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Kommentar

Hilfskräfte aus dem Ausland: Polit-PR genügt nicht

An den Flughäfen in Spanien könnte es zu Ausfällen und Verspätungen wegen Streiks kommen.

An den Flughäfen kann es weiterhin zu Verspätungen kommen.

Gleich drei Mitglieder des Bundeskabinetts traten Ende Juni vor die Kameras, um die offenbar wirklich wichtigen Probleme dieser Zeit zu lösen: Fix würden Hilfskräfte aus dem Ausland angeworben, um die Abfertigung auf den Flughäfen dem Zustand nahezubringen, den man sich in einem entwickelten Industrieland allgemein vorstellt.

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Es brauchte nicht viel Lebenserfahrung, um das als hektische Polit-PR zur Rettung des bedrohten Ferienfriedens zu erkennen. Das Ergebnis wenige Wochen später ist entsprechend: Die Zahl der Angeworbenen bleibt weit hinter den erhofften 2000 zurück, und sie kommen zu spät, um am allgemeinen Chaos noch nennenswert etwas zu ändern.

Publikumswirksam, aber wirkungslos

Das liegt nicht nur an deutscher Bürokratie, sondern auch an einer Fehleinschätzung oder schlicht an einer peinlich überholten Weltsicht: Unausgesprochen basierte der Plan auf der Überzeugung, dass zum Beispiel in der Türkei Tausende Tatenlose darauf warten, für ein paar Wochen in Deutschland Koffer schleppen zu dürfen. Im Grunde ist es ein Glück, dass das nicht so ist.

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Dies war nicht der erste verkorkste Versuch, Arbeitskräfte aus dem Ausland zu holen. Egal, ob es um IT-Fachkräfte geht, um Pflegepersonal oder eben Helfer am Flughafen: Akute Probleme führen zu publikumswirksamen Aktionen und die führen – in der Regel – zu nichts. Zu ihrem Amtsantritt an der Spitze der Arbeitsagentur hat Andrea Nahles gerade festgestellt, dass der Bedarf an Arbeitskräften in den nächsten Jahren ohne Zuwanderung nicht einmal annäherungsweise gedeckt werden könne. Das ist keine übermäßig neue Erkenntnis, aber von einer Strategie ist bisher wenig zu sehen.

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