Merkel warnt vor Risiken der Künstlichen Intelligenz
Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor den Risiken eines gläsernen Menschen beim unkontrollierten Einsatz Künstlicher Intelligenz gewarnt. Der Mensch müsse die Oberhand behalten. „Was wir tun, muss dem Menschen dienen“, sagte Merkel am Dienstag bei einer Diskussion mit Studenten der japanischen Elite-Universität Keio in Tokio.
„Man wird eines Tages sicherlich unser Denken lesen können“, sagte Merkel. Das könne Menschen helfen, die nicht sprechen können. Doch wenn von allen Menschen alle Gedanken gelesen werden können, müsse man sich die Frage stellen: „Wollen wir das? Was bedeutet das für den gesellschaftlichen Prozess?“
„Wo endet mein Menschsein?“
Man werde auch über die Frage sprechen müssen, wie lange man eine menschliche Persönlichkeit behalte, sagte Merkel. Bei einer Beinprothese oder Transplantation von Organen sei man immer noch der gleiche Mensch.
„Wenn ich aber einen Chip in mein Gehirn bekomme, damit ich schneller denken kann oder besser denken kann, bin ich dann auch noch derselbe Mensch? Wo endet mein Menschsein?“, gab die Kanzlerin zu Bedenken. „Das sind Fragen, mit denen man sich glaube ich beschäftigen muss.“
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Zur vollständigen AnsichtMerkel fordert „ethische Leitplanken“ ein
Man sollte zwar „nicht so eine Angst haben“, dass Künstliche Intelligenz den Menschen „völlig überflüssig macht“. Sie riet dazu, die Technologie zu „entmystifizieren“. Es entstünden auch neue Arbeitsplätze. Das Wichtigste sei aber, dass der Mensch „die ethischen Leitplanken“ für die Nutzung Künstlicher Intelligenz festlege.
Bei ihrem am Dienstag zu Ende gehenden Besuch in Japan setzt die Bundeskanzlerin auf Kooperation in Krisenzeiten. Vor dem G20-Gipfel in Osaka im Juni baut Deutschland seine Handelsbeziehungen zu Japan aus.
Von RND/dpa