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Kommentar

Streikdrohung bei Lufthansa: Die Piloten sollten vorsichtig sein

Ohne Pilot geht im Flieger nix: Die Gewerkschaft sollte mit Drohungen trotzdem vorsichtig sein.

Ohne Pilot geht im Flieger nix: Die Gewerkschaft sollte mit Drohungen trotzdem vorsichtig sein.

Nach dem Streik ist vor dem Streik: Das bei Verdi organisierte Bodenpersonal hat sich gerade mit der Lufthansa auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt, da droht die nächste Arbeitsniederlegung – denn auch die Pilotinnen und Piloten wollen mehr Geld. Sie sind gut beraten, nicht zu forsch aufzutreten.

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Klar ist: Auch das Personal im Cockpit leidet unter der Inflation. Und es geht nicht nur ums Geld, sondern auch darum, dass sich die Lufthansa mit der Gründung neuer Tochtergesellschaften ein Stück weit aus den existierenden Tarifeinigungen verabschiedet hat – eine Machtprobe in Gestalt eines Streiks ist da keine Überraschung.

Wie laut wird die Kritik?

Doch zugleich sind es häufig Spitzenverdiener, die sich nun anschicken, Reisepläne zu vereiteln. In einem Land, in dem große Teile der Bevölkerung nach zwei Pandemiejahren so urlaubsreif sind, dass sie lieber am Essen als bei Reisen sparen. Schon Verdi hatte die Arbeitsniederlegung im Juli schärfste Kritik eingebracht – und da streikte Personal, das nicht ansatzweise die in Lufthansa-Cockpits möglichen 200.000 Euro pro Jahr verdient.

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Der Lufthansa geht es gerade nicht gut.

Der gerupfte Kranich

Die Lufthansa gehört zum Inventar der Bundesrepublik und zählte sich selbst lange zu den besten Airlines der Welt. Strukturwandel, Billigkonkurrenz, Pandemie, Beinahepleite, Managementfehler und der Dauerzoff mit der Belegschaft haben die Airline in eine schwere Krise gestürzt. Der Kranich hat Federn gelassen.

Nun lässt sich die Macht der Pilotinnen und Piloten kaum bestreiten, sie sind rar gesät und unersetzbar – die Vereinigung Cockpit hat deshalb schon die ein oder andere Tarifauseinandersetzung gemeistert. Doch die Zeiten haben sich geändert, das Tarifeinheitsgesetz ist in Kraft und zumindest der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat es im Sommer nicht beanstandet. Für Cockpit war das keine gute Nachricht, schließlich droht so weiterhin eine empfindliche Schwächung der kleinen Spartengewerkschaft – die bei Streiks die öffentliche Meinung, anders als früher, nicht ignorieren darf.

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