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Auch ein „Parastronaut“ ist dabei

Das sind die neuen Astronauten der Esa

Die neue Astronautenklasse: Von mehr als 22.500 Bewerberinnen und Bewerbern hat die Esa 17 ausgewählt.

Die neue Astronautenklasse: Von mehr als 22.500 Bewerberinnen und Bewerbern hat die Esa 17 ausgewählt.

Paris. John McFall ist 19 Jahre alt, als er in einen Motorradunfall gerät und sein rechtes Bein verliert. Danach wird er Profileichtathlet, vertritt Großbritannien und Nordirland bei den Paralympischen Spielen in Peking und holt Bronze. Und demnächst wird er womöglich ins Weltall fliegen.

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John McFall ist der erste Esa-Astronaut mit körperlicher Behinderung.

John McFall ist der erste Esa-Astronaut mit körperlicher Behinderung.

McFall ist der erste europäische „Parastronaut“, also der erste Astronaut mit körperlicher Behinderung. Die Europäische Weltraumbehörde Esa hat ihn für ihre neue Astronautenklasse ausgewählt.

„Als Mensch mit einer Amputation hätte ich nie gedacht, dass ich Astronaut werden könnte“, sagte McFall, der bis zuletzt als Facharzt für Trauma und Orthopädie arbeitete. Es ist das erste Mal seit 2008, dass die Esa wieder Astronautinnen und Astronauten per Stellenausschreibung gesucht hat – und dann noch Menschen mit körperlicher Behinderung. Eine Premiere.

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McFall nimmt an Machbarkeitsprojekt „Parastronaut Fly!“ teil

„Wir haben uns nicht entwickelt, um ins All zu fliegen, also sind wir alle behindert, wenn es um die Raumfahrt geht“, sagte Esa-Astronautin Samantha Cristoforetti, die vergangenen Monat erst von einer ISS-Mission zurückgekehrt ist. „Was uns von behindert zu weltraumtauglich bringt, ist die Technologie.“

Insgesamt 257 Menschen mit einer körperlichen Behinderung hatten sich bei der Esa beworben. Das harte Auswahlverfahren überstanden hat nur McFall. Er wird nun an dem Machbarkeitsprojekt „Parastronaut Fly!“ teilnehmen, mit dem die Weltraumbehörde untersuchen will, was es braucht, um auch den „Parastronauten“ und „Parastronautinnen“ in Zukunft den Weg ins Weltall zu ermöglichen.

Nur 17 Bewerber schaffen das Auswahlverfahren

Bis Ende November dieses Jahres hatte das Auswahlverfahren der Esa gedauert. Mehr als 22.500 Bewerbungen musste die Weltraumbehörde durchschauen. Die besten Bewerberinnen und Bewerber hatten schließlich praktische, medizinische, aber auch psychologische Tests durchlaufen.

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Alle Etappen erfolgreich bestanden haben am Ende nur 17 Bewerberinnen und Bewerber. Davon hat die Esa McFall als „Parastronaut“ ausgewählt sowie fünf Berufsastronautinnen und Berufsastronauten, die im kommenden Jahr ihre einjährige Grundausbildung im Europäischen Astronautenzentrum in Köln beginnen werden.

Die Übrigen werden als Reserveastronautinnen und Reserveastronauten eingesetzt – darunter die beiden Deutschen Amelie Schoenenwald und Nicola Winter. Sie sind nicht direkt bei der Esa engagiert, könnten aber für bestimmte Projekte ausgewählt werden und haben sogar noch die Möglichkeit, Berufsastronaut beziehungsweise Berufsastronautin zu werden. „Sie sind auch Astronauten“, stellte Esa-Generaldirektor Joseph Aschbacher bei der Bekanntgabe in Paris klar.

Die neuen Berufsastronauten

Sophie Adenot, geboren 1982, aus Frankreich

Mit der Neugier eines Entdeckers ausgestattet: Sophie Adenot.

Mit der Neugier eines Entdeckers ausgestattet: Sophie Adenot.

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Sie ist ausgezeichnet mit dem französischen nationalen Verdienstorden und der Medaille der französischen Nationalversammlung als inspirierende Botschafterin für die Gleichstellung der Geschlechter in der Wissenschaft. Auf der Erfolgsliste soll nun noch ein Flug ins Weltall hinzukommen. „Ich hatte schon immer diese Neugier eines Entdeckers“, sagt sie. „Ich wollte neue Dinge entdecken und lernen.“

Das erklärt auch den facettenreichen Lebenslauf der Französin: Sie studierte Ingenieurswesen, spezialisierte sich auf Raumfahrzeuge und Flugzeuge, trat dann der französischen Luftwaffe bei und machte eine Ausbildung zur Hubschrauberpilotin. Sie war an mehreren Such- und Rettungsaktionen beteiligt. „Natürlich ist all das völlig neu für mich“, sagt sie mit Blick auf ihre künftige Tätigkeit als Berufsastronautin. „Aber ich bin fest entschlossen, auf alle Missionen hinzuarbeiten und einen Beitrag zu leisten und alles, was ich gelernt habe, mit anderen zu teilen.“

 

Rosemary Coogan, geboren 1991, aus Großbritannien

Hat schon immer ein Auge auf das Weltall geworfen: Rosemary Coogan.

Hat schon immer ein Auge auf das Weltall geworfen: Rosemary Coogan.

Sie ist die Jüngste unter den neuen Berufsastronautinnen und Berufsastronauten der Esa. Mit gerade einmal 31 Jahren will Rosemary Coogan unbedingt ins All fliegen. Ein Ort, der sie nach eigener Aussage schon immer fasziniert habe. Sie ist studierte Physikerin und Astronomin und erforscht, wie sich Galaxien im Laufe der Zeit entwickeln.

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„Ich habe mich für das Weltraumprogramm beworben, weil ich praktisch mitarbeiten und so viel wie möglich vom Weltraum lernen möchte“, sagt die Britin. Dass sie als Berufsastronautin ausgewählt wurde, sei ein „echtes Privileg“. Die Sterne, Kometen und Asteroiden, die sie durch die Weltraumteleskope auf der Erde gesehen hat, kann sie vielleicht schon bald aus einem völlig anderen Blickwinkel betrachten.

 

Pablo Álvarez Fernández, geboren 1988, aus Spanien

Als Luft- und Raumfahrtingenieur ist er bereits mit der Weltraumtechnik vertraut: Pablo Álvarez Fernández.

Als Luft- und Raumfahrtingenieur ist er bereits mit der Weltraumtechnik vertraut: Pablo Álvarez Fernández.

Mit der Luftfahrt kennt sich Pablo Álvarez Fernández aus. Er studierte Luft- und Raumfahrttechnik – zunächst in Spanien, für seinen Master dann in Polen. Bis zuletzt arbeitete der Spanier als Projektmanager für Airbus und unterstütze verschiedene Projekte in den Airbus-Werken. Auch war er als mechanischer Architekt beim Bau der Exo-Mars-Rover beteiligt. Während zumindest einer der Rover schon den Flug ins All geschafft hat, muss sich Fernández bei seiner Reise noch gedulden.

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„Ich bin sehr glücklich und freue mich, mit euch allen hier zu sein“, sagte Fernández bei der Bekanntgabe seiner Ernennung zum Berufsastronauten in Paris. Glückwünsche kamen auch von Spaniens Premierminister Pedro Sánchez auf Twitter.

 

Raphaël Liégeois, geboren 1988, aus Belgien

Er will an die Grenze der menschlichen Erforschung, ins Weltall: Raphaël Liégeois.

Er will an die Grenze der menschlichen Erforschung, ins Weltall: Raphaël Liégeois.

Entweder in der Luft oder auf dem Wasser – da ist Raphaël Liégeois zu finden. Er ist Heißluftballonpilot, Segelflieger und besitzt einen Tauch- und Segelschein. Jetzt will er noch höher hinaus und ins Weltall fliegen. „Was mich an der Weltraumforschung fasziniert, ist, dass sie die nächste Grenze der menschlichen Erforschung darstellt“, sagt er.

Forschung ist Liégeois’ Steckenpferd. Er studierte Biomedizintechnik an der Universität Lüttich und machte seinen Master in Grundlagenphysik an der Université Paris-Sud Orsay. Seit 2015 ist der Belgier promovierter Neurowissenschaftler, gibt Kurse zu Neuroengineering und Statistik und hat für seine Forschung schon mehrere Preise gewonnen. Die Erste, die von seiner Ernennung als Berufsastronaut erfahren hat, war seine Frau. Schließlich sei das ein „gemeinsames Projekt“ gewesen.

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Marco Sieber, geboren 1989, aus der Schweiz

Der Arzt, der auch Extremsportler ist: Marco Sieber.

Der Arzt, der auch Extremsportler ist: Marco Sieber.

Es sei schon ein Kindheitstraum gewesen, einmal ins Weltall zu fliegen, sagt Marco Sieber. Nun könnte dieser Traum für den Schweizer in naher Zukunft in Erfüllung gehen. Er bringt zwei ganz unterschiedliche Expertisen ins Team mit ein: Zum einen ist er ausgebildeter Fallschirmjäger, zum anderen arbeitete er bis zuletzt als Notarzt in der Helikopterrettung.

Technisches mit Extremen zu verbinden, das begeistert ihn wohl auch bei seinen Hobbys: Paragliding, Kitesurfen und Sporttauchen. „Es fühlt sich noch immer unwirklich an“, sagt er über den Moment, als er erfahren hat, dass die Esa ihn als Berufsastronaut ausgewählt hat. „Ich hoffe, dass ich zumindest bei einer Mission in die niedrige Erdumlaufbahn dabei sein kann.“ Aber auch eine Reise zum Mond kann sich Sieber vorstellen.

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