In Hamburg steht die kleinste Burg der Welt
Es ist die wohl kleinste der Welt: Burg Henneberg im Hamburger Stadtteil Poppenbüttel. Der winzige Bau liegt direkt an der Alster und trägt daher auch den Kosenamen Alsterschlösschen.
Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine Burg, in der schon im Mittelalter Menschen gewohnt haben. Vielmehr ist es der Nachbau einer echten Burg, die in Thüringen steht und den gleichen Namen trägt.
Das Hamburger Exemplar wird auch als Relikt der Burgromantik des 19. Jahrhunderts bezeichnet und ist als „Burgruine Henneberg“ in die Denkmalliste aufgenommen, wie bei Hamburg-Tourismus nachzulesen ist.
Die Nachbildung der originalen Burg Henneberg hat den Maßstab 1 : 4 – und es sind alle nötigen Merkmale vorhanden, um sie als „echte“ Burg bezeichnen zu können. Dazu gehören ein Hauptgebäude samt einem zwölf Meter hohen Wehrturm, eine kleine Kapelle am Ufer der Alster sowie ein Rittersaal. Drinnen gibt es 46 Quadratmeter Wohnfläche.
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Der Name half wohl bei der Entscheidung
Doch wer kam überhaupt auf diese Idee, im 19. Jahrhundert eine Burg nachbauen zu lassen? Das war ein Postdirektor aus Braunschweig, den wohl auch der Name gereizt haben könnte, denn er hieß Albert Caesar Henneberg. Auf der Suche nach einem Ruhesitz entschied er sich für ein Grundstück nahe der Poppelbütteler Schleuse. Im Anschluss ließ er einen 15 Meter hohen Berg aufschütten – eine richtige Burg muss ja schließlich hoch oben stehen. Alleine diese Arbeit nahm drei Jahre in Anspruch.
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Zur vollständigen AnsichtZwischen 1884 und 1887 wurden schließlich die Burg sowie der Park Marienhof gebaut und angelegt. Das Vorbild ist besagte Burg Henneberg in Thüringen, die damals Stammsitz des Grafen von Henneberg war, mit dem der Braunschweiger jedoch nicht verwandt gewesen war. Bis 1907 nutzte die Familie Henneberg die kleine Burg als Familienarchiv.
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Zur vollständigen Ansicht1942 wurden die Burg sowie ein Teil der Parkanlage an die Stadt Hamburg verkauft. 1986 endete die Ära der Hennebergs, da der letzte Verbliebene, Otto Henneberg, in Poppenbüttel keine Nachfahren hatte. Somit verfiel die Burg zunehmend, 1988 bestand sogar Einsturzgefahr. Der Abriss stand kurz bevor, da sich kein Käufer fand. 1990 nahm sich schließlich ein privater Investor der Burg an und ließ die kleinste Burg der Welt restaurieren.
Burg Henneberg wurde etliche Male verkauft
1991 wurde die Burg Henneberg dann unter Denkmalschutz gestellt und in die Liste der Kulturdenkmäler von Hamburg-Poppenbüttel aufgenommen. Die Burg gehörte dann der gemeinnützigen „Stiftung Burg Henneberg“, die sich um den Erhalt und die Nutzung des Bauwerks für kulturelle Zwecke einsetzt. Zu dieser Zeit war das Bauwerk auch öffentlich zugänglich. 2013 kam die Burg in den Besitz der Familie Hager.
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Zur vollständigen AnsichtDoch auch dieser Abschnitt ist mittlerweile vorbei, denn die Burg samt gut 3100 Quadratmeter großem Grundstück wurde erneut verkauft. Für etwas mehr als eine Million Euro habe sich ein neuer Besitzer gefunden, erklärt die bisherige Eigentümerin Miriam Hager.
Die Käuferin oder der Käufer soll aus Hamburg stammen und bereits konkrete Pläne haben. Demnach soll die Burg weiterhin als Kulturort mit Konzerten und Cafébetrieb genutzt werden.
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