Bad Belzig

Freie Oberschule will im Sommer 2020 starten

Julia Strehler (l.), Thomas Wernicke und Jones Kortz von der Gründungsinitiative „Freie Oberschule“ zusammen mit Gründungslehrerin Julia Boyne (2.v.r.).

Bad Belzig. Die Pläne für die Freie Oberschule Fläming nehmen weiter Form an. Demnach soll die Einrichtung im Sommer 2020 an einem zunächst noch provisorischen Standort für die Klassen 7 bis 10 an den Start gehen. Entsprechende Räumlichkeiten stellt die „Alte Brücker Post“ zur Verfügung, da in Bad Belzig selbst bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Lösung gefunden werden konnte.

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Das Seminarhaus in Brück befindet sich etwa zehn Gehminuten vom Bahnhof entfernt. „Die Eigentümerinnen Ricarda Müller und Anne Tilmant zeigten sich begeistert von der Idee, mit einem Teil des Seminarhauses für einige Jahre zum Schulstandort zu werden“, berichtet Stefan Strehler, Sprecher der Gründungsinitiative „Freie Oberschule“.

Neuen Schulstandort entwickeln

Diese besteht aus Eltern und Lehrern der Freien Schule und verfolgt 17 Jahre nach Gründung der Freien Schule Fläming, die als Grundschule Kinder in den Klassen 1 bis 6 unterrichtet, eine große Vision: In Bad Belzig soll ein neuer Schulstandort mit Kita, Grund- und Oberschule entwickelt werden. Dazu soll ein Grundstück gekauft werden, auf dem nach und nach mehrere Schulgebäude entstehen.

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„Dass diese Vision viel Geld und Einsatz verlangt, ist allen Beteiligten klar“, sagt Stefan Strehler. „Fünf bis zehn Jahre haben wir uns als Zeitrahmen für das Erreichen des Ziels gesteckt.“ Ihre Pläne hat die Initiative kürzlich öffentlich vorgestellt.

In Bad Belzig seit 2010

In Bad Belzig ist die Freie Schule Fläming seit 2010. Der Schulstart vollzog sich noch in Lübnitz.

Eine Bedarfsanalyse vor anderthalb Jahren ergab, dass über 40 Familien mit mehr als 70 Kindern Interesse an der Gründung einer Oberstufe haben.

Träger der Initiative ist der Verein „Freie Schule Fläming“.

Mehr Informationen auf der Internetseite: www.freies-lernzentrum-flaeming.de.

Kontakt für interessierte Familien und Unterstützer: martin.agsten@posteo.de.

Das Ziel ist noch aus einem anderen Grund ehrgeizig: Bis Ende September muss ein Antrag ans Bildungsministerium gestellt werden. Die Vorbereitungen dazu würden bereits auf Hochtouren laufen, sagt Stefan Strehler. Viele Grundlagen seien mittlerweile geklärt, derzeit erhalte das pädagogische Konzept seinen Feinschliff.

„Eine große Hürde, die wir bereits genommen habe, ist die abgeschlossene Suche nach einer Gründungslehrerin“, berichtet Stefan Strehler weiter. „Derzeit unterrichtet Julia Boyne noch Deutsch und Kunst an einem Gymnasium in Köln. Mit dem Start der Freien Oberschule Fläming will sie sich selbst und ihren Schülern – nach zehn Jahren Berufserfahrung im klassischen Schuldienst – jedoch den Wunsch nach selbstbestimmtem Lernen und Lehren erfüllen.“

Weiterer Gründungslehrer gesucht

Weitere Stunden und Fächer könnten stundenweise von Lehrkräften aus der Freien Schule abgedeckt werden. Gesucht werde jedoch noch ein zweiter, fest angestellter Gründungslehrer mit dem Schwerpunkt Mathematik und Naturwissenschaften. „Die neue Oberschule wird zunächst mit zehn Schülern starten und dann auf 40 Schüler anwachsen,“ berichtet Jones Kortz, Vorstand der Freien Schule Fläming.

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Die Finanzierung des Vorhabens ist eine Herausforderung für das Vorbereitungsteam. Denn eine vom Ministerium genehmigte, neue Schule muss drei Jahre lang auf eigenen Beinen stehen, bevor das erste staatliche Geld für den Schulbetrieb fließt. „Diese große Hürde soll durch Privatkredite, Bürgschaften und Spenden aus einem breiten Unterstützerkreis gemeistert werden“, sagt Stefan Strehler.

Mehr zum Thema:

> Freie Schule stößt an ihre Grenzen

> So steht es um die Oberstufe der Freien Schule

Eine Internetseite ist bereits freigeschaltet und kann Interessierten sowie potentiellen Geldgebern als erste Anlaufstelle dienen. Beim jüngsten Treffen sind auch Maßnahmen diskutiert worden, wie künftig die Idee der Freien Oberschule in der Bevölkerung verankert und weitere Unterstützer gefunden werden können.

„Wir haben vor 17 Jahren mit der Grundschule vor ähnlichen Aufgaben gestanden – und damals ist uns der Start geglückt“, sagt Beate Lerch, Schulleiterin der Freien Grundschule, rückblickend. „Warum soll uns das nicht auch heute mit der Oberschule gelingen?“

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Von Josephine Mühln

MAZ