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Wegen Energiekrise und Inflation

Bundesbank erwartet Rezession

Blick auf das Container-Terminal Tollerort im Hamburger Hafen (Symbolbild)

Blick auf das Container-Terminal Tollerort im Hamburger Hafen (Symbolbild)

Frankfurt/Berlin. Die deutsche Wirtschaft steuert nach Einschätzung der Bundesbank auf einen längeren Konjunktureinbruch zu – bis ins kommende Jahr hinein. „Es mehren sich die Anzeichen für eine Rezession der deutschen Wirtschaft im Sinne eines deutlichen, breit angelegten und länger anhaltenden Rückgangs der Wirtschaftsleistung“, hieß es aktuellen Monatsbericht der Notenbank.

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Grund sei in erster Linie die gestörte Energieversorgung als Folge des Ukraine-Krieges. Der Industrieverband BDI sieht die Industrie auf dem Weg in eine schwere Rezession in den kommenden Monaten, „mit Ausstrahleffekten auf die gesamte Wirtschaft“.

Bundesbank: Konjunktureinbruch noch im laufenden Quartal

„Die hohe Inflation und die Unsicherheit in Bezug auf die Energieversorgung und ihre Kosten beeinträchtigen dabei nicht nur die gas- und stromintensive Industrie sowie deren Exportgeschäfte und Investitionen, sondern auch den privaten Konsum und die davon abhängigen Dienstleister“, erläuterten die Ökonomen der Bundesbank in dem am Montag veröffentlichten Bericht.

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Sie rechnen mit dem Beginn des Konjunktureinbruchs im laufenden, dritten Quartal. In den letzten drei Monaten dieses Jahres dürfte die Wirtschaftsleistung dann merklich zurückgehen. „Dies dürfte wohl auch für das erste Quartal des kommenden Jahres gelten.“

Zweistellige Inflation und Rezession befürchtet

Die Energiekrise belastet Verbraucher und Unternehmen. Die Bundesbank sieht inzwischen wachsende Anzeichen für eine Rezession in Deutschland.

Im Frühjahr war Europas größte Volkswirtschaft nach Daten des Statistischen Bundesamtes noch leicht um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Seitdem haben sich die Aussichten durch die Gaskrise deutlich eingetrübt. „Nachdem die russischen Gaslieferungen nach Deutschland weitgehend eingestellt wurden, ist die Lage bei der Gasversorgung in den kommenden Monaten äußerst angespannt“, heißt es im Monatsbericht. Wirtschaftsforschungsinstitute wie das Ifo-Institut oder das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechneten zuletzt ebenfalls mit einer Rezession in Deutschland.

Zweistellige Inflationsrate erwartet

Die Menschen müssen sich nach Einschätzung der Notenbank in den nächsten Monaten auf zweistellige Inflationsraten einstellen. Die angekündigten Maßnahmen des jüngsten Entlastungspakets, etwa zur Gasumlage oder Strompreisbremse, würden sich wohl erst Anfang des nächsten Jahres in den Verbraucherpreisen niederschlagen.

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Warnung vor leeren Reglanden: Zu Anfang der Corona-Pandememie waren in Supermärkten einige Produkte schnell vergriffen.

Lebensmittelverband warnt vor leeren Regalen in Supermärkten

Durch die hohen Strom- und Gaspreise könnten die Versorgungsketten zusammenbrechen, sagt der Verband der Ernährungswirtschaft. Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände warnten am Freitag in einem gemeinsamen Appell vor Unternehmenspleiten und Versorgungsproblemen.

Preissprünge bei Energie infolge des Ukraine-Krieges und steigende Lebensmittelpreise heizen die Teuerung seit Monaten an. Tankrabatt und 9-Euro-Ticket, die bis Ende August befristet waren, sorgten zeitweise für eine leichte Abschwächung des Preisauftriebs. Zuletzt näherte sich die Inflation aber wieder der 8-Prozent-Marke. Im August stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,9 Prozent.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnet im Gesamtjahr 2022 mittlerweile nur noch mit einem Wirtschaftswachstum in Deutschland von 0,9 Prozent, wie aus dem am Montag veröffentlichten Quartalsbericht hervorgeht. Nur durch eine schnelle europäische Einigung auf Sofortmaßnahmen auf dem Strom- und Gasmarkt sowie durch eine Ausweitung der Hilfsprogramme für Unternehmen ließen sich schwerwiegende Verwerfungen vermeiden, mahnte der Industrieverband.

Nach wie vor beeinträchtigten auch Engpässe bei Material und Vorprodukten die Industrieproduktion. Stark steigende Energiepreise sorgten für einen zusätzlichen Dämpfer. Im Juni hatte der BDI noch ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent im laufenden Jahr erwartet – sofern alles gut gehe. Vor Beginn des Ukraine-Kriegs war mit einem Plus von etwa 3,5 Prozent gerechnet worden.

RND/dpa

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