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Erhitzung der Atmosphäre

Nord-Stream-Lecks: Darum ist entweichendes Methan noch schädlicher als CO₂ fürs Klima

Sattelitenaufnahmen zeigen die Stelle, an der das Gas aus den Lecks in den Nord-Stream-Pipelines an der Meeresoberfläche ankommt.

Sattelitenaufnahmen zeigen die Stelle, an der das Gas aus den Lecks in den Nord-Stream-Pipelines an der Meeresoberfläche ankommt.

Aus den beschädigten Nord Stream Pipelines entweichen momentan große Mengen des Treibhausgases Methan in die Ostsee und in die Umwelt. Es drohen Auswirkungen auf das Klima: Dabei kann Methan sogar schädlicher für die Atmosphäre sein als Kohlendioxid (CO₂).

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Methangas ist eine geruchlose Kohlenwasserstoffverbindung mit der chemischen Formel CH4. Es ist einer von sechs Stoffen, der im Kyoto-Protokoll als Treibhausgas gelistet wird. Laut Bundesumweltamt ist Methan eines der bedeutendsten Klimagase. In den vergangenen Jahren war Methan demnach für etwa sechs Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Der Anteil der globalen Methanemissionen am Klimawandel wird auf etwa 20 Prozent geschätzt.

Methan entsteht immer dann, wenn organisches Material unter Ausschluss von Sauerstoff abgebaut wird, der Stoff ist einer der Hauptbestandteile von Erdgas. Bei der Nutzung von Erdgas verbrennt das Methan und es entsteht CO₂. Aber auch das Methan selbst gelangt in die Atmosphäre, das geschieht zum Beispiel bei der Förderung von Erdgas, wie jetzt durch Lecks in Gasleitungen oder beim Steinkohlebergbau. Ein wichtiger Verursacher von Methanemissionen sind die Nutztierhaltung und die Landwirtschaft. So stoßen Kühe bei der Verdauung Methan aus. Methan wird unter anderem auch bei der Erdgasgewinnung und beim Steinkohlebergbau freigesetzt sowie auf Müllhalden und bei der Abwasser- und Klärschlammbehandlung. Geringfügige Mengen werden durch den Verkehr und die Industrie ausgestoßen.

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Methan absorbiert Wärmestrahlung

Wie auch CO₂ absorbiert Methan in der Atmosphäre die Wärmestrahlung der Sonne (Infrarotstrahlung). Wärme, die von der Erde reflektiert wird, kann dadurch nicht mehr vollständig aus der Atmosphäre entweichen und trägt stattdessen zur Erhitzung der Atmosphäre bei. Dabei gilt, dass Methan kurzfristig deutlich stärkere Auswirkungen hat als CO₂. Betrachtet man einen Zeitraum von 100 Jahren, wirkt sich Methan etwa 28-mal stärker auf die Erderwärmung aus als die gleiche Mengen Kohlendioxid, haben Berechnungen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ergeben. Betrachtet man nur einen Zeitraum von 20 Jahren, ist der Effekt sogar über 80-mal größer. Allerdings wird Methan in der Atmosphäre auch schneller als CO₂ wieder abgebaut.

Die schädliche Wirkung der aus den Pipelines Nordstream 1 und Nordstream 2 ausgetretenen Mengen an Methangas entspricht der Wirkung von etwa 30 Millionen Tonnen CO₂, schätzt Greenpeace Nordics, der skandinavische Ableger der Umweltschutz­organisation Greenpeace. Das entspreche der Menge an Emissionen, die in ganz Dänemark in einem Zeitraum von acht Monaten ausgestoßen werden. Die Deutsche Umwelthilfe sieht neben den Auswirkungen auf das Klima keine akuten Gefahren für die Umwelt durch das Methan, auch wenn dieses sich teilweise im Wasser löst, da das Methan nicht giftig ist.

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