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Fußball-Regionalliga Nordost

„Wir wollen oben mitspielen“: Saibo Ibraimo schließt sich Babelsberg 03 an

Er hat die Ruhe am Ball: Neuzugang Saibo Ibraimo (M.), der von Phönix Lübeck kam, zeigte am Mittwoch im Testspiel beim FSV Optik Rathenow gute Ansätze.

Er hat die Ruhe am Ball: Neuzugang Saibo Ibraimo (M.), der von Phönix Lübeck kam, zeigte am Mittwoch im Testspiel beim FSV Optik Rathenow gute Ansätze.

Potsdam-Babelsberg. Die etwas älteren Babelsberger Fußballfans werden Daniel Petrowsky (45) noch kennen. Ende der Neunziger Jahre war’s, als der Mittelfeldspieler im Karli aufschlug, bei einem Verein, „der relativ hohe Ambitionen hatte“, wie sich der gebürtige Berliner heute zurückerinnert: „Karsten Heine war Trainer, Spieler wie Jörg Schwanke und Tom Persich kamen“ – und weitere Unioner wie Nico Patschinski, mit denen Nulldrei den großen Coup plante. „Wir wollten wirklich was reißen“, erzählt Petrowsky, raus aus der damals drittklassigen Regionalliga, rein ins Profigeschäft. Recht schnell war aber auch Petrowsky wieder raus, den Verein plagten finanzielle Sorgen „und nach der Vorbereitung hieß es, dass Spieler, an denen andere Vereine interessiert sind, gerne gehen können.“

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So schnell wie das Kapitel Petrowsky beim SVB geschlossen wurde ("ich war vielleicht drei Monate dort"), soll die Zeit von Saibo Ibraimo bei Nulldrei natürlich nicht zu Ende gehen. Im Gegenteil: Der früher von Petrowsky in der U 19 des Hamburger SV ausgebildete Ibraimo sieht den SVB als echte Chance für einen sportlichen Neuanfang. "Ich will hier wieder Fuß fassen, auf mich konzentriert sein, mich weiterentwickeln", sagte der 21-jährige Neuzugang nach dem 5:1-Testspielsieg am Mittwoch bei Optik Rathenow, als der Innenverteidiger einen ordentlichen Eindruck hinterließ.

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In den letzten Spielzeiten lief es dagegen selten ordentlich für Ibraimo. Nach zwei guten Jahren unter Petrowsky im HSV-Nachwuchs und einer (Corona-)Saison beim HSV II, wechselte er im September 2021 zu Phönix Lübeck. Wirklich in die Spur fand er beim Nord-Regionalligisten aber nicht, „es gab viele Sachen drumherum, auch Probleme in der Familie, dies, das“, erzählt Ibraimo, ohne Details verraten zu wollen – „jetzt ist aber alles geklärt.“ Nach nur neun Einsätzen für Phönix, auch bedingt durch einen Muskelbündelriss, will der gebürtige Hamburger in Babelsberg wieder eine zentrale Rolle spielen.

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Sein alter Trainer Petrowsky, der inzwischen die U19 von Zweitligist Darmstadt 98 coacht, traut ihm das durchaus zu. „Er ist zwar keiner, der gleich auf die Kacke haut, war in der A-Jugend aber ein Führungsspieler und vom Typ her im Team beliebt.“ Dass es beim HSV für höhere Aufgaben nicht reichte, sieht Petrowsky sachlich: „Am Ende muss man Glück haben. Damals waren alle Positionen besetzt. Und ihm steht noch alles offen, wenn er in der Regionalliga gut spielt und auffällt.“

„Ich denke, der Aufstieg müsste das Ziel sein“

Den Wechsel nach Babelsberg hält Petrowsky („schönes Stadion, super Fans, klasse Stimmung“) für den richtigen Schritt, „das wird ihm in der Entwicklung seiner Persönlichkeit guttun.“ Ibraimo, der sich bei einem früheren Mitspieler über den SVB erkundigt hatte, ist ähnlicher Meinung. „Ich bin sehr glücklich, dass ich nach einer nicht so erfolgreichen Saison im letzten Jahr hier nochmal eine Chance bekomme, mich zu beweisen und meine Qualitäten einbringen kann.“

Die Fans will er unter anderem mit seinem guten Spielaufbau und Zweikampfstärke überzeugen. „Er ist schnell, jung, entwicklungsfähig und hat sehr gute Anlagen“, lobt SVB-Trainer Markus Zschiesche. Defizite gebe es beim Kopfballspiel, findet Ibraimo, „da kann ich noch energischer, noch höher reingehen.“

Dass Babelsberg als besonderer Verein gilt, hat Ibraimo bereits festgestellt. „In den Testspielen hier kommen gefühlt mehr Zuschauer als zu den Pflichtspielen in Lübeck – das ist ein riesiger Unterschied.“ Vor größeren Kulissen zu spielen, wie sie die Regionalliga Nordost bietet, gefalle ihm. „Ich habe mir das vor meinem Wechsel angeschaut und gemerkt: Okay, da ist schon sehr viel Feuer drin.“

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Auch neben dem Platz blickt sich Ibraimo um. „Es ist wichtig, ein zweites Standbein zu haben“, sagt er. Online-Marketing fände er spannend, aber genauere Vorstellungen habe er noch nicht. Das sieht in Sachen Saisonziele anders aus. „Ich denke, der Aufstieg müsste das Ziel sein. Wir wollen oben mitspielen“, sagt Ibraimo und ergänzt: „Nicht unten, oben!“ Wie in den Neunzigern, als Petrowsky kam. Aber das ist dann doch eine ganz andere Geschichte.

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