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Urlaubsabenteuer auf zwei Rädern: die wichtigsten Tipps für entspanntes Reisen mit dem Rad

Pausen einplanen: Die Etappenziele sollten realistisch sein – also den eigenen Kräften entsprechend geplant werden.

Das Fahrrad ist nicht nur ein praktisches Verkehrsmittel für den Alltag. Es eignet sich auch für mehrtägige Urlaubsreisen – sei es sportlich bei einer Alpenüberquerung, entspannt auf Reisen entlang von Flüssen oder abenteuerlich bei Fahrten in entlegene Gegenden. Wohin auch immer die Reise geht: Die richtige Ausrüstung ist wichtig. Das betrifft sowohl das Rad selbst als auch das Gepäck und die Kleidung. Tipps für einen gelungenen Fahrradurlaub:

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Welche Reiseform soll es sein?

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten: die selbst geplante Reise, eine individuelle Tour, die vom Reiseveranstalter organisiert wird, und geführte Reisen mit der Gruppe. „Die meisten bevorzugen es, ihren Urlaub komplett selbst zu planen und zu organisieren“, sagt Frank Hofmann, Bundesvorstand Tourismus beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Vor allem bei Auslandsreisen werden häufig die Dienste von Reiseveranstaltern in Anspruch genommen. Der Vorteil: Die Routen sind fahrradfreundlich ausgewählt und die Unterkünfte auf Radreisende vorbereitet. „Auch die Räder können gestellt werden – komplett ausgestattet unter anderem mit Satteltaschen“, sagt Eva Machill-Linnenberg vom Veranstalter Wikinger Reisen. Gesine Gwinner vom Reiseportal anderswo empfiehlt vor allem denjenigen, die zum ersten Mal mit dem Fahrrad Urlaub machen wollen, sich beraten und die Reise planen zu lassen.

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Für wen bietet sich ein Radurlaub an?

Radreisende sollten bereit sein, ab und an die Komfortzone zu verlassen und kleine Abenteuer zu erleben. Je nach Anspruch ist eine gute Fitness erforderlich. Eine Grundvoraussetzung sollte neben Spaß an der Bewegung die Liebe zur Natur sein. Radurlauber nehmen die Topografie einer Landschaft unmittelbar wahr, dann erscheinen sogar Küstenregionen nicht mehr als flach. Mit im Schnitt zwischen 500 und 800 Euro für zwei Personen und eine Woche ist ein Radurlaub vergleichsweise günstig.

Was sind geeignete Touren?

Auf vielen Routen besteht eine gute Infrastruktur für Radreisende, etwa entlang von großen Flüssen oder auf dem Ostseeradweg. Wege sind ausgeschildert, Unterkünfte reichlich vorhanden. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte auf autofreie Strecken achten. „In Regionen, wo viel Fahrrad gefahren wird, habe ich in der Regel eine gute Infrastruktur. Je mehr diese fehlt, desto größer wird das Abenteuer“, sagt Gwinner. Das werde zum Beispiel entlang der Donau deutlich, je näher diese der Mündung ins Schwarze Meer komme. Laut Hofmann startet jeder vierte Radurlaub von zu Hause. Auch das kann zur Reise ins Ungewisse werden, wenn touristisch wenig erschlossene Gebiete befahren werden.

Wie geht’s zum Ausgangspunkt?

Am flexibelsten ist es, mit dem Auto anzureisen. Auf Fahrradgepäckträgern können auch mehrere Räder mitgenommen werden. Endet die Radtour nicht am Ausgangspunkt, muss das Auto allerdings wieder abgeholt werden. Die umweltfreundlichere Alternative ist eine Anreise mit der Bahn: Fahrräder können in den meisten Nah- und Fernverkehrszügen mitgenommen werden. Dafür sind ein Extraticket sowie im Fernverkehr zusätzlich eine Reservierung erforderlich. Die sollte vor allem in der Hauptsaison und an Wochenenden frühzeitig, am besten Monate vorher, erfolgen. Zu bedenken ist auch: Mit Fahrrädern und Gepäck umzusteigen kann hektisch und anstrengend werden. Also besser großzügig Umsteigezeit einplanen.

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Was für ein Fahrrad sollte es sein?

„Das Fahrrad sollte zur Tour passen“, bringt Gwinner die Anforderung auf eine kurze Formel. Für eine Alpenüberquerung sind ein Rennrad oder ein Mountainbike die beste Wahl. Im Flachland genügt meist ein alltagstaugliches Trekkingrad. Mit einem Pedelec oder E-Bike sind auch ohne sportliche Ambitionen größere Strecken zu bewältigen. Allerdings muss im Vorfeld geprüft werden, ob ausreichend Ladeinfrastruktur vorhanden ist.

Wichtig ist ein Sattel, auf dem es sich längere Zeit aushalten lässt. Der Weltenbummler Anselm Pahnke empfiehlt einen harten Leder- statt eines weichen und bequemen Sattels, weil dann der Po vom Schweiß nicht so schnell wund wird. Federgabeln rauben seiner Erfahrung nach viel Kraft. Wichtig seien Lenker mit mehreren Griffmöglichkeiten, um Handgelenke und Schultern nicht einseitig zu belasten, erklärt Pahnke.

Welche Ausrüstung ist erforderlich?

Viele Radreisende nehmen zu viel Gepäck mit, vor allem beim ersten Mal, sagt Hofmann: „Die wollen oft perfekt vorbereitet sein, können dann aber nach zwei Tagen ein Postpaket nach Hause schicken mit Dingen, die unnötig sind.“ Elementar seien eine gute Regenausrüstung und wasserfeste Taschen, sagt Gwinner. Letztere können am Gepäckträger, am Lenker, am Rahmen, am Sattel und an Streben am Vorderrad angebracht werden.

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Puristen kommen mit zwei Garnituren Kleidung aus: eine, die sie anhaben, und eine zum Wechseln. „Funktionskleidung aus synthetischen Fasern trocknet schnell beim Schwitzen oder nach dem Waschen“, sagt Hofmann. Eine gute, eventuell gepolsterte Radhose sorgt auch auf längeren Touren für Sitzkomfort. Die neuralgischen Punkte am Po können mit einer schützenden Creme, etwa Hirschtalg, eingeschmiert werden.

Navigiert wird in der Regel mit speziellen Apps auf dem Smartphone, die detaillierte Daten liefern und Routenempfehlungen geben. Manche Nabendynamos erzeugen Strom zum Laden des Akkus. Hofmann empfiehlt alternativ die Mitnahme von Powerbanks. Außerdem sollte ein Multitool mit Werkzeugen eingepackt werden.

Wann ist die beste Reisezeit?

Die Saison für Radreisen reiche in Deutschland von Ostern bis zum Ende der Herbstferien, erläutert Machill-Linnenberg. „In anderen Regionen wie auf den Kanaren sind Radreisen auch ganzjährig möglich.“ Der ADFC empfehle, die allseits bekannten Routen in der Hochsaison zu meiden, erklärt Hofmann: „Da kann es schon mal eng werden. Es gibt aber genug Geheimtipps.“ Im Sommer werde es tagsüber oft heiß, dann sollte besser morgens und spätnachmittags geradelt werden, so der Radexperte.

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