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Studie zu E-Bikes: auf zwei Rädern stromern

Ein E-Bike kann eine Alternative zum Auto bieten.

E-Bikes boomen wie kaum ein anderes Verkehrsmittel. Von den 3,2 Millionen Fahrrädern, die im ersten Halbjahr 2020 verkauft wurden, waren 1,1 Millionen Fahrräder, die von einem Elektromotor unterstützt werden. Die Gründe liegen auf der Hand: größere Reichweiten bei weniger Kraftaufwand. Die Denkfabrik Fisch im Wasser hat zusammen mit der Krankenkasse Viactiv und dem Sportwissenschaftler Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln jetzt erstmals das Phänomen E-Bike erforscht. Untern anderem wurden in einer Feldstudie die Unterschiede zwischen Fahrrädern, E-Bikes und E-Scootern herausgearbeitet. In einer Onlinebefragung wurde außerdem untersucht, was E-Bike-Fahrer antreibt und wie sie ihr Rad nutzen.

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E-Bike fahren ist weniger anstrengend – und bringt Spaß an der Bewegung

Solange eine Verkehrswende nicht deutlich mehr Raum für Fahrräder schafft, müssen sie mit E-Bikes und auch E-Scootern konkurrieren. Um herauszufinden, welches dieser drei Verkehrsmittel den Nutzen bietet, wurden mehrere Probanden – zwölf Männer und 17 Frauen – im Alter zwischen 45 und 65 Jahren auf eine 4,5 Kilometer lange Strecke geschickt, die mit jedem der drei Verkehrsmittel abgefahren werden musste. Ihre individuelle Geschwindigkeit konnten die Testpersonen selbst wählen. Dabei wurden die durchschnittliche Herzfrequenz, die Geschwindigkeit, das subjektive Beanspruchungsempfinden und die Freude an der körperlichen Bewegung untersucht beziehungsweise abgefragt.

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Erwartungsgemäß lag die Herzfrequenz beim konventionellen Fahrrad am höchsten (Mittelwerte: 124,2 Schläge pro Minute; Pedelec: 114 s/min; E-Scooter: 101,2 s/min), während mit dem E-Bike die höchsten Geschwindigkeiten gefahren wurden (Mittelwerte Pedelec: 21,5 km/h; Fahrrad: 18,1 km/h; E-Scooter: 17,6 km/h). Was das Beanspruchungsempfinden betrifft, wurde das Fahrrad als anstrengend empfunden, zwischen E-Bike und E-Scooter gab es keine signifikanten Unterschiede. Bei der Freude an der körperlichen Bewegung gaben die Testpersonen an, dass diese beim E-Scooter am geringsten war.

Eine gute Alternative für mehr Bewegung im Alltag

Unterm Strich kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass das normale Fahrrad zwar den höchsten Trainingswert bietet, dem E-Bike aber ein hohes Potenzial zur Steigerung der Alltagsaktivität zugeschrieben werden kann. Im Fazit der Studie heißt es: „Der körperliche Reiz des E-Bike-Fahrens reicht aus, um die Bewegungsempfehlungen der WHO erreichen zu können. Das E-Bike eröffnet neue Perspektiven für das Mobilitätsverhalten der Menschen. So ist das E-Bike besonders für Zielgruppen, die das Radfahren negativ konnotieren oder mit Barrieren verbinden, eine gute und vor allem niedrigschwellige Alternative zu mehr Bewegung im Alltag.“

In der Onlineumfrage wurden E-Bike-Besitzer hauptsächlich nach ihrem Mobilitäts- und Nutzungsverhalten befragt. Demnach nutzt die Mehrheit das E-Bike in der Freizeit und erledigt Alltagsfahrten nach wie vor mit dem Auto. Als Motive werden Spaß, das Zurücklegen größerer Strecken, Gesundheitsgründe, aber auch das Unterwegssein in der Natur genannt. Knapp 50 Prozent nennen aber auch die Unabhängigkeit vom öffentlichen Nahverkehr als Grund für ein E-Bike. Zeitersparnis oder beispielsweise das Umgehen von Staus spielen dagegen eine untergeordnete Rolle. Ebenfalls eine Mehrheit ist länger als eine Stunde unterwegs, wenn sie sich auf das E-Bike schwingt, und legt dabei Strecken von mehr als 25 Kilometern zurück. Als kaufentscheidende Kriterien wurden am häufigsten die Reichweite des Akkus, das Design und der Modelltyp genannt. Gewicht und Preis waren weniger wichtig.

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Kostspielige Anschaffung für Jung und Alt

Tatsächlich sind Kunden bereit, für ihr E-Bike tief in die Tasche zu greifen: Knapp 37 Prozent legen dafür mehr als 3000 Euro auf den Tisch, gefolgt von 35,43 Prozent, die auch immerhin noch zwischen 2001 und 3000 Euro anlegen. Der Anteil derjenigen, die weniger als 2000 Euro ausgeben wollen, liegt unter 30 Prozent. Weit mehr als die Hälfte der E-Bike-Fahrer wohnt in einer ländlichen Gegend, nur knapp 40 Prozent leben in der Stadt. Abschließend lassen sich E-Bike-Fahrer nach der Umfrage grundsätzlich in zwei Gruppen einteilen: ältere Menschen, die bewegungsaffin sind und längere Distanzen bewältigen wollen, sowie jüngere, die sich nachhaltigere Fortbewegungsmittel für den Alltag (Freizeit- und Arbeitsweg) wünschen, jedoch finanziell eingeschränkt sind.

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