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Einbruch in der Bitcoin-Branche

Der Kryptobank Nuri ist das Geld ausgegangen

Der Bitcoin hat zuletzt stark an Wert verloren. Infolgedessen haben einige Unternehmen zu kämpfen.

Der Bitcoin hat zuletzt stark an Wert verloren. Infolgedessen haben einige Unternehmen zu kämpfen.

Der Boom der sogenannten Neobanken bekommt einen herben Dämpfer: Mit dem Berliner Start-up Nuri hat einer der prominenten Vertreter Insolvenz angemeldet. Seit Wochen schlingerte das Unternehmen, das 2015 unter dem Namen Bitwala gegründet wurde und nach eigenen Angaben eine halbe Million Kundinnen und Kunden hat. Deren Einlagen von angeblich 500 Millionen Euro – also im Durchschnitt 1000 Euro pro Kopf – auf den Nuri-Konten seien sicher, betont das Unternehmen auf seiner Webseite. Allerdings liegt auch Kundengeld auf anderen Konten – und ist dort schon seit Wochen eingefroren.

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Nuri hat keine eigene Banklizenz, sondern fungiert lediglich als Vermittler. Das Geschäftsmodell besteht darin, möglichst einfache Finanzprodukte zu entwickeln und über eine App zu vermarkten. Versprochen wird „dein einfacher Einstieg in die Welt des Investierens“. Die eigentliche Bankleistung im Hintergrund erledigt die Solarisbank als eine Art technischer Dienstleister. Sie ist von der Pleite nicht betroffen und darüber hinaus Mitglied im Einlagensicherungsfonds. Dank dieser Partnerschaft hätten die Kunden weiterhin garantierten Zugriff auf ihr Geld, erklärt Nuri. Die App funktioniere.

Ein anderer Partner war allerdings weniger standfest. Die amerikanische Kryptoplattform Celsius stoppte Mitte Juni sämtliche Auszahlungen an Kunden und ist inzwischen ebenfalls pleite. Das betrifft auch Nuri-Kunden, denn das Berliner Start-up vermarktete Celsius-Produkte als „Bitcoin Ertragskonto“ in Deutschland – ohne selbst dafür in die Haftung zu gehen.

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Über Celsius konnte man die Kryptowährung Bitcoin an andere Plattformmitglieder verleihen und bekam entsprechende Zinsen. „Unsere Partnerschaft mit Celsius Network verschafft dir Zugang zu Ertragsraten, die du mit einem Old-School-Bankkonto nicht erreichen könntest“, warb Nuri. Doch als der Bitcoin-Kurs abrutschte, kam Celsius in Schieflage und zahlte keine Guthaben mehr aus. Nun kamen die Risikohinweise auf der Nuri-Webseite zum Zug: Totalverlust sei möglich, „die Anleger tragen vollständig das Risiko der Insolvenz von Celsius Network“. Nuri sei nur der Vermittler. Wie viel Geld Nuri-Kunden bei Celsius angelegt haben, ist nicht bekannt, die Chance auf Rückzahlung gering.

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Die Probleme mit Celsius dürften ein wesentlicher Grund sein, warum Nuri von den Investoren nicht mehr genug frisches Geld bekommen hat. Zudem haben Rechtsanwälte im Internet bereits Celsius-Geschädigte gesucht, um Nuri auf Schadensersatz zu verklagen. Das dürfte nach der Pleite wenig Aussicht auf Erfolg haben. Offiziell wird der Insolvenzantrag mit den schwierigen Zeiten begründet: Von den „Nachwirkungen der Corona-Pandemie“ und dem Krieg in der Ukraine ist die Rede, die zu „wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten an den Märkten“ und einer Abkühlung der Kapitalmärkte geführt hätten.

Unternehmenschefin Kristina Walcker-Mayer hofft nun auf eine Sanierung in der Insolvenz. „Wir haben den Insolvenzantrag gestellt, um einer dauerhaften Zahlungsunfähigkeit unseres Unternehmens zuvorzukommen“, heißt es in der offiziellen Mitteilung. „Trotz der aktuellen Herausforderungen ist und bleibt unsere Vision eine Welt, in der jeder in der Lage ist, seine finanzielle Zukunft zu gestalten.“

Auch dafür werden allerdings Investoren gebraucht, und die halten sich seit Monaten bei Start-ups sehr zurück. Seit die Zinsen steigen, meiden sie das Risiko der wachstumsstarken, aber defizitären Jungunternehmen. Gerade bei den Onlinefinanzdienstleistern, den sogenannten Fintechs, ist der Kapitalfluss dünn geworden. Nach einem regelrechten Hype in den vergangenen Jahren bauen viele jetzt Personal ab, darunter auch Klarna, das milliardenschwere Aushängeschild der Szene.

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