinnerungen an ein nicht vergleichbares Sportereignis kann ihm jedoch niemand mehr nehmen. „Es sind schöne Erinnerungen“, blickt Matuhin zurück, „es war die Zeit, als alles in Ordnung war und ich Erfolge feierte.“

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Seine Ringer-Laufbahn ist von Höhen und Tiefen geprägt. 1990 in der Nähe von Moskau (Russland) geboren, kam er als Kind Anfang der 2000er Jahre mit seinen Eltern nach Deutschland und wurde eingebürgert. 2001 begann Nick Matuhin in Luckenwalde mit dem Ringen. Der fast zwei Meter große Modellathlet avancierte zum Hoffnungsträger im Deutschen Ringer Bund (DRB), doch Krankheiten und Verletzungen warfen ihn zurück. Dank seines Ehrgeizes und seines Trainingsfleißes stand er jedoch immer wieder auf der Matte.

Mittlerweile hat sich der 32-Jährige vom Ringkampf-Leistungssport zurückgezogen. Seinen Lebensmittelpunkt hat Matuhin in den Südwesten Deutschlands verlegt. „Ich bin jetzt glücklicher Familienvater“, sagt der Luckenwalder Olympia-Teilnehmer von 2012. Nick Matuhin ist verheiratet. Mit Frau Kim und der einjährigen Tochter Palina lebt er in Freiburg (Breisgau). „In der Nähe des wunderschönen Schwarzwaldes“, wie er sagt.

Schleichender Rückzug vom Leistungssport

Seinen Rückzug vom Leistungssport bezeichnet Nick Matuhin als schleichenden Prozess. 2016 und 2020 wollte er sich nochmals für die Olympischen Spiele qualifizieren. Beide Male verfehlte er sein Ziel.

Aufgrund von Krankheit konnte Nick Matuhin 2016 nur eine Chance zur Olympiaqualifikation in Istanbul wahrnehmen. Dort unterlag er dem späteren Bronzemedaillengewinner der Spiele in Rio, Ibrahim Saidau aus Weißrussland.

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Nach dem Rückzug des 1. Luckenwalder SC aus der Ringer-Bundesliga wechselte er zur Saison 2016/17 erstmals den Verein. Mit dem KSV Ispringen wurde Matuhin Deutscher Vizemeister. In der Saison 2017/18 wechselte er zum südbadischen Bundesligisten TuS Adelhausen, mit dem er zweimal im Halbfinale der deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Ringer stand.

Blutvergiftung unterbricht Comeback-Versuch

Nach einer einjährigen Auszeit vom Einzelwettkampfgeschehen startete Matuhin unter der Aufsicht seines neuen Trainers, Aleksandr Sommer, ein Comeback. Bei den Deutschen Meisterschaften 2018 in Aschaffenburg entschied er jedes seiner Duelle vorzeitig für sich und gewann seinen zwölften DM-Titel. Durch eine Blutvergiftung, in deren Folge er vier Monate nicht trainieren konnte, war für ihn jedoch der Zug zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio abgefahren.

Zu dieser Zeit stand die Versetzung des ausgebildeten Feuerwehrmannes Nick Matuhin nach Freiburg bereits fest. „Ich hätte es zeitlich nicht mehr geschafft, mich auf die Spiele in Tokio ausreichend vorzubereiten“, sagt Matuhin, der weiterhin Kontakt zu seinen einstigen Luckenwalder Mannschaftskameraden wie Emanuel Krause und Felix Menzel oder seinen früheren Trainern Heiko Röll und Bernd Nieke hält.

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