Ein Musical wirkt nach
Birkenwerder. Für Paulus Hildebrand war sein Mitwirken am Musical „Coming home“ eine Offenbarung. Der 18-Jährige hat als Projektleiter die Aufführung mitentwickelt und begleitet, hat die Mitwirkenden gecastet und die Rollen besetzt. Er hat sich um Räume, Bühne, Maske, Technik und die Musiker gekümmert. Die Premiere wurde im vergangenen Schuljahr ein großer Erfolg. Und Paulus hat Blut geleckt: „Ich würde gern auch beruflich diese Richtung einschlagen und gerne die Leitung von Musikprojekten und Großveranstaltungen übernehmen“, sagt er.
Paulus ist einer von sechs jungen Frauen und Männern von der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule, die am Donnerstagabend im Rathaussaal Birkenwerder in feierlichem Rahmen den „Kompetenznachweis Kultur“ (KNK) erhalten haben. Alle haben zum Leitungsteam hinter der Bühne gehört und sind jetzt mit etwas Verspätung ins Rampenlicht getreten. Hinter den Kulissen haben sie dafür gesorgt, dass die Aufführung mit rund 100 Beteiligten auf und hinter der Bühne gelingt. Zu ihnen gehört auch Laura Jordan. Die 15-Jährige aus Birkenwerder war für die Choreographie verantwortlich und hat Regieassistenz geführt.
Der Kompetenznachweis Kultur
Der Kompetenznachweis Kultur (KNK) ist ein Bildungspass, der von der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung initiiert und vom Bund gefördert wird.
Er wird an Jugendliche ab zwölf Jahren vergeben, die aktiv an künstlerischen und kulturpädagogischen Angeboten teilnehmen. Er soll Stärken sichtbar machen und ist ein Nachweis dafür, welche individuellen, sozialen und methodischen Kompetenzen gezeigt und weiterentwickelt wurden.
Der Kompetenznachweis unterstützt Jugendliche beim Einstieg in das Berufsleben. 480 führende Unternehmen, die dazu befragt wurden, hätten eine positive Einschätzung abgegeben, sagte Lehrer und Moderator Stephan Küchner zum KNK in seiner Laudatio.
Das Back-Office hat Daniel Ehmer (16) geleitet. Er hat die Karten verkauft, das Geld verwaltet und Darsteller gecoacht. „Ich weiß jetzt aber, dass ich später kein Schauspieler werde. Das hat mir das Projekt gezeigt“, sagt er. „Lieber gehe ich in Richtung Öffentlichkeitsarbeit.“ Wie die übrigen fünf Bewerber auch hat er eine Mappe bekommen. Darin wird aufgezeigt, was seine Schlüsselkompetenzen sind und wie er diese unter Beweis gestellt hat. Das Gleiche gilt für die übrigen fünf Bewerber.
Sie empfinde es als „ganz große Ehre“, bei der Übergabe der Kompetenznachweise dabei zu sein, sagte Bildungsdezernentin Kerstin Niendorf, die kurzfristig Landrat Ludger Weskamp vertrat. Einerseits müsse Schule Spaß machen, andererseits sei es eine ganz wichtige Kompetenz, Teamgeist zu entwickeln. „Das ist euer Abend, genießt es!“, rief Bürgermeister Stephan Zimniok den jungen Leuten zu.
Von Helge Treichel
MAZ