Birkenwerder

Ein Musical wirkt nach

Kerstin Niendorf gratulierte Daniel Ehmer, Niels Blazyczek, Sören Förster, Paulus Hildebrand, Laura Jordan und Zoe Koschmann – an der Seite von Laudator Stephan Küchner und Bürgermeister Stephan Zimniok (v.l.).

Birkenwerder. Für Paulus Hildebrand war sein Mitwirken am Musical „Coming home“ eine Offenbarung. Der 18-Jährige hat als Projektleiter die Aufführung mitentwickelt und begleitet, hat die Mitwirkenden gecastet und die Rollen besetzt. Er hat sich um Räume, Bühne, Maske, Technik und die Musiker gekümmert. Die Premiere wurde im vergangenen Schuljahr ein großer Erfolg. Und Paulus hat Blut geleckt: „Ich würde gern auch beruflich diese Richtung einschlagen und gerne die Leitung von Musikprojekten und Großveranstaltungen übernehmen“, sagt er.

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Den jungen Leuten wird Aufmerksamkeit und Ehre zuteil.

Paulus ist einer von sechs jungen Frauen und Männern von der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule, die am Donnerstagabend im Rathaussaal Birkenwerder in feierlichem Rahmen den „Kompetenznachweis Kultur“ (KNK) erhalten haben. Alle haben zum Leitungsteam hinter der Bühne gehört und sind jetzt mit etwas Verspätung ins Rampenlicht getreten. Hinter den Kulissen haben sie dafür gesorgt, dass die Aufführung mit rund 100 Beteiligten auf und hinter der Bühne gelingt. Zu ihnen gehört auch Laura Jordan. Die 15-Jährige aus Birkenwerder war für die Choreographie verantwortlich und hat Regieassistenz geführt.

Der Kompetenznachweis Kultur

Der Kompetenznachweis Kultur (KNK) ist ein Bildungspass, der von der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung initiiert und vom Bund gefördert wird.

Er wird an Jugendliche ab zwölf Jahren vergeben, die aktiv an künstlerischen und kulturpädagogischen Angeboten teilnehmen. Er soll Stärken sichtbar machen und ist ein Nachweis dafür, welche individuellen, sozialen und methodischen Kompetenzen gezeigt und weiterentwickelt wurden.

Der Kompetenznachweis unterstützt Jugendliche beim Einstieg in das Berufsleben. 480 führende Unternehmen, die dazu befragt wurden, hätten eine positive Einschätzung abgegeben, sagte Lehrer und Moderator Stephan Küchner zum KNK in seiner Laudatio.

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Das Back-Office hat Daniel Ehmer (16) geleitet. Er hat die Karten verkauft, das Geld verwaltet und Darsteller gecoacht. „Ich weiß jetzt aber, dass ich später kein Schauspieler werde. Das hat mir das Projekt gezeigt“, sagt er. „Lieber gehe ich in Richtung Öffentlichkeitsarbeit.“ Wie die übrigen fünf Bewerber auch hat er eine Mappe bekommen. Darin wird aufgezeigt, was seine Schlüsselkompetenzen sind und wie er diese unter Beweis gestellt hat. Das Gleiche gilt für die übrigen fünf Bewerber.

Jil Karus und Larissa Wallstab (v.l.) aus der 12. und der 9. Jahrgangsstufe präsentierten ein Fotoalbum von den umfangreichen Vorbereitungen. Die zahlreichen Gäste nutzten gern das Angebot zum Stöbern. Außerdem war ein siebenminütiges Video gezeigt worden.

Sie empfinde es als „ganz große Ehre“, bei der Übergabe der Kompetenznachweise dabei zu sein, sagte Bildungsdezernentin Kerstin Niendorf, die kurzfristig Landrat Ludger Weskamp vertrat. Einerseits müsse Schule Spaß machen, andererseits sei es eine ganz wichtige Kompetenz, Teamgeist zu entwickeln. „Das ist euer Abend, genießt es!“, rief Bürgermeister Stephan Zimniok den jungen Leuten zu.

Für die musikalische Umrahmung sorgten Laura Marlene Gick (Violoncello) und Irina Schultz (Klavier) mit Musik von Charlie Chaplin. Das gemeinsame Singen des Schulliedes bildete den Abschluss der Feierstunde.

Von Helge Treichel

MAZ