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Was machen Honigbienen im Winter? Sie zittern sich warm

Eine Biene sucht nach Blütenstaub auf einer Pflanze.

Berlin. Im Unterschied zu den Wildbienen überwintern Honigbienen im Team: „Sie organisieren sich in mehrjährigen Völkern, deren Tiere gemeinsam im Bienenstock überwintern. In ihrem Stock bilden sie eine Wintertraube, in der sie sich gegenseitig vor Kälte schützen“, erklärt Corinna Hölzel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

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„Die wichtigste aller Vertreterinnen, also die Königin, sitzt dabei in der Mitte der Traube. Dort ist es kuschelig warm – denn die fleißigen Arbeiterinnen sorgen für eine Temperatur von 20 bis 25 Grad Celsius“, sagt Hölzel, die selbst seit vielen Jahren Imkerin ist.

Königin im warmen Zentrum

Doch wie wird diese Wärme erzeugt? „Die Bienen bewegen ihre Flugmuskulatur, ohne dabei ihre Flügel zu bewegen. So überstehen sie selbst Minustemperaturen“, erklärt Hölzel. Sie heizen also, indem sie mit ihrer Muskulatur zittern.

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Dabei würden sich die Tiere abwechseln, sodass jede Biene von der Wärme profitiert. „Insgesamt fahren die Bienen im Winter ihren Stoffwechsel herunter und zehren von den eingelagerten Vorräten im Stock.“

Es gibt noch eine weitere Anpassung an die nahrungsarme Jahreszeit: „Während ein Bienenvolk im Sommer aus bis zu 50.000 Tieren bestehen kann, sind es in den Wintermonaten nur etwa 20.000, manchmal auch nur 10.000 Tiere“, erklärt die Bienenexpertin vom BUND.

Winterbienen leben länger

„Im Herbst schlüpfen die sogenannten Winterbienen – sie leben sechs bis sieben Monate.“ Im Vergleich: Eine Arbeiterin, die im Frühjahr schlüpft, lebt nur rund vier bis sechs Wochen.

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„Für die Gesundheit der Honigbienen und für die Versorgung im Winter sind die Imker verantwortlich“, sagt Hölzel. „Doch sobald die Temperaturen im Frühling etwas steigen, endet die Winterruhe der Tiere. Dann machen sie sich wieder auf die Suche nach den ersten Frühblühern, um Pollen und Nektar für ihre Brut zu sammeln.“

Für Vielfalt sorgen

Bienen und Hummeln, Falter und Schwebfliegen: Blütenbesuchende Insekten sind vom frühen Frühjahr bis zum späten Herbst aktiv. Doch nicht immer finden sie in dieser Zeit geeignete Blüten. Besonders außerhalb des Sommers kann es für sie zu Engpässen kommen. „Wichtig ist deshalb, dass wir in Gärten, auf den Balkonen und in Parks für Vielfalt sorgen“, sagt BUND-Mitarbeiterin Hölzel.

Dabei könnten schon Kleinigkeiten helfen: „Den Rasen gar nicht oder nicht so häufig düngen und seltener mähen, damit auch Löwenzahn, Gänseblümchen und Klee eine Chance haben.“

Außerdem sollte man beim Pflanzenkauf darauf achten, dass es heimische Pflanzen mit ungefüllten Blüten sind, damit sie von Insekten genutzt werden können. Nur so könne langfristig die Artenvielfalt der Insekten erhalten – und die Ökosysteme gesichert werden. „Schließlich sind alle Bereiche unserer Gesellschaft davon abhängig.“

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